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Carolina setzt nach dem 2:6 auf seine Heimstärke

Die Hurricanes wollen die beiden Auftaktpleiten gegen Boston abhaken und nach vorne blicken

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Aus Sicht der Carolina Hurricanes fällt es auf den ersten Blick schwer aus dem deutlichen 2:6 in Spiel zwei der Eastern Conference Finalserie gegen die Boston Bruins am Sonntag im TD Garden etwas positives mitzunehmen. Es gibt zunächst nur wenig tröstliches, bevor es jetzt zu den Spielen drei und vier zurück ins heimische Raleigh geht, wo es für die Hurricanes gilt einen 0:2-Serienrückstand möglichst auszugleichen, wenn der Traum vom Stanley Cup Finale 2019 noch Realität werden soll.

Teamkapitän Justin Williams war entsprechend sauer nach der abermaligen Pleite: "Wir müssen schnellstmöglich unsere wahre Identität wiederfinden. Die haben wir hier in den beiden Spielen nicht gezeigt. Das ist eine große Enttäuschung für mich."

Zu deutlich war der Spielverlauf in Spiel zwei, zu klar und deprimierend der zwischenzeitliche 0:6-Rückstand, bevor in der Endphase der Begegnung zumindest Williams und Teuvo Teravainen mit den beiden Ehrentreffern für die Gäste etwas Ergebniskosmetik betreiben konnten, das Ergebnis in den Statistiken der Liga im Rückblick nicht allzu dramatisch aussehen ließen. 

Video: CAR@BOS, Sp2: Clifton markiert sein Premieren-Tor

"Wir haben unser Spiel gegen sie noch nicht gefunden. Das muss in unseren Heimspielen besser werden. Wir brauchen Höchstleistungen, wenn wir Erfolg haben wollen. Alle müssen sich steigern vor unseren Fans. Wir haben schon bewiesen, dass wir das können", versuchte Teravainen Trost durch einen direkten Blick nach vorne zu finden.

Die spielerische und körperliche Überlegenheit der Bruins über weite Phasen des Spiels am Nachmittag (Ortszeit) war bei nüchterner Analyse beängstigend aus Sicht der Hurricanes. Nach einem sehr ordentlichen Spielbeginn, in dem der Stanley Cup Champion von 2006 in allen Belangen recht gut mithalten konnte, das Torschussverhältnis und die Zahl der Zweikämpfe ausgeglichen halten konnte, brach die Mannschaft im Laufe des Spiel mehr und mehr auseinander, leistete mit fortschreitender Spieldauer und anwachsendem Rückstand kaum mehr ernsthaften Widerstand gegen die sich immer deutlicher abzeichnende Niederlage am Muttertag in Boston. 

Micheal Ferland war deshalb augenfällig darum bemüht, erst gar keinen psychologischen Knacks aufkommen zu lassen: "Wir haben hier heute schlicht nicht mit dem notwendigen Biss gespielt. Das hat uns sonst immer stark gemacht. Dahin müssen wir jetzt schnellstmöglich zurückkommen und einfach wieder unser Spiel spielen. Das Spiel heute können wir nur abhaken."

Video: CAR@BOS, Sp2: Mrazek rettet gegen Krug

Erst als sich die Bruins im sicheren Gefühl des sich abzeichnenden Sieges deutlich etwas Engagement zurücknahmen, konnte Carolina dem Spiel noch den einen oder anderen eigenen Stempel, auch insbesondere durch die zwei sehenswerte Tore, aufdrücken.

Es bleibt nach dieser harten Erfahrung aus ihrer Sicht eigentlich nur eine Taktik für die weiteren Aufgaben. Es gilt die ersten beiden Spiele, die mit 2:5 und 2:6 jeweils glatte Pleiten, ohne größeres Zaudern schnellstmöglich abzuhaken und sich umgehend auf die eigene Heimstärke zu konzentrieren. 

"Wir haben unverändert das Selbstvertrauen um vor unseren Fans die Serie auszugleichen. Das wird eine große Herausforderung, der wir uns stellen werden und wollen", ergänzte Veteran Jordan Staal unmittelbar nach dem Spielende.

 

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Carolina ist auf heimischem Eis in diesen Stanley Cup Playoffs bislang ungeschlagen. Und, was vielleicht noch mehr Hoffnung macht, in Runde eins der KO-Phase lag das Team gegen den Titelverteidiger, die Washington Capitals, nach den ersten beiden Spielen der Serie in der US-Hauptstadt ebenfalls mit 0:2 im Hintertreffen. Am Ende konnte nichts desto trotz der Einzug in die nächste Runde gefeiert werden. Wenn der Mannschaft in diesen trüben Stunden also etwas Mut zusprechen kann, dann vielleicht diese Tatsache. 

Daran erinnerte Torhüter Petr Mrazek die anwesenden Medienvertreter: "Es steht 0:2 aus unserer Sicht. Wir kennen diese Situation. Jetzt geht es bei uns weiter. Wir haken das ab und blicken nur nach vorne. Daheim unterstützt uns unser Publikum unglaublich. Das ist dann schon fast wie ein Mann mehr auf dem Eis."

Dass er sich von der kritischen Analyse nicht ausnehmen kann, das war dem Torhüter dabei völlig bewusst. "Ich selber muss besser halten als heute. Das ist klar. Ich kann mich in allen Bereichen steigern, so Mrazek. 

 

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Trainer Rod Brind'Amour versuchte die Höhe der Niederlage zu relativieren. "Wir haben viel zu viel zugelassen. Das war bitter. Es gilt uns wieder zu sammeln und uns auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Am Ende ist es ganz egal, ob du ein Spiel knapp in der Verlängerung verlierst, oder aber ob es eine richtige Abreibung war. Eine Niederlage ist am Ende eben immer nur eine Niederlage", philosophierte der Coach.

Die Chance zur Wiedergutmachung erhalten die Hurricanes am Dienstag,wenn in der PNC Arena zu Raleigh Spiel drei der Serie auf dem Programm steht (8 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS). 

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