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Analyse: Die erste Saisonhälfte in Zahlen

Das sprechen die Zahlen nach der Hälfte der regulären Saison und die Trends der letzten Jahre

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Samstag ermöglicht Euch nhl.com/de mit dem wöchentlichen Advanced Analytics Feature einen Blick hinter die Zahlen. Von Schüssen über Tore bis hin zu Eiszeit und darüber hinaus möchten wir Euch die statistischen Trends und Themen näherbringen, um Euer NHL-Wissen zu erweitern. In dieser Ausgabe analysieren wir die Halbzeitbilanz in der NHL und blicken auf die Entwicklungen aus den Vorjahren zurück.

Halbzeit in der NHL! Am heutigen Samstag ist die Hälfte der regulären Saison absolviert. Bislang bot die Spielzeit durchaus die eine oder andere Überraschung. Doch die Würfel sind längst nicht gefallen, was ein Blick auf die letzten Jahre zeigt. Eine Analyse der Ist-Situation sowie ein Rückblick auf Senkrechtstarter und Einbrüche.

2017/18: Überraschungen und Enttäuschungen 

Zu den größten positiven Überraschungen in der laufenden Saison zählt neben dem souveränen Spitzenreiter Tampa Bay Lightning (61 Punkte) auch dessen beide Verfolger aus der Western Conference, die Vegas Golden Knights (58) und Winnipeg Jets (55), die vor der Saison wohl niemand so weit oben auf dem Zettel gehabt haben dürfte. Vor allem der neuen Franchise aus Las Vegas hatten viele Experten eine schwere erste Saison prophezeit, doch die Golden Knights verblüffen in jeder Woche aufs Neue und holten nur einen Sieg weniger (28) als die Bolts (29). Tampa Bay (76,2 Prozent, 145 Tore, 3,63 Treffer/Spiel) und Vegas (72,5, 139, 3,48) stellen zudem das beste Powerplay sowie auch die beste Offensive der Liga. Auch in der Defensive sind die Lightning (93 Gegentreffer, 2,33 Gegentore/Spiel) zusammen mit den Los Angeles Kings (93, 2,32) das Maß aller Dinge, wobei L.A. mit starken 87,8 Prozent auch noch das beste Penalty Killing vorweisen kann.

Video: TBL@CBJ: Stamkos nutzt kurze Ecke zum Powerplay-Tor

Auch negative Überraschungen hatte die erste Saisonhälfte zu bieten. Drei der vier Conference-Finalisten aus dem Vorjahr wären aktuell nicht für die Playoffs qualifiziert: Champion Pittsburgh Penguins (45 Punkte) liegt auf Rang neun der Eastern Conference, noch weiter abgeschlagen sind die Ottawa Senators auf Platz 15 (35 Punkte). Im Westen hinken die Anaheim Ducks den Erwartungen hinterher (9., 47 Punkte), einzig die Nashville Predators befinden sich derzeit auf Playoff-Kurs (5., 52 Punkte). 

Enttäuschend ist bislang auch das Abschneiden der Montreal Canadiens (14. Eastern Conference, 38 Punkte), der Edmonton Oilers (13. Western Conference, 39 Punkte) und von NHL-Schlusslicht Arizona Coyotes (25 Punkte). Den schwächsten Sturm stellen bislang die Buffalo Sabres (91 Tore, 2,22 Treffer/Partie), das schlechteste Powerplay die Columbus Blue Jackets (11,4 Prozent), die Schießbude der Liga die New York Islanders (153 Gegentore, 3,64 Gegentreffer/Spiel) und das uneffektivste Unterzahlspiel die Edmonton Oilers (70,5 Prozent). 

2016/17: Predators holen furios auf

Zeit, um sich zurückzulehnen oder gar den Kopf in den Sand zu stecken, haben die 31 NHL Teams allerdings nicht: Es wurde weder etwas gewonnen, noch etwas verloren - das zeigt die Bilanz der letzten Jahre. In der Saison 2016/17 hatten beispielsweise die Nashville Predators zur Halbzeit (Stichtag 5. Januar 2017) gerade einmal 39 Zähler auf dem Konto und belegten Rang 24 in der NHL. In der zweiten Hälfte sammelten die Preds stolze 55 Punkte und qualifizierten sich über den letzten Wild-Card-Platz für die Playoffs.

Video: ANA@NSH, Sp6: Predators gewinnen Campbell Bowl

In der Endrunde drang Smashville dann sogar bis ins Stanley-Cup-Finale vor (2:4 gegen die Pittsburgh Penguins). Auch die Washington Capitals drehten noch einmal auf: Nach Rang sechs (51 Punkte) zur Halbzeit beendeten die Caps die reguläre Saison mit 118 Zählern als Presidents'-Trophy-Gewinner auf Platz eins.

Bei beiden aufgezeigten Beispielen war eine stärkere Offensive ein Grund für die Leistungsexplosion: Washington steigerte sich von 104 Treffern (15.) auf 263 (3.) und verbesserte zudem das Powerplay von 17,2 Prozent (17.) auf 23,1 (4.). Bei Nashville wurden aus 102 Treffern zur Halbzeit (17.) immerhin noch 240 Tore bis zum Ende der regulären Saison (11.).

Genau andersherum erging es etwa den Philadelphia Flyers. Anfang Januar waren die Flyers noch mit 45 Punkten die zehntbeste Mannschaft der Liga, holten dann aber nur noch 43 weitere Zähler, stürzten um zehn Plätze ab und verpassten die Playoffs. Der freie Fall hatte offensive Gründe: Aus 114 Toren (5.) zur Halbzeit wurden es am Ende nur noch deren 212 (21.). Auch das Powerplay litt und fiel von 22 Prozent (6.) Erfolgsquote auf 19,5% (14.).

2015/16: Zwei Spätstarter im Finale

In der Saison 2015/16 gab es gleich mehrere Spätzünder: Die San Jose Sharks kletterten um 14 Tabellenplätze (von 25 auf 11), die Anaheim Ducks (von 20 auf 7), Pittsburgh Penguins (von 17 auf 4) und Philadelphia Flyers (von 27 auf 14) immerhin um 13.

Kurios: Das Stanley-Cup-Finale sollten später auch Sharks und Penguins austragen - Pittsburgh kürte sich schlussendlich zum Meister (4:2). Durchaus ein Indiz dafür, dass sich eine Leistungssteigerung in der zweiten Saisonhälfte auch positiv auf die Endrunde auswirkt.

Einen Einbruch erlitten hingegen die Montreal Canadiens (von 8 auf 22), die New Jersey Devils (von von 12 auf 20) und die Minnesota Wild (von 10 auf 17). Einzig Minnesota schaffte es noch, sich für die Playoffs zu qualifiziere, schied dann aber in der ersten Runde aus (2:4 gegen die Dallas Stars).

Video: PIT@SJS, Gm6: Pens celebrate fourth Stanely Cup title

2014/15: Keine Garantien - Vorsicht vor dem Spannungsabfall

Garantien gibt es aber auch im Eishockey nicht, was wiederum die Spielzeit 2014/15 beweist: Die New York Rangers nahmen nach einer eher mäßigen Saisonhälfte mit 46 Zählern auf Rang 14 so richtig an Fahrt auf, schnappten sich noch 67 weitere und räumten mit 113 Punkten die President's Trophy ab. Trotz der Steigerung um 13 Tabellenplätze schafften es die Broadway Blueshirts aber "nur" bis ins Conference Finale (3:4 gegen die Tampa Bay Lightning). 

Merklich Federn ließen die Toronto Maple Leafs (16 auf 27), die Pittsburgh Penguins (von 7 auf 15) und die San Jose Sharks (von 17 auf 23). Nur die Pens retteten sich gerade noch in die Endrunde, schieden dort aber bereits in der in der ersten Runde aus (1:4 gegen die Rangers).

Einen Spannungsabfall in der zweiten Saisonhälfte - das zeigen die Zahlen - konnte sich in den letzten Jahren bislang keine Mannschaft erlauben, die um den Stanley Cup mitspielen möchte.

Der Weg dorthin hat längst begonnen - richtig steil wird er erst jetzt.

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