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Deutschsprachige Talente wollen einen Stammplatz

Zwei Wochen vor den ersten Vorbereitungsspielen, bemühen sich viele Spieler noch um einen Platz im Kader

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Während die Teams der Deutschen Eishockey Liga bereits seit Wochen in Vorbereitungsspielen über das Eis flitzen, steht die NHL zwei Wochen vor dem Beginn der Preseason, 14 Tage dauert es noch, bis es auch in der besten Liga der Welt heißt: Endlich wieder Eishockey! Bereits jetzt versuchen junge Talente und Wackelkandidaten sich für einen Platz im Kader der 31 Teams zu empfehlen. Auch einige deutschsprachige Spieler versuchen noch, zum Saisonstart einen Platz in den Reihen ihrer Clubs zu ergattern.

Unter den deutschen Kufencracks ist da zum Beispiel Frederik Tiffels zu nennen. Der 22-jährige Kölner und enge Freund von Leon Draisaitl ist eines der Toptalente aus dem deutschen Nachwuchs. In den vergangenen Jahren stürmte er für die Western Michigan University und machte jüngst vor allem bei der WM 2017 auf sich aufmerksam, wo er die Scouts in den Reihen der deutschen Nationalmannschaft beeindruckte. Sein Einsatz bei den Pittsburgh Penguins ist allerdings fraglich. Schließlich hat der Titelverteidiger aus Pennsylvania besonders in der Offensive einen starken Kader.

Auch sein Landshuter Teamkollege Tom Kuhnhackl, der bereits die letzten beiden Stanley Cup Siege mit dem Team feierte, wird es nicht leicht haben, sich einen Stammplatz zu erspielen. Der eher defensiv ausgerichtete Stürmer ist ein harter Arbeiter, der eher die Aufgabe hat, den Gegner zu zermürben und vom eigenen Tor fernzuhalten. Bisher bestritt er nie mehr als 57 Einsätze in einer Saison für die Penguins.

Bei den Anaheim Ducks wird es auch Korbinian Holzer schwer haben, einen der begehrten Plätze im Kader zu bekommen. Letzte Saison machte er 32 Spiele für die Kalifornier und im Sommer kursierten sogar Gerüchte, er könnte in die DEL wechseln.

Auf der Torhüterposition haben die Ducks Reto Berra aus der Schweiz zurückbeordert, doch der 30-jährige Keeper aus Bulach wird es schwer haben zu Einsätzen zu kommen, muss er sich doch gegen John Gibson und Ryan Miller durchsetzen.

Bei den Nashville Predators stehen die Chancen gut, dass drei Eidgenossen im Stammaufgebot stehen werden. Roman Josi ist ohnehin einer der Stars des Teams und ist gesetzt. Sein Abwehrkollege Yannick Weber hat bei den Predators zwar starke Konkurrenz, doch nach 73 Spielen in der vergangenen Saison, dürfte er sich einen Platz im dritten Abwehrpaar sichern.

Video: CHI@NSH, Sp3: Fiala bezwingt Crawford in der Overtime

Beim einzigen Schweizer Stürmer im Team, Kevin Fiala, wird es vor allem auf seine Genesung ankommen. Der 21-jährige Außenstürmer spielte eine ordentliche Saison und konnte auch in den Playoffs überzeugen, zog sich in der fünften Playoffpartie dann aber einen Oberschenkelbruch zu. Wenn er zum Saisonbeginn wieder fit ist, dürfte er das Alpentrio von Tennessee komplettieren.

Die deutschen Leon Gawanke (Winnipeg Jets) und Markus Eisenschmid (Montreal Canadiens) würden eher für eine Überraschung sorgen, sollten sie sich für den Kader ihrer Teams qualifizieren, hoffen aber zumindest darauf, eventuell zu vereinzelten Einsätzen zu kommen.

Aus dem Schweizer Lager gäbe es noch einige Talente zu nennen. Die Eidgenossen haben in den letzten zwei Jahrzehnten hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet, was sich seit einigen Jahren auch in der NHL deutlich zeigt. 13 Feldspieler und ein Torwart kamen vergangene Saison zu Einsätzen in der Liga. Aussichtsreiche Kandidaten für einen Stammplatz sind dabei vor allem Mirco Mueller (New Jersey Devils), Timo Meier (San Jose Sharks), Denis Malgin (Florida Panthers) und Sven Andrighetto (Colorado Avalanche).

Video: Offseason: Malgin

Mueller dürfte von seinem Transfer zu den New Jersey Devil profitieren, wo die Konkurrenz doch spürbar geringer ist, als zuletzt bei den Sharks und kann sich mit etwas Glück und guten Leistungen gemeinsam mit Landsmann Nico Hischier auf Einsätze freuen.

Für Meier könnte sich der Abgang von Patrick Marleau positiv auswirken, damit wird im Kader der Sharks ein weiterer Platz in der Offensive frei. Er bestritt letzte Saison bereits 34 Spiele für die Sharks und erzielte dabei drei Tore und drei Assists.

Malgin startete vergangene Saison furios mit vier Toren und sieben Punkten in den ersten neun Spielen, konnte seine Leistungen über die Saison hinweg jedoch nicht aufrecht erhalten. Am Ende verbuchte er sechs Tore und vier Vorlagen in 47 Spielen für sich. Mit mehr Konstanz könnte er diese Saison die vollen 82 Spiele bestreiten und von sich reden machen.

Andrighetto tat der Wechsel von den Montreal Canadiens zu den Colorado Avalanche sichtlich gut. In 19 Spielen erzielte er für die Avalanche 5 Tore und 16 Punkte. Bei einem der schlechtesten Teams der vergangenen Saison, dürfte Andrighetto nicht nur erstmals als Stammspieler auflaufen, nach seinen Leistungen am Ende der letzten Saison, nach seinem Transfer im März, ist damit zu rechnen, dass er in Denver eine große Rolle im Team bekommt.

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