Skip to main content

Deutschland verpasst Aufstieg knapp

U20-WM - Division I, Gruppe A: Niederlage gegen Österreich wird DEB-Nachwuchs zum Verhängnis

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die deutschen U20-Junioren haben bei der Weltmeisterschaft den Aufstieg in die Top-Division knapp verpasst. Beim Turnier der Division I, Gruppe A vom 11. bis 17. Dezember in Bremerhaven belegten sie hinter Aufsteiger Weißrussland den zweiten Platz. Ausgerechnet eine Niederlage im Duell gegen den Nachbarrivalen Österreich kostete den Deutschen die entscheidenden Punkte. Die Österreicher kamen auf den fünften und damit vorletzten Rang. In die Division I, Gruppe B absteigen muss das Team aus Norwegen.

Im letzten Gruppenspiel am Samstag siegten die Deutschen mit 6:4 gegen Frankreich und holten sich damit die Silbermedaille. Zuvor hatte Kasachstan im direkten Abstiegsduell gegen Norwegen gewonnen und sich dadurch den Klassenerhalt gesichert. Weißrussland bezwang Österreich und machte damit den direkten Wiederaufstieg in die Top-Division perfekt.

Bundesnachwuchstrainer Christian Künast war zufrieden mit dem Auftreten seiner Schützlinge "Wir haben im Großen und Ganzen ein gutes Turnier gezeigt. Am Ende hat es wegen der einen Niederlage leider nicht ganz gereicht. Das macht deutlich, wie schwer es ist, in einem so engen Teilnehmerfeld wieder in die Top-Division zu kommen", resümierte er.

Dem deutschen Nachwuchs gelang ein Turnierauftakt nach Maß. Im ersten Match gab es ein 5:3 gegen die Auswahl aus Kasachstan. Allerdings musste die deutsche Nationalmannschaft ein hartes Stück Arbeit verrichten, um die drei Punkte einzufahren. "Es war das erwartet schwere Spiel. Kasachstan ist ein unangenehmer Gegner. Zudem haben wir es uns durch die Strafen selbst schwer gemacht", sagte Teamchef Künast sichtlich erleichtert. Lokalmatador Christoph Körner von den Fishtown Penguins lobte das Publikum in Bremerhaven. "Ein großer Dank an die Fans. Sie haben uns super unterstützt", meinte er.

Am zweiten Spieltag folgte die Ernüchterung. Trotz einer engagierten Leistung unterlag die deutsche Mannschaft dem ewigen Rivalen aus Österreich mit 0:3. Die über 1700 Zuschauer sahen eine bis zur letzten Minute kämpfende deutsche U20, die sich auch einige gute Möglichkeiten in der Offensive erarbeitete. Der Puck wollte jedoch einfach nicht ins Tor der Österreicher. Entsprechend groß war die Enttäuschung im deutschen Lager.

Coach Künast erwies sich jedoch als fairer Verlierer. "Meine Jungs haben bis zum Schluss alles gegeben. Aber Österreich war heute einfach besser und hat deshalb verdient gewonnen", sagte er. Kapitän Simon Schütz vom ERC Ingolstadt stellte in seinem Statement nach dem Derby die Defensivqualitäten des Gegners heraus. "Wir wollten unbedingt gewinnen. Österreich stand hinten aber sehr sicher. Wir haben einfach keinen Weg gefunden, ihr Abwehrbollwerk zu überwinden", erklärte der deutsche Verteidiger.

In der folgenden Partie gegen Weißrussland zeigten sich die Deutschen von der Derby-Pleite gut erholt. Sie zwangen den Favoriten mit 4:3 nach Penalty schießen in die Knie. Überragender Spieler auf Seiten der Deutschen war Tobias Eder vom EHC Red Bull München mit drei Punkten. Obwohl die deutsche Mannschaft mit einem Mann weniger in die Verlängerung startete, hielt sie dem Ansturm Weißrusslands stand. Im Penaltyschießen trafen sowohl Jakob Mayenschein (EC Red Bull Salzburg) als auch Valentin Kopp (EV Landshut), während Goalie Mirko Pantkowski (Adler Mannheim) seinen Kasten sauber halten konnte.

"Die Jungs haben gut gearbeitet. Es war wichtig für sie zu sehen, dass sie auf diesem Niveau spielen können. Sie haben hervorragend gekämpft und dabei Leidenschaft, Stolz und Willen gezeigt", äußerte sich Trainer Künast im Anschluss.

Im vorletzten Spiel tat sich die deutsche U20 gegen Norwegen lange Zeit schwer. Doch nach zwölf Minuten im letzten Drittel erlöste Körner die Mannschaft mit dem Führungstreffer. Yannick Drews (EV Regensburg) besorgte eine Sekunde vor dem Ende mit einem Empty-Net-Goal den 2:0-Endstand.

Vor dem letzten Spieltag waren die Chancen der Deutschen auf den Aufstieg nur mehr theoretischer Natur. Selbst ein Sieg gegen Frankreich hätte nur dann gereicht, wenn Weißrussland gegen Österreich verloren hätte. Doch die Weißrussen gaben sich wie erwartet keine Blöße mehr.

Die Junioren aus Österreich waren mit zwei Siegen und sechs Punkten optimal ins Turnier gestartet. Vor dem Erfolg gegen Deutschland hatten sie am ersten Spieltag bereits gegen Norwegen mit 6:3 gewonnen. Für einen vorderen Platz in der Endabrechnung reichte es aber nicht, weil den Österreichern im weiteren Verlauf die Luft ausging. In den letzten drei Begegnungen verloren sie gegen Kasachstan (3:6), Frankreich (3:4) und Weißrussland (0:4). So musste sich der Nachwuchs aus Österreich mit dem vorletzten Platz begnügen. Der Klassenerhalt geriet nach dem Sechs-Punkte-Auftakt jedoch zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Top-Scorer des Turniers in Bremerhaven war Gabin Ville vom Drittplatzierten Frankreich mit 12 Punkten (4 Tore/8 Vorlagen). Zweiter wurde sein Landsmann Bastien Maia. Er hatte ebenso zehn Zähler (5/5) auf dem Konto wie der Dritte Ruslan Vasilchuk (4/6) aus Weißrussland. Als bester Deutscher in der Scorer-Wertung kam Jakob Mayenschein mit sechs Punkten (3/3) auf Platz sechs. Christof Wappis landete als erfolgreichster Scorer der österreichischen U20 mit fünf Punkten (2/3) auf Rang zehn. Bester Torhüter des Turniers war der Norweger Jens Kristian Lillegrend. Seine Save-Quote betrug 89,93 Prozent.

Mehr anzeigen