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Deutschland und Schweiz sind dabei

von Bernd Roesch / NHL.com

Es ist schon Tradition, dass über Weihnachten und Neujahr die besten Nachwuchsspieler der Welt bei der IIHF Junioren Eishockeyweltmeisterschaft aufeinandertreffen.

In diesem Jahr findet das Turnier in den kanadischen Eishockeyhochburgen Toronto und Montreal statt.

Der Internationale Eishockeyverband hätte sich keine besseren Austragungsorte und keine besseren Spielstätten, wie das Air Canada Center und das Bell Centre aussuchen können.

Für die Junioren der zehn teilnehmenden Nationen wird es ein unvergessliches Erlebnis werden. Wo sonst stünden sie so im Rampenlicht, wo sonst wäre das Interesse von Medien und Publikum an diesem Turnier so groß, wie im Mutterland des Eishockeys?

Ausverkaufte Arenen werden erwartet, Partien werden live im Fernsehen übertragen und eine Menge an Pressevertretern wird sich um die Nachwuchscracks des Jahrgangs 1995 und jünger, mit der Bitte um Interviews, scharen.

Die am 26.12. beginnende Vorrunde wird in zwei Gruppen mit jeweils fünf Mannschaften im Modus Jeder-gegen-Jeden ausgetragen.

Die Plätze 1-4 einer jeden Gruppe ziehen in das Viertelfinale ein, die Gruppenletzten bestreiten im Modus Best-of-three eine Relegationsrunde um den Abstieg in die Division I.

Erfreulicherweise sind auch zwei mitteleuropäische Teams, die deutsche und die Schweizer Juniorenauswahl, mit von der Partie.

Mit gleichen Ambitionen, nämlich jedes Spiel zu gewinnen, aber mit unterschiedlichen Aussichten starten sie in das Turnier.

Das Schweizer Team

Seit 1996 ist die Nachwuchsmannschaft der Eidgenossen eine feste Größe bei der jährlich ausgetragenen Junioren-WM. Nur einmal, im Jahre 2008, konnten sie als neuntplatzierte den bitteren Abstieg nicht verhindern, stiegen aber 2009 umgehend wieder auf.

Ihre besten Ergebnisse waren 2002 und 2013 zwei vierte Plätze sowie 1998 als Dritter der Gewinn der Bronzemedaille. Beim vergangenen Turnier in Malmö konnten sie in der Vorrunde die großen Eishockeynationen zwar ärgern, u.a. unterlagen sie in der Vorrunde dem späteren Weltmeister aus Finnland erst nach Penaltyschießen mit 2-3, aber am Ende reichte es für die Schweizer nur zu einem achten Rang, nachdem sie im Viertelfinale gegen Kanada 1-4 verloren hatten.

Den Schweizern ist in diesem Jahr durchaus eine positive Überraschung zuzutrauen.

In der Vorrunde treffen sie auf Tschechien (27.12.), Russland (28.12.), Dänemark (30.12.) und am Silvestertag auf Schweden (31.12.).

Chefcoach John Fust steht eine schlagkräftige Truppe zur Verfügung, die auch schon auf internationalem Eis Erfahrung sammeln konnte. Acht Spieler spielen bereits in Nordamerika in einer der kanadischen Nachwuchsligen (OHL, WHL oder QMJHL).

Darunter ist auch Timo Meier von den Halifax Moosehead, der mit 46 Scorerpunkten in 33 Partien nach dem Dänen Nikolaj Ehlers der zweitbeste Scorer der Mooseheads ist.

Die Stars des Teams sind Kevin Fiala und selbstverständlich Mirco Mueller.

Erstgenannter wurde im Sommer dieses Jahres beim NHL Draft von den Nashville Predators in der ersten Runde an elfter Stelle gezogen. Aktuell stürmt der 18-jährige Flügelflitzer für HV71 Jonkoping in der schwedischen SHL und konnte in 20 Saisonpartien schon 14 Scorerpunkte (5 Tore, 9 Assists) sammeln.

Hocherfreut dürfte Fust auch sein, dass in der vergangenen Woche Mirco Mueller die Freigabe für die Junioren WM von den San Jose Sharks erhielt.

Der 19-jährige Verteidiger stand in dieser Saison schon 24 Mal im Kader der Sharks und dürfte bei seiner dritten WM-Teilnahme zu den Top-Bluelinern des Turniers zählen.

Den Schweizern ist es durchaus zuzutrauen, dass sie die Vorrunde auf einen der ersten drei Plätze abschließen werden und es damit vermeiden können auf die favorisierten Gastgeber aus Kanada bereits im Viertelfinale zu treffen.

Die deutsche Mannschaft

Unter einem neuen Trainer, Nationalcoach Pat Cortina übernahm im Sommer dieses Jahres auch die Verantwortung für das Junioren-Team, wird die DEB-Auswahl erneut versuchen die Klasse zu halten.

Nach ihrem Aufstieg im Jahr 2012 nehmen sie zum dritten Mal in Folge am Turnier der weltbesten Nachwuchsmannschaften teil.

In den zehn Jahren zuvor folgte dem Aufstieg aus der Division I postwendend wieder der Abstieg. Die beste Platzierung der deutschen Junioren liegt schon eine geraume Zeit zurück: 1981 konnten sie bei der Junioren-WM den fünften Rang belegen.

In den Jahren danach folgten neun siebte, drei achte, sieben neunte und zwei zehnte Plätze.

2014 kam das Team zu einem 3-0 Achtungserfolg über Tschechien, belegte in der Endabrechnung nach der Vorrunde jedoch nur den vierten Platz, punktgleich mit den Slowaken, denen sie zuvor 2-9 unterlegen gewesen waren.

Durch 2-1 Siege in der Relegation gegen Norwegen verhinderte das Team den Abstieg.

Mit 27 Spielern im vorläufigen Kader hat Cortina die Reise nach Kanada angetreten.

In Kingston, Ontario bereitet sich die Mannschaft auf das Turnier vor.

Bis zum WM-Beginn wird der Kader noch auf 20 Spieler und drei Torhüter reduziert.

Mit von der Partie sind noch elf Spieler vom letzten Jahr - jedoch nicht Leon Draisaitl, der bedauerlicherweise von den Edmonton Oilers keine Freigabe erhalten hat.

Mit Fabio Wagner, Marc Schmidtpeter, Dominik Kahun und Jonas Mueller sind vier Spieler dabei, die auch schon in der DEL Erfahrung sammeln konnten. Markus Eisenschmid bestritt in dieser Saison 16 Partien bei den Medicine Hat Tigers in der WHL und brachte es dabei auf sieben Tore und elf Assists. Torwart Kevin Reich (Green Bay, USHL), die Verteidiger David Trinkberger (Muskegon, USHL) und Yannik Moeser (Ohio State University) sowie die Stürmer Parker Tuomie (Sioux Falls), Marc Michaelis (Green Bay), Nico Sturm (Austin, NAHL), Denis Shevyrin (Minnesota, NAHL) und Frederik Tiffels (Western Michigan University) spielen Junioren oder College Eishockey in den USA.

Die deutschen Gegner in der Vorrunde werden die Auswahlmannschaften aus Kanada (27.12.), den USA (28.12.), der Slowakei (30.12.) und die des Titelverteidigers Finnland (31.12.) sein.

In dieser extrem schweren Gruppe wäre für die deutschen Junioren bereits ein vierter Platz eine Riesensensation.

Sollte es damit nichts werden, dann dürfte es für sie in der Relegation, vermutlich gegen Dänemark, um Alles oder Nichts gehen.

Auf jeden Fall können wir uns auf eine tolle Junioren Weltmeisterschaft mit aufstrebenden Eishockeystars freuen, deren Namen wir in den nächsten Jahren sicherlich in einer der Topligen Europas oder sogar in der NHL wiederfinden werden.

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