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Draisaitl, Grubauer und Kahun privat

Torwart Patrick Ehelechner zeigt die deutschen NHL-Stars von einer anderen Seite

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Freier Autor

Jeder Eishockey-Fan kennt die deutschen NHL-Stars wie Leon Draisaitl, Philipp Grubauer, Dominik Kahun oder Tom Kühnhackl in ihrer Ausrüstung und Trikots - vielleicht sogar noch von Bildern in der Kabine. Doch wie sind Jungs privat? Das herauszufinden ist die Mission von Patrick Ehelechner. Der ehemalige DEL-Torwart ist mit seinem Format "Kühlbox LIVE" unterwegs in Nordamerika und schaute beim NHL-Top-Scorer sogar in den Kühlschrank.

Deutsche NHL-Stars privat

"Wir haben uns überlegt: Wie können wir die deutschen NHL-Spieler ein bisschen mehr pushen und ihren Bekanntheitsgrad in der Heimat steigern? Meiner Meinung nach sind sie viel zu unterschätzt: Wir haben den derzeit besten Spieler der Welt in Edmonton spielen, es ist ein Deutscher, ein Kölner. Die Aufmerksamkeit in Deutschland sollte größer sein, deshalb wollen wir den Eishockey-Fans in Deutschland die deutschen NHL-Stars näherbringen", erklärt Ehelechner die Idee hinter seiner Nordamerika-Reise.

Beim Format "Kühlbox LIVE", das in Echtzeit in den sozialen Medien auf Facebook übertragen wird, begleitet Ehelechner die NHL-Stars nicht im gewohnten Umfeld, sondern in den eigenen vier Wänden. "Ich besuche die Spieler in einer sehr intimen und privaten Atmosphäre und versuche, sie in eine Wohlfühlatmosphäre zu bringen. Dann sind sie locker, ehrlich, normal und vergessen die Kamera", erklärt Ehelechner. "Es gibt kein Drehbuch. Was letztendlich passiert, ist ein 'Free Willy'. Ich weiß es selber nicht. Das macht es auch so schön und interessant." Die magentafarbene Kühlbox des deutschen Sportsenders "Magenta Sport" ist dabei ein immer wiederkehrendes Element.

Der Blick in Draisaitls Kühlschrank

In der Vorwoche machte die Kühlbox Station in Edmonton. Bei keinem geringeren als Superstar Leon Draisaitl. Es war sensationell. Alleine, dass er sich bereiterklärt hat, dass wir zu ihm nach Hause kommen dürfen, spricht für ihn. Ich habe ihn in den letzten Tagen etwas näher kennenlernen dürfen. Er ist nicht nur ein sensationeller Spieler, sondern auch ein brutal cooler Typ und toller Mensch. Das hätte ich nicht gedacht", sagt Ehelechner und plaudert weiter aus dem Nähkästchen: "Ich durfte auch in Leon Draisaitls Kühlschrank reinschauen, ich glaube, das dürfen nicht so viele. Ich habe nichts Süßes gefunden, viel Gemüse, viel Obst, wirklich viel gesunde Sachen."

Nicht das einzige Fundstück beim Oilers-Stürmer. "Ich habe auch seinen Schläger mal näher betrachten dürfen. Er spielt einen sehr geraden Schläger. Da habe ich ihn gefragt, wie man damit überhaupt Tore schießen kann. Er hat gesagt, er macht das mit seiner Technik wett. Gut, das nehmen wir jetzt mal so hin", lacht Ehelechner, der den NHL-Top-Scorer glatt zu einer Wette aufforderte: "Von zehn Penaltyschüssen trifft er nicht mehr als zwei", behauptet der ehemalige DEL-Torwart, der seine aktive Karriere 2015 beendet hat. "Voll im Saft bin ich zwar nicht mehr, aber für den Leon reicht's", sagt der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Die besondere Beziehung zu Grubauer

Die nächste Folge von "Kühlbox LIVE" gibt es am Mittwoch um 22 Uhr deutscher Zeit auf Facebook. Dann fühlt Ehelechner in Denver Philipp Grubauer auf den Zahn. Etwas Besonderes für beide Protagonisten: Beide sind Goalies, beide sind in Rosenheim geboren und beide kennen sich seit Jahren. Eine gute Voraussetzung für weitere ungeahnte Einblicke.

"Ich will mir mit ihm sein Haus anschauen. Auch das eine oder andere Accessoire will er mir zeigen", verrät Ehelechner vorab. "Ich bin ganz heiß darauf, mal seinen Stanley-Cup-Ring in Händen halten zu dürfen, weil den habe ich noch nie live gesehen. Er meinte aber auch, dass es noch andere Originale gibt wie Schläger oder Schoner - und in seinen Kühlschrank möchte ich natürlich auch schauen."

Auch Grubauer selbst freut sich über den außergewöhnlichen Besuch aus der Heimat: "Es ist eine wahnsinnige Ehre, dass er den weiten Weg antritt. Das ist nicht selbstverständlich. Es ist auch interessant für den Zuschauer, denn es gibt es nicht oft zu sehen, wie ein Spieler zu Hause ist. Beim Leon habe ich auch zugeschaut und fand es super."

Für reichlich sportliche Gesprächsthemen sorgte Grubauer am Vortag selbst: Beim 3:0 seiner Colorado Avalanche gegen die Ottawa Senators feierte der 28-Jährige seinen zweiten Saison- und elften Karriere-Shutout. "Es ist immer etwas Besonderes, wenn man die Null da oben hält. Auch für die Jungs vor mir, ohne die es nicht gehen würde", so "Grubi", der bei jeden seiner 34 Saves von den Fans im Pepsi Center mit lauten "Gruuuu!"-Rufen gefeiert wurde. "Meistens kriege ich es mit, obwohl man im Spiel voll fokussiert ist. Wenn man es 34-mal pro Spiel hört, ist es umso schöner", sagt Grubauer.

"Die "Gruuu"-Rufe, die pushen ihn, das weiß ich", geht Ehelechner mehr ins Detail. "Auch wenn er das vielleicht nicht zugeben möchte. Das ist schon cool. Die Fans lieben ihn. Mich würde es auf jeden Fall auf ein höheres Level pushen, ihn sicherlich auch, obwohl er es nicht zugibt. Ich finde, dass der Grubi wieder einen Schritt nach vorne gemacht hat. Das kommt auch daher, dass er hier das Vertrauen geschenkt bekommt und die Nummer 1 ist. Er strahlt eine brutale Ruhe aus, ist unheimlich flink am Boden, das macht ihn so stark. Er ist angekommen und ist einer in dieser Liga. Sein Wort zählt, auch in der Kabine."

Zwei Stanley-Cup-Sieger in New York City

Nachdem Ehelechner im Hause Grubauer vorbeigeschaut hat, geht seine Nordamerika-Reise weiter: "Es geht nach Pittsburgh zu Dominik Kahun. Ich besuche auch ihn zu Hause. Wir gehen vielleicht ins Hofbräuhaus. Mal schauen, was mich da erwartet", blickt Ehelechner voraus. "Danach fliege ich weiter nach New York und treffe mich mit den beiden Stanley-Cup-Siegern Dennis Seidenberg und Tom Kühnhackl. Ich bin gespannt."

Ehelechners NHL-Erfahrung: "Das werde ich nie vergessen"

Im Dunstkreis der NHL bewegte sich übrigens auch Ehelechner schon schnuppern. Er wurde im Jahr 2003 in der 5. Runde an insgesamt 139. Stelle von den San Jose Sharks gedraftet. Zwar kam er nie in der NHL zum Einsatz, erinnert sich aber trotzdem gerne zurück: "Es war mega geil. Ich durfte bei insgesamt drei NHL-Camps dabei sein und wurde in Vorbereitungsspielen eingesetzt. Zwischendurch wurde ich auch mal nach Pittsburgh getradet. Für das, dass ich nie ein Spiel gespielt habe, habe ich einiges miterlebt. Das Highlight war absolut mit Evgeni Malkin und Sidney Crosby auf dem Eis zu stehen. Das werde ich nie vergessen."

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