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Bruins müssen aus der Pleite in Spiel 3 rasch lernen

Boston zeigte zuletzt ungeahnte Schwächen und steht jetzt gegen die Tampa Bay Lightning in der Bringschuld

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Freier Autor

Spielbericht: TBL 7, BOS 1

Kucherov, Point, Killorn zu Lightnings Spiel-3-Sieg

Nikita Kucherov mit Tor und drei Assists sowie Brayden Point und Alex Killorn mit drei Punkten führen Lightning zu 7:1-Sieg gegen Bruins

  • 04:57 •

Als punktbestes Team der regulären Saison 2019/20 gingen die Boston Bruins (44-14-12, 100 Punkte aus 70 Spielen) als einer der Favoriten auf den Gewinn des Stanley Cups in die Postseason. Der Start Anfang August misslang jedoch komplett (0-3-0), so dass der große Dominator der Eastern Conference sich nach der Platzierungsrunde nur noch auf Rang vier der Setzliste wiederfand, bevor es in die Stanley Cup Playoffs ging.

Mit Beginn der Playoffs zeigten sich die Bruins in der Best-of-7-Serie gegen die Carolina Hurricanes urplötzlich von ihrer besten Seite, zogen am Ende ungefährdet mit 4:1-Siegen in die nächste Runde ein. Bedenkt man, dass sich Stammtorhüter Tukkaa Rask in dieser Phase freiwillig vom Team verabschiedete, da er persönliche Bedenken hatte und bei seiner Familie bleiben wollte, und Top-Stürmer David Pastrnak für drei Spiele verletzt ausfiel, war das Weiterkommen eine sehr starke Leistung.

In Runde zwei der K.o.-Phase muss Boston gegen die ebenfalls hoch gehandelten Tampa Bay Lightning antreten, die sich ihrerseits gegen die Columbus Blue Jackets (4:1) durchgesetzt hatten. 

Nach einem 3:2-Sieg im ersten Duell zum Serienauftakt, verlor Boston die folgenden beiden Partien. Der unglücklichen 3:4-Niederlage nach Verlängerung am Dienstag folgend, gingen sie in Spiel 3 am Mittwoch sang- und klanglos mit 1:7 unter. 

Video: TBL@BOS, Sp3: Point und Kucherov zusammen zum Tor

Bereits nach 23 Minuten stand es 0:3. Dem Ehrentreffer von Brad Marchand in der 25. Spielminute ließen die Lightning in den restlichen Minuten des Mitteldrittels drei weitere Tore folgen. Die Begegnung war vorzeitig gelaufen. In den finalen 20 Minuten fiel nur noch der Treffer zum Endstand.

Nicht nur der bedrohliche 1:2-Serienrückstand muss die Bruins in diesen Stunden beunruhigen. Insbesondere die Art und Weise wie die Begegnung am Mittwoch in der Scotiabank Arena von Toronto verlorenging, sollte die Alarmglocken bei den Protagonisten schrillen lassen. 

In Spiel 4 am Freitag (7:30 p.m. ET; Sa. 1.30 Uhr MESZ; NHL.TV, Sport1+, DAZN) droht Boston das Momentum endgültig verlorenzugehen, welches in der ersten Playoffrunde noch auf Seiten des Presidents' Trophy-Siegers war.

Eine Bedrohungslage, die auch den Beteiligten selber natürlich nicht vorenthalten geblieben ist, wie Trainer Bruce Cassidy in einer kurzen Pressekonferenz am Donnerstagmittag (Ortszeit) durchblicken ließ. Er betonte jedoch, dass er und seine Spieler die richtigen Schlüsse aus dem Erlebten ziehen wollen. 

Insbesondere mit dem Auftakt in der jüngsten Begegnung sei er gar nicht unzufrieden gewesen, betonte der Coach: "Ich war mit unserem Start in das Spiel gestern ganz zufrieden. Wir hatten mehrere gute Chancen. Dann sind einige Dinge leider nicht zu unseren Gunsten gelaufen und wir waren im Unterzahlspiel einfach nicht gut genug. Nachdem wir 0:2 zurücklagen, haben wir dann nicht gut reagiert, haben zu viele Fehler gemacht."

 

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Auf die Nachfrage, was sein Team denn in Anbetracht von drei Powerplaytreffern der Lightning konkret falsch gemacht hätte, lobte Cassidy zunächst einmal den Gegner: "Tampa Bay hat es über weite Phasen einfach sehr gut gemacht. Das muss ich einräumen. Aber wir hätten auch in Unterzahl vieles deutlich besser machen können. Wir haben sie zum Beispiel häufig zu viel agieren lassen. Wenn sie in Scheibenbesitz waren, haben wir ihnen zu viele Freiheiten eingeräumt. Als der Rückstand dann höher wurde, haben wir zudem sichtbar nachgelassen. Das ist etwas, über das wir in der Analyse sprechen müssen. Unser Unterzahlspiel war die gesamte Saison über sehr gut, auch in den Playoffs gegen Carolina. Ich bin daher zuversichtlich, dass wir in Spiel 4 wieder ein ganz anderes Gesicht zeigen werden."

In Anbetracht des drohenden 1:3-Serienrückstandes gab sich Cassidy demonstrativ gelassen: "Es steht jetzt 1:2. Das ist eine Tatsache. Wir müssen Spiel 4 wieder deutlich besser angehen. Es gibt viele Bereiche an denen es zu arbeiten gilt. Insbesondere natürlich unser Unterzahlspiel muss sich wieder besser zeigen als zuletzt. Grundsätzlich mag ich jedoch unsere Special Teams. Wir haben in diesem Bereich schon viele gute Leistungen gezeigt. Dass es jetzt einmal nicht so recht geklappt hat, das wirft uns nicht um. Die Spieler haben heute extra einmal den Tag frei bekommen. Das wird sicherlich allen guttun. Wir lecken gerade unsere Wunden und werden bereit sein für den nächsten Test. Wir können zurückschlagen und ich hoffe, dass wir das am Freitag auch tun werden."

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