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Die Capitals haben einen Lauf

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Washington Capitals haben momentan im Zweikampf um die Tabellenführung in der Metropolitan Division gegenüber den New York Rangers knapp die Nase vorn. Aktuell liegen sie zwar auf dem zweiten Platz mit zwei Punkten Rückstand, haben aber auch drei Spiele weniger absolviert als ihre ärgsten Rivalen. Nach fünf Siegen in Folge und 35 Zählern aus 23 Partien legten die Caps einen der besten Saisonstarts in ihrer 41-jährigen Franchisegeschichte hin und können sich sogar Hoffnungen darauf machen, dass sie die laufende Spielzeit als punktbestes Team der Eastern Conference abschließen.

Denkt man an die Capitals verbindet man ihren Namen automatisch mit denen ihrer beiden Superstars Alex Ovechkin und Nicklas Backstrom. In der Vergangenheit war häufig das Wohl und Wehe der Capitals von der Form des russischen und schwedischen Topstürmers abhängig. Die beiden sind auch heuer in der teaminternen Scorerwertung vorne mit dabei, doch Washingtons punktbester Mann heißt Evgeny Kuznetsov. Der 23-Jährige hat, nachdem erst ein gutes Viertel der Saison 2015/16 absolviert ist, bereits 26 Punkte (8 Tore, 18 Assists) auf seinem Konto. Zum Vergleich: Im Vorjahr kam er auf 37 Punkte (11 T, 26 A) in 80 Spielen. Kuznetsov steuerte zwei Tore sowie sechs Vorlagen Washingtons Siegesserie bei und stand in drei der fünf Begegnungen unter den Three Stars. "Er ist jetzt als Spieler gereift und hat die nötige Erfahrung gesammelt. Er ist überall auf dem Eis zu finden, übernimmt Verantwortung und verfügt über eine enorme spielerische Qualität. In letzter Zeit ist er einfach großartig", lobte Backstrom seinen Sturmkollegen nach dem Heimerfolg gegen die Jets. Der russische Center ist nur sehr schwer von der Scheibe zu trennen und hat eine überragende Puckkontrolle mit der er es immer wieder schafft den Gegner zu verwirren.

Die Capitals verfügen in diesem Jahr über einen so ausgeglichenen Kader, dass sie nur sehr schwer auszurechnen sind. Sieben Spieler haben bereits fünf oder mehr Treffer erzielt. Ein Beispiel für diese Ausgeglichenheit war die Heimpartie gegen die Colorado Avalanche. Beim 7-3 Kantersieg durften sich gleich sieben verschiedene Spieler, darunter vier Verteidiger, in die Torschützenliste eintragen. Apropos Verteidiger: Die Defensive ist auch ein neues Markenzeichen der Hauptstädter. Im Schnitt kassierten die Caps nur 2,22 Gegentore pro Spiel und damit noch weniger als am Ende der vergangenen Saison (2,48), die sie als Mannschaft mit den drittwenigsten Gegentreffern im Osten abgeschlossen hatten. Ein Karl Alzner, ein Matt Niskanen und ein John Carlson, um nur drei zu nennen, lassen hinten kaum etwas anbrennen und können sogar noch Akzente in der Offensive setzen. Carlson ist mit seinen vier Toren und 14 Vorlagen sogar ligaweit der siebtbeste Defensivmann. In den vergangenen drei Begegnungen konnte er sein Punktekonto gleich um fünf Assists ausbauen.

Einen großen Anteil an den jüngsten Erfolgen der Capitals hat ebenfalls ihr Schlussmann Braden Holtby, der sieben Siege in Folge einfahren konnte und damit in die Fußstapfen eines Jose Theodore tritt, dem das für die Capitals zuletzt in der Saison 2009/10 gelungen war. Holtbys Gegentrefferschnitt von 1,95 ist momentan der zweitbeste in der NHL, und auch mit seiner Fangquote von 92,6 Prozent liegt der 26-jährige Kanadier unter den Top Ten. Seinen ersten Saison-Shutout konnte Holtby am Montag vor einer Woche gegen die Edmonton Oilers feiern. In dieser Begegnung hatten seine Vorderleute Ladehemmung und kamen nur zu einem Treffer durch Dmitry Orlov. Dank Holtby sollte es dennoch zu einem 'Zweier' reichen. Holtby wehrte alle 33 Schüsse, die auf seinen Kasten kamen, ab und durfte sich nach 60 spannenden Minuten als Matchwinner feiern lassen. Auch Capitals Cheftrainer Barry Trotz war dieser Meinung: "Den Shutout hat er sich vollauf verdient. Er ist jedes Jahr einer unserer besten Spieler. Heute Abend war er unser bester Mann. Keiner konnte ihm das Wasser reichen."

Aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen lassen die Washington Capitals wenig Zweifel aufkommen, dass mit ihnen in diesem Jahr wieder zu rechnen ist und sie am Ende eine Topplatzierung erreichen werden.

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