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Die Bruins müssen mehr Zielwasser trinken

Gegen einen starken Bobrovsky fehlt es Bostons Stürmern an Durchschlagskraft

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Werden die Boston Bruins am Sonntagmorgen mit einem gewaltigen Kater aufwachen? Nach der Vorstellung in Spiel 3 der Zweitrundenserie in der Eastern Conference gegen die Columbus Blue Jackets am Dienstag ist es nicht mehr auszuschließen, dass für sie die Stanley Cup Playoffs bereits zum kommenden Wochenanfang beendet sein werden.

Mit 1:2-Toren verloren die Bruins in der Nationwide Arena von Columbus das dritte Aufeinandertreffen gegen die Schützlinge von John Tortorella und liegen mit 1:2-Siegen im Hintertreffen. Die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam, dürfte ihnen in den zwei Tagen bis zum vierten Auftritt gegen Columbus gewaltige Kopfschmerzen bereiten. Kein Arzt kann ihnen ein Analgetikum verschreiben, das für Erleichterung sorgt. 

Zum Teil haben sie es auch selbst in der Hand, für Abhilfe zu sorgen. Intensiv aufarbeiten, was alles schief gelaufen ist, lautet die Prämisse.

Stichwort Abschlussschwäche. Boston muss sich nicht vorwerfen lassen, zu wenig unternommen zu haben. Sie suchen oft den Abschluss, doch eine Menge ihrer Versuche dringen kaum bis zum Tor der Blue Jackets vor, die mit Mann und Maus - und mit einem überragenden Sergei Bobrovsky im Kasten - verteidigen.

Video: BOS@CBJ, Sp3: Bobrovsky zeigt großartigen Save

Bei 35 (48,6 Prozent) von Bostons 72 Schussversuchen musste Bobrovsky erst gar nicht rettend eingreifen, da 22 Schüsse (30,6 Prozent) von seinen Vorderleuten geblockt wurden und weitere 13 (18,0 Prozent) am Ziel vorbei gingen. Von den verbleibenden 37 Schüssen wurden 36 die Beute von Columbus' Schlussmann. Diese Leistung brachte ihm viel Respekt ein, auch von den leidgeplagten Spielern der Bruins.

"Vor allem die Saves, die ihm bei den Rebounds gelingen, sind beeindruckend. Aber irgendwann wird er definitiv zusammenbrechen. Ich habe viel Vertrauen, dass wir in solchen Situationen ziemlich bald Pucks an ihm vorbeibringen werden. Wir hatten heute in allen drei Dritteln großartige Möglichkeiten, ihn zu bezwingen. Ich schätze sehr, was ihm alles geglückt ist, aber ich glaube nicht, dass es von Dauer sein wird", zeigte sich Bostons Verteidiger Brandon Carlo zweckoptimistisch.

Die Bruins hatten mehr Puckbesitz, mehr Torschüsse und subjektiv gesehen die schönere Spielanlage als ihre Gastgeber, doch es sprang für sie kein Sieg heraus, denn es fehlte ihnen in den wichtigen Zonen auf dem Eis die Zeit, um Maß zu nehmen.

 

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In den 60 Spielminuten setzten mit Seth Jones (6), Zach Werenski (5), Pierre-Luc Dubois (5) Riley Nash (4), Oliver Bjorkstrand (4) und Josh Anderson (4) sechs Spieler der Blue Jackets ebenso viele Checks wie alle 18 eingesetzten Spieler ihrer Gäste zusammen (28). Die Blue Jackets kamen in der Summe auf 53 Hits.

In der regulären Saison hatten die Bruins eine Trefferquote von 9,60 Prozent (3,13 Tore bei 32,6 Schüssen pro Spiel). Selbst in der ersten Playoffrunde gegen die Toronto Maple Leafs lag sie noch bei 9,29 Prozent (3,29 bei 35,4). Und wie sieht es gegen die Blue Jackets mit Bostons Treffsicherheit aus?

Die Bruins brachten es in den drei Partien auf 105 Torschüsse und erzielten sechs Tore, was einer mageren Erfolgsquote von 5,71 Prozent entspricht. Im jüngsten Aufeinandertreffen waren es gar nur 2,70 Prozent der Schüsse, nämlich jener von Jake DeBrusk. Der 22-jährige Linksaußen hatte sich in der Schlussminute des Mittelabschnitts durch die Defensivreihen der Blue Jackets durchgetankt und die Scheibe an Bobrovsky vorbei ins Tor gestochert.

"Er macht super Paraden, doch manchmal rutscht auch ihm eine Scheibe durch. Man weiß es nie, doch zu diesem Zeitpunkt brauchen wir alle Tore, die wir bekommen können", so der Torschütze.

Brad Marchand stimmt seinem Sturmkollegen zu, dass Bobrovsky zu bezwingen ist: "Wir müssen näher bei ihm stehen. Man muss vors Tor ziehen und an die Nachschüsse kommen. Wir müssen versuchen, dort zu stehen, wo er sie erst gar nicht sieht. Wenn er freie Sicht hat, dann hält er sie."

Bostons Tor fiel in einer der wenigen Situationen, in denen ein Spieler der Bruins den Checks der Blue Jackets entwischen konnte.

"Wir müssen darauf antworten. Sie haben uns hier ziemlich gut ausgebremst und das habe ich auch am eigenen Leib zu spüren bekommen. Wir müssen dem mehr entgegensetzen", lautet DeBrusks Erfolgsrezept für die nächste Partie, in der sie den Blue Jackets Kopfzerbrechen bereiten möchten.

Das vierte Spiel der Eastern Conference Zweitrundenserie zwischen den Bruins und den Blue Jackets findet am Donnerstag erneut in der Nationwide Arena von Columbus statt (7:30 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS).

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