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Devils zeigen sich vor Spiel 2 zuversichtlich

New Jersey will die Lehren aus der Auftaktniederlage gegen Tampa ziehen und mutiger agieren

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die New Jersey Devils mussten bei ihrem ersten Auftritt in den Stanley Cup Playoffs seit 2012 bitteres Lehrgeld zahlen, während sich die Tampa Bay Lightning als abgezocktes Team präsentierten und ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Dieses Fazit lässt sich nach dem ersten Duell der beiden Kontrahenten in der Playoff-Auftaktrunde der Eastern Conference ziehen, bei dem die Gastgeber aus Florida am Donnerstag mit 5:2 die Oberhand behielten.

Dennoch rechnet sich die Mannschaft aus Newark vor Spiel 2 der Best-of-Seven-Serie am Samstag (21 Uhr MESZ; NBC, CNBC, SNE, SNO, TVAS2) durchaus Chancen aus, dem scheinbar übermächtigen Gegner ein Bein zu stellen und mit einem Sieg im Gepäck die Heimreise anzutreten.

Der Optimismus der Devils speist sich aus verschiedenen Quellen. Zum einen wissen sie, wie die Lightning zu knacken sind. In der regulären Saison entschied New Jersey alle drei Begegnungen für sich (5:4 n. P, 4:3, 2:1). Zum anderen gab es trotz der Niederlage am Donnerstag einige positive Aspekte, auf denen sich aufbauen lässt.

Dazu zählt vor allem das Comeback nach dem 0:3-Rückstand. Taylor Hall und Travis Zajac brachten die Devils bis auf einen Treffer an die Lightning heran und sorgten so zumindest kurzzeitig für Spannung. Verteidiger Blake Coleman gibt sich daher im Hinblick auf das kommende Match in der Amalie Arena kämpferisch. "Wir werden alles versuchen, um am Samstag zurückzuschlagen. Jeder von uns dürfte das unterschreiben. Ich denke, wir haben eine gute Chance, mit einem 1:1 in der Serie nach Hause zu fahren", sagte er.

Video: NJD@TBL, Sp1: Hall mit Treffer im Playoffdebüt

Sein Teamkollege Zajac sieht es genauso. "Man verliert eine Serie nicht in Spiel 1. Beim nächsten Auftritt gilt es eine passende Antwort zu geben", hob er hervor.

Als Blaupause für ein erfolgreicheres Abschneiden in Spiel 2 dient Devils-Coach John Hynes zufolge die Darbietung seiner Schützlinge im mittleren und letzten Abschnitt. "Am Anfang waren wir unsicher und nervös. Im zweiten Drittel haben wir mehr und mehr unseren Rhythmus gefunden. In den letzten 30 Minuten sind wir so aufgetreten, wie mir das vorschwebt", analysierte der Trainer.

Angreifer Hall mahnte an, den Slot besser zu verteidigen. "Wir müssen diesen Bereich in den kommenden Spielen unbedingt sauber halten und nicht wieder so viele Chancen zulassen", betonte er.

Wenn die Devils das zweite Aufeinandertreffen für sich entscheiden wollen, müssen sie zudem gleich von Beginn an mutig auftreten. In der Hauptrunde war das der Schlüssel zum Erfolg gegen die Lightning. Bei ihren drei Siegen gingen die Devils jeweils mit 1:0 in Führung. Das ihnen diesmal am Anfang ein wenig das Selbstvertrauen fehlte, dürfte den besonderen Umständen geschuldet gewesen sein. Elf Devils-Spieler schnupperten am Donnerstag erstmals Playoff-Luft. Und die ist nun einmal wesentlich rauer als in der regulären Saison.

Das bekam auch Nico Hischier zu spüren. Der Nummer-1-Draftpick von 2017 gehörte ebenso zu den Playoff-Debütanten wie Hall, Torhüter Keith Kinkaid, Will Butcher, Blake Coleman, Stefan Noesen, Mirco Mueller, Pavel Zacha, Brian Gibbons, John Moore und Miles Wood.

 

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Hischier, der die Hauptrunde mit 52 Punkten als zweitbester Scorer seines Teams abschloss, hatte während der 60 Minuten lediglich eine gute Torchance. Die vereitelte Tampas Schlussmann Andrei Vasilevskiy mit einer Glanzparade. Ohne Zähler blieben zudem Hischiers Schweizer Landsmann Müller und der Österreicher Michael Grabner. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Hischier wertvolle Erfahrungen in den 60 Minuten gesammelt hat und sich im weiteren Verlauf der Playoffs steigert.

Eitel Sonnenschein herrscht derweil im Lager der Lightning. Hauptgrund für die allgemeine Zufriedenheit: Die Tiefe des Kaders erwies sich zum Playoff-Start als verlässliche Größe. Denn gegen die Devils war es gerade nicht die Paradereihe mit Steven Stamkos, Nikita Kucherov und J.T. Miller, die der Offensive ihren Stempel aufdrückte, sondern die Angreifer der zweiten und dritten Formation. Dass in entscheidenden Momenten jederzeit andere Spieler für die Stars in die Bresche springen, zeichnet Spitzenmannschaften und potenzielle Titelkandidaten wie die Lightning aus.

Video: NJD@TBL, Sp1: Johnson verwertet Palats tollen Pass

Beim 5:2-Sieg verbuchte die zweite Angriffsreihe Ondrej Palat, Brayden Point und Tyler Johnson zusammen sechs Punkte. Hinzu kamen insgesamt drei Zähler von Alex Killorn und Yanni Gourde aus dem dritten Sturm. Kucherov rettete die Ehre der Top-Reihe mit einem Empty-Net-Goal kurz vor Schluss.

Johnson, Torschütze zum 2:0, fasste das Erfolgsrezept seines Teams wie folgt zusammen: "Wir haben versucht, den Puck aus der eigenen Zone herauszuhalten und vorne die nötigen Tore zu schießen. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Spielzüge zu machen, sondern die richtigen. Das ist vielleicht nicht immer das ansehnlichste Hockey. Aber es führt zum Ziel."

 

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Lightning-Coach Jon Cooper hat nach der gezeigten Leistung keinen Grund zu Umstellungen im Team oder Änderungen an der Taktik. Ein wenig Diskussionsstoff bei der Vorbereitung auf Spiel 2 dürfte allenfalls der zwischenzeitliche Durchhänger Mitte der Partie liefern, als sich ein paar Ungenauigkeiten und Abspielfehler einschlichen. Einer davon führte zum Gegentor durch Hall. Doch die Mannen um Kapitän Stamkos fingen sich rechtzeitig wieder und sorgten für das wichtige 1:0 in der Serie.

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