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Deutsche Wurzeln im Stanley-Cup-Finale 2019

Blues-Stürmer Jaden Schwartz hat deutsche Vorfahren - sein Bruder Rylan spielt in der DEL

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Mit Tom Kühnhackl (2016 und 2017 mit den Pittsburgh Penguins) und Philipp Grubauer (2018 mit den Washington Capitals) stand dreimal in Folge ein Deutscher im Stanley-Cup-Finale. 2019 wurde diese Serie unterbrochen - weder die Boston Bruins noch die St. Louis Blues haben einen Deutschen in ihrem Aufgebot. Zumindest deutsche Wurzeln hat Jaden Schwartz, dessen älterer Bruder Rylan sowohl über einen deutschen Pass verfügt als auch in der Deutschen Eishockey-Liga DEL sein Geld verdient. NHL.com/de traf die Schwartz-Brüder in Boston und St. Louis.

"Unsere Wurzeln liegen ein bisschen in Deutschland, Russland und der Ukraine", berichtet Jaden Schwartz. Rylan ging in seiner Ahnen-Analyse noch ein wenig tiefer: "Meine Ur-Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits kommen beide aus Deutschland. Vor dem Krieg sind sie nach Kanada ausgewandert und haben in Saskatchewan eine neue Heimat gefunden. Wir haben noch Freunde und Familie in Deutschland, die in meinen ersten Jahren dort auf mich aufgepasst haben."

 

[Hier findest du alles über die BOS-STL Serie]

 

Keine Party, sondern Arbeit

Rylan ist seit drei Jahren in Deutschland. 2016 wechselte er zu den Heilbronner Falken in die DEL2, danach folgten zwei Jahre in Bremerhaven bei den Fischtown Pinguins in der DEL. In dieser Zeit erhielt der Kanadier auch einen deutschen Pass. Ab Juli wird der 29-Jährige ein neues Abenteuer in Nürnberg starten: Bei den Thomas Sabo Ice Tigers unterschrieb der Stürmer einen Jahresvertrag. Rylans Lederhose, die er sich schon zu seiner Zeit in Heilbronn zugelegt hatte, dürfte dann wieder häufiger zum Einsatz kommen. "Er mag es in Deutschland", sagte Jaden über seinen älteren Bruder. "Ich selbst war noch nie in da, habe aber auch ein paar Kumpels, die dort spielen. Sie lieben es, dort zu sein. Rylan hatte nur gute Dinge zu berichten." Dieser spricht von "einer echt tollen Zeit" in Deutschland und hebt "die schönen Städte, die Atmosphäre und die Fans" hervor.  

Nachdem Rylans Saison schon Mitte März mit dem Aus in der 1. Playoff-Runde beendet war, flog er zurück nach Nordamerika, um seinen kleinen Bruder zu unterstützen. Bei fünf Heimspielen der Blues war er live vor Ort, die Auswärtsspiele verfolgte er gespannt vor dem Fernseher. "Es ist ziemlich spannend zu sehen, dass mein Bruder so weit gekommen ist. Es sind viele Freunde und Familie in der Stadt. Alles ist sehr aufregend", so Rylan, der im Unterrang mit seinem kleinen Bruder mitfieberte. "Ich bin eigentlich ziemlich ruhig auf der Tribüne. Natürlich bin ich wegen ihm auch ein bisschen nervös, denn ich weiß, was er durchstehen musste, um hierher zu kommen. Für ihn ist das hier keine Party, sondern seine Arbeit."

Gemeinsam in den Juniors und im College

Rylan konnte den Weg seines Bruders in die NHL ein Stück weit miterleben. In den Juniors in Notre Dame sowie im College in Colorado spielten die Schwartz-Brüder in derselben Mannschaft. "Das hat viel Spaß gemacht, mit meinem Bruder zu spielen und auch für die Familie war es etwas Besonderes", blickt Jaden zurück. "Wir sind zusammen aufgewachsen, haben in denselben Teams gespielt. Wir hatten ähnliche Statistiken, aber am Ende hat er noch einmal angezogen."

Während der im Jahr 2010 in der 1. Runde an insgesamt 14. Stelle von den Blues gedraftete Jaden in der Saison 2011/12 sein NHL-Debüt feierte und sich fortan als Schlüsselspieler in St. Louis etablierte, spielte der ungedraftete Rylan in der AHL für die Worcester Sharks und Toronto Marlies, ehe er dem Ruf nach Deutschland folgte. "Der deutsche Hintergrund hat geholfen", so Rylan. "Schon im College hat mir mein Trainer prophezeit, dass ich mal in Europa landen würde."

Rylan: "Ich bin stolz auf Jaden"

Video: STL@SJS, Sp5: Schwartz liefert Hattrick in Spiel 5

Nun drückt Rylan seinem Bruder im Stanley-Cup-Finale die Daumen. Mit zwölf Toren und 18 Scorerpunkten ist der 26-Jährige sowohl Top-Torjäger als auch Top-Scorer der Blues in den Playoffs 2019. "Ihn machen sein Kämpferherz und seine Entschlossenheit aus. Das macht ihn besonders. Er geht in die Ecken, ist schwer zu checken, bringt die Scheiben aufs Tor und ist ein cleverer Spieler", charakterisiert Rylan seinen kleinen Bruder und schiebt hinterher: "Ich bin stolz auf ihn!"

 

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