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Deutschsprachige Spieler, die von Free Agent Zeit profitierten

von Stefan Herget / NHL.com

Der 1. Juli ist ein magisches Datum für alle Beteiligten der NHL und das in jedem Jahr. Die Vertragslaufzeiten enden am 30. Juni und zahlreiche Spieler sind am Tag darauf auf der Suche nach einem neuen Team.

Wir blicken zurück in die Vergangenheit und schauen auf die spektakulärsten Geschichten der Spieler aus dem deutschsprachigen Raum rund um die Free Agent Zeit, wie die Tage des Monats Juli und danach genannt werden.

Thomas Vanek

Der Österreicher ist auch in diesem Jahr auf der Suche nach einem neuen Club, nachdem die Minnesota Wild sich aus dem noch laufenden Vertrag herausgekauft hatten. Seine interessanteste Vertragsverlängerung liegt allerdings mittlerweile neun Jahre zurück.

Im Juli 2007 wurde Vanek ein Restricted Free Agent der Buffalo Sabres und erhielt ein Angebot von den Edmonton Oilers, die ihm 50 Millionen US-Dollar für sieben Jahre boten. Buffalo ließ ihn aber nicht ziehen und konterte das Angebot der Oilers gemäß den Bestimmungen. Vanek musste bleiben, erhielt aber als Trostpflaster den Vertrag von den Sabres zu den gleichen Konditionen des Angebotes, der ihn zu diesem Zeitpunkt zu einem der bestverdienenden Eishockeyspieler der Welt machte.

Sieben Jahre später, also vor drei Jahren, schlug Vanek alle Angebote seiner bisherigen Teams Montreal Canadiens und New York Islanders aus und unterschrieb einen Drei- Jahres-Vertrag bei den Wild, weil diese Gegend seit seiner Zeit, als er nach Nordamerika kam, zu seiner zweiten Heimat wurde. Seine Frau stammte auch aus der Gegend. Allerdings ging die Rechnung aus sportlichen Gründen nicht auf und Minnesota zog jetzt die Konsequenz.



Christian Ehrhoff

Ehrhoffs größter sportlicher Erfolg im Jahr 2011 war zugleich die größte Enttäuschung. Er verlor das Stanley Cup Finale mit den Vancouver Canucks gegen die Boston Bruins nach sieben Spielen. Danach lief sein Vertrag aus seiner Zeit bei den San Jose Sharks, die ihn später nach Vancouver getradet hatten, aus.

Die Canucks konnten sich mit Ehrhoff nicht auf ein neues Arbeitspapier einigen und gaben seine Rechte am 28. Juni 2011 an die New York Islanders ab. Wieder kam es zu keinem Abschluss und so gingen die Rechte einen Tag später an die Sabres. Dort unterschrieb Ehrhoff schließlich für zehn Jahre und insgesamt 40 Millionen US-Dollar Verdienst, die über die Laufzeit gestaffelt wurden. Da der deutsche Verteidiger in den ersten beiden Jahren je neun Millionen erhalten sollte, wurde er zum teuersten Verteidiger der NHL.

Außer des finanziellen Aspektes wurde Ehrhoff mit dem Vertrag aber nicht glücklich, denn die Sabres ließen zunehmend ihre Wettbewerbsfähigkeit vermissen und so war er froh, dass er 2014 aus seinem Vertrag herausgekauft wurde.

Dennis Seidenberg

Der deutsche Verteidiger brauchte 2009 viel Geduld, ehe er am 14. September 2009 einen Einjahresvertrag über 2,25 Millionen US-Dollar bei den Florida Panthers unterschreiben konnte. Dieser war Grundlage, dass Seidenberg am 3. März 2010 nach Boston transferiert wurde und sich zunehmend zu einem Leistungsträger etablierte. Am Saisonende verlängerte er bei den Bruins um drei Jahre und gewann schließlich 2011 als zweiter Deutscher nach Uwe Krupp den Stanley Cup. Dort spielte er zumeist neben dem Slowaken Zdeno Chara in einem Verteidigungspaar und nicht wenige sahen in ihm einen wichtigen Leistungsträger für den Erfolg.

2014 konnte Seidenberg nochmals einen Vertrag über drei Jahre Laufzeit unterschreiben, doch Verletzungen ließen seine Leistungen zuletzt stagnieren, so dass sich Boston am heutigen Tag entschied, den Vertrag durch Zahlung einer Summe aufzulösen. Seidenberg ist somit ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Tätigkeitsbereich.



Jonas Hiller

Hiller war seit 2008 fester Bestandteil der Anaheim Ducks. Doch was sich bereits in der Saison 2012/13 durch starke Leistungen seines Backups Viktor Fasth andeutete, wurde in der darauf folgenden Realität. Die Ducks entschieden sich den Vertrag mit dem Schweizer Torhüter nicht mehr zu verlängern und entließen ihn in die Free Agency.

Dort dauerte es nicht lange und Hiller unterschrieb für zwei Jahre bei den Calgary Flames, mit denen er im ersten Jahr völlig überraschend den Einzug in die Playoffs und in die zweite Runde schaffte. In der Saison 2015/2016 konnte Hiller jedoch nicht mehr überzeugen und kam nur noch zu 26 Einsätzen, in denen er eine Fangquote von 87,9 % erreichte.

Hiller zog die Konsequenz, dass ihm kein neuer Vertrag angeboten wurde und kehrte in die Schweiz zum EHC Biel zurück, wo er nun drei Jahre gebunden ist.

Thomas Greiss

Es schien schon so, als würde Greiss als ewiger Backup in die Geschichte der NHL eingehen. Bei den Phoenix Coyotes in der Saison 2013/14 als Ersatztorwart hinter Mike Smith, dann bei den Pittsburgh Penguins hinter Marc-Andre Fleury. Beide Male hatte der deutsche Torhüter als Free Agent Ein-Jahres-Verträge abgeschlossen.

Im Juli 2015 dann das Angebot der New York Islanders, die zwei Jahre mit ihm eingingen und einen Volltreffer landeten. Weil die Nummer 1 mit mehreren Verletzungen außer Gefecht war, u. a. in den Playoffs, avancierte Greiss zum Leistungsträger.

Es bleibt spannend zu sehen, wie die Islanders in Zukunft mit der Situation verfahren werden.

Mark Streit

Verteidiger Streit ist ein Spätzünder, der erst mit 26 Jahren in die NHL kam. Die Montreal Canadiens waren seine erste Station. Der Vertrag des Schweizers lief nach der Saison 2007/08 aus, in der er in 81 Spielen 62 Punkte sammelte.

Streit nutzte seine guten Zahlen und unterschrieb im Juli 2008 einen mit 20,5 Millionen US-Dollar dotierten Vertrag über fünf Jahre bei den Islanders. Während der Laufzeit wurde der Berner sogar zum Kapitän der Mannschaft befördert, was für einen Europäer, erst recht für einen Schweizer, eine große Ehre war.

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