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Geht da noch was?

Nach einem ziemlich schwachen Saisonstart ging es bei den Calgary Flames zuletzt wieder etwas bergauf

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Eine der ohne Zweifel spannenderen Franchises in dieser Saison sind in der NHL bisher wohl die Calgary Flames. Sportlich noch immer nach mehr Erfolg und auch Konstanz suchend, bietet das kanadische Team derzeit viele Baustellen, werden im Umfeld der Franchise diverse Fragestellungen und auch Gerüchte diskutiert.

Bisher in erster Linie durch ihre Heimschwäche aufgefallen, überzeugte das Team nun in der Nacht durch einen starken Auftritt beim 3:0 auf heimischen Eis gegen die zuvor als Offensivstark geltenden Toronto Maple Leafs.

Nach den durchaus als positiv zu bewerten den langen Auswärtstrip der Flames zuletzt, weckte dieser rare Heimerfolg nun wieder vermehrt Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für die Franchise aus Alberta.

Trotzdem bleiben eben diese ungelösten Baustellen, wenn man über die Saisonaussichten der Flames sprechen will, ungeachtet des jüngsten Heimerfolges vom Abend. Werfen wir daher heute einmal einen aktuellen Blick auf die Calgary Flames.

Nach einem recht schwachen Saisonstart sorgte der gerade absolvierte Road-Trip bereits für mehr Optimismus im Umfeld der Flames. Im November bestritt das Team tatsächlich 11 Spiele auswärts, nachdem es im Oktober nur deren fünf waren. Zuletzt war man gar zehn Tage in Serie außerhalb Calgarys unterwegs. Immerhin sieben der dabei möglichen zwölf Zähler wanderten dabei auf das Konto der Westkanadier.

Insgesamt liegt ihre Auswärtsstatistik damit nun immerhin auch schon bei 5-5-1. Darauf lässt sich in den nächsten Wochen, wenn wieder mehr Spiele in der heimischen Arena auf dem Programm stehen, wahrlich aufbauen. Coach Glen Gulutzan dürfte damit ebenfalls leben können.

Besonders Torhüter Chad Johnson nutzte den letzten Monat um sich ins Rampenlicht zu spielen. In immerhin drei seiner acht Starts zuletzt wurde der nicht bezwungen, konnte das Eis mit einen Shutout verlassen. Und da war nicht nur der jüngste 3:0-Heimerfolg gegen die Leafs, auch die sieben Auswärtsbegegnungen des Monats brachten für ihn fünf Erfolge, einen Gegentrefferschnitt von 2,0 und einer Fangquote von gut 93%.

Auch Rookie-Stürmer Matthew Tkachuk konnte positiv auf sich aufmerksam machen. In vier von elf Auswärtsspielen traf er ins Tor des Gegners. Seine fünf Zähler wurden teamintern in dieser Spanne nur von Verteidiger Dougie Hamilton übertroffen, der sechs Assists beisteuern konnte.

Diese Erfolge waren auch dringend notwendig, stand die Heimstatistik der Flames bis gestern doch noch bei recht entmutigenden 3-7-0. Der jüngste Erfolg gegen die Leafs war also mehr als dringend notwendig, wenn das Team tatsächlich noch eine realistische Playoff-Chance erhalten möchte. Das Team wirkte deutlich besser eingestellt als noch vor Wochen.

Mut macht den Fans der Franchise in dieser Richtung auch, dass das zu Saisonstart so schwache Powerplay und Unterzahlspiel zuletzt deutlich verbessert daherkam.

Verbessern müssen sich in den nächsten Wochen, auch wenn eine Teamleistung natürlich immer ein Zusammenspiel aller Aktiven ist, in erster Linie wieder Troy Brouwer, Johnny Gaudreau, Brian Elliott und auch Sean Monahan. Gerade von ihnen kam bisher im Saisonverlauf aus ganz unterschiedlichen Gründen noch deutlich zu wenig.

Brouwer war wohl der meistbeachtete und am häufigsten diskutierte Neuzugang im vergangenen Sommer. Viele Beobachter waren doch eher skeptisch, ob er das Geld das er derzeit verdient in seinem Alter noch wert wäre.

Der 31-Jährige bekommt derzeit bei den Flames immerhin rund 4,5 Mio. US$ pro Saison. Und das nun noch über vier Jahre hinweg. Nach einem guten Saisonstart hatte er zuletzt in 17 Spielen nur noch einen einzigen Punkt einfahren können. Sein -7-Wert sprach zudem auch nicht gerade für ihn. Da muss sicherlich in Zukunft dann auch erneut deutlich mehr kommen, wenn man nicht tatsächlich am Ende als Fehleinkauf gelten möchte.

Etwas anders stellt sich die Lage im Falle von Gaudreau dar. Der Stürmer fehlt nun seit rund zwei Wochen mit einer Fraktur am Finger seiner Hand und ihm wurde eine rund sechswöchige Ausfallzeit prognostiziert. Nach gut zwei Wochen zeichnet sich bei ihm aktuell aber eventuell auch schon eine frühere Rückkehr auf das Eis ab. Trainieren tut er jedenfalls seit gestern schon bereits wieder beim Team. Näheres soll sich in seinem Falle bereits in den nächsten Tagen klären. Auch er hatte zuletzt erst einen hochdotierten neuen Vertrag in Calgary unterzeichnet. Dass er dem Team sportlich abgeht ist allgemein unbestritten. Immerhin brachte er es in seinen ersten 17 Saisonspielen ja auch auf schon 11 Punkte.

Torhüter Brian Elliott hingegen zählt bisher wohl leistungsmäßig eindeutig zu den großen Enttäuschungen des Jahres. Ursprünglich sollte sich der erfahrene Keeper als neue Nr. 1 des Teams etablieren. Seine letzte Saison in St. Louis gab diesbezüglich berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass das auch gelingen könnte bzw. sollte.

Stolze 93% Fangquote und eine Saisonbilanz von 23-8-6 sprachen jedenfalls eindeutig dafür. Doch der Goalie konnte die in ihn gesetzten Hoffnungen bisher noch so gar nicht erfüllen, verlor seinen Job als Stamm-Keeper inzwischen sogar an Johnson, der eigentlich nur als sein Vertreter vorgesehen war. Seine bisherige Saisonbilanz von 3-9-1 ist jedenfalls für eine Nummer 1 nicht wirklich vorzeigbar. Da muss zweifelsohne wieder deutlich mehr kommen in der Zukunft.

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Unter den Erwartungen liegt bisher auch noch Stürmer Monahan. Auch er verstrickte sich jüngst ausführliche Vertragsgesprächen im Sommer, konnte seither leider nicht die in ihn gesetzten Erwartungen als potentieller Nr.2-Stürmer erfüllen.

Die Flames haben aktuell also unzweifelhaft deutlich mehr Potential im Kader als sie bisher in den ersten Wochen der laufenden Runde vorzeigen konnten. Wenn man in diesem Jahr mal wieder in die Playoffs einziehen will, dann muss die Zeit der großen Enttäuschungen nun endgültig vorbeisein. Die letzten Spiele haben durchaus die Hoffnung geweckt, dass da noch mehr kommen könnte, doch allzu viel schiefgehen darf bei Calgary nun nicht mehr.

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