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Wings bereit für letztes Heimdebüt in The Joe

Viele Erinnerungen in Detroit, vor dem Umzug ins neue Stadion nächste Saison

von Nicholas J. Cotsonika @cotsonika / NHL.com Kolumnist

Um die Essenz der Joe Louis Arena zu spüren, muss man nur in den Gang vor der Kabine der Detroit Red Wings gehen. Man muss sich die Holztafeln ansehen, die jedes Team repräsentieren, seit Eigentümer Mike Ilitch den Verein 1982 kaufte, fast jedes Team, seit "The Joe" 1979 eröffnete.

Sie sind alle an die Wand geschraubt und beinhalten das Red Wings Logo, die Worte "Detroit Red Wings" die Saison und die Namen der Verantwortlichen, der Trainer und Spieler. In der letzten Zeile steht die Zahl der Siege, Niederlagen und Unentschieden.

Alle Tafeln seit der Saison 1990-91 ehren ein Team, das die Playoffs erreichte. Vier dieser Tafeln Ehren ein Team, den Stanley Cup gewonnen hat, darunter zwei, die den Cup in "The Joe" gewannen und ihn auf heimischem Eis entgegennahmen. Die Tafel des Jahres 2011-12 ehrt ein Team, das mit 23 Heimsiegen einen Rekord aufstellte.

Es geht nicht um Ästhetik oder Annehmlichkeiten. Es geht um Menschen, Spieler und Siege.

"Aus Sicht der Spieler ist es ein großartiges Stadion", sagte Red Wings Legende Steve Yzerman einmal, dessen Nummer 19 unter dem Hallendach hängt. "Es ist ein schlichtes Stadion. Es herrscht eine tolle Atmosphäre."

Die sollte man genießen, solange man noch kann. Die Red Wings geben am Montag gegen die Ottawa Senators zum letzten Mal ihr Heimdebüt hier. Noch 41 Spiele, ein paar mehr, falls sie ihre Playoffserie auf 26 Saisons verlängern, bis sie in ihr neues Stadion ziehen: die Little Caesars Arena.

Die Little Caesars Arena wird alles sein, was die Joe Louis Arena nicht war, ob zum Guten oder zum Schlechten. Sie wird erstklassig sein, modern, im Herzen einer Gegend, die die Ilitch Familie zu einer blühenden Wohn- und Geschäftsgegend machen will, genannt "The District Detroit". Aber es wird nicht die schlichte Arena, in der wir so viel Geschichte miterlebt haben.

Die Red Wings bauen das neue Stadion wegen vielen Gründen, die die Joe Louis Arena ausmachen. Es ist eine spartanische, graue Box am Detroit River, umgeben von gesprungenem Beton. Sie hat drei Fenster und das sind kleine Luken, die in die Metalltüren im Erdgeschoss eingelassen sind. Sie hat streng riechende Treppenhäuser und überfüllte Umläufe. Die Anzeigetafel der Gäste ist seit Jahren defekt, überdeckt von Werbeplakaten und die Hauptanzeigetafel ist klein und hat ein schlechtes Bild.

Aber "The Joe" hat Charakter und gibt den Red Wings einen klassischen Heimvorteil. Es ist eins der letzten einzigartigen Stadien in einer Zeit, in der so viele Stadien im Prinzip identisch sind. Sie ist nach einem Boxer benannt, nicht nach einer Bank. Es gibt VIP Boxen, aber nur im obersten Stockwerk. Die Sitze sind aus rotem Vinyl, abgenutzt von Jahren der Nutzung, aber die Fans kommen nicht für den Komfort und sitzen oft nur auf der Kante. Die Sicht ist gut. Bei wichtigen Spielen ist die Lautstärke auf höchstem Niveau.

"Es gibt kein großes Drumherum", sagte Henrik Zetterberg einmal. "Man kommt und schaut Eishockey."

Die Bande ist die letzte der NHL, die noch aus Holz ist. Unter drei Millimetern weißen Plastiks liegen zwei Zentimeter Holz und noch ein Zentimeter rot gestrichenes Holz, gestützt von einem Rahmen aus Stahl. Dadurch ist es die elastischste Bande der Liga. Als Niklas Lidström für die Red Wings verteidigte, verfehlte er das Tor oft absichtlich, wenn er keine Schussbahn fand, da er wusste, dass der Puck vor das Tor springen würde.

Am Ende ist das wichtigste, dass Yzerman hier seine gesamte Karriere verbracht hat. Hier spielte Lidström seine gesamte Karriere lang. Hier spielten so viele andere Größen, von Sergei Fedorov, über Brendan Shanahan, Chris Chelios und Dominik Hasek bis … eben ein ganzer (roter) Flügel der Hockey Hall of Fame. Hier wurde die "Grind Line" beliebt, hier lieferten sich die Red Wings Schlachten gegen ihren Erzrivalen, die Colorado Avalanche, hier beendeten die Red Wings eine Phase von 42 Jahren ohne Stanley Cup, hier wurden die Red Wings zu einer festen Größe in der NHL, hier wuchs eine ganze Generation von Detroitern auf, ohne eine Saison ohne Playoffs zu kennen.

"Ich denke es ist nicht möglich, die Kultur und Geschichte dieses Stadions zu übertragen, einfach die Plakate umzuhängen und neu anzufangen", sagte Red Wings Verteidiger Niklas Kronwall einmal. "So funktioniert das nicht. Dieses Stadion hat etwas besonderes."

Ja und nein. Die Red Wings zogen aus dem Olympia Stadium hierher, ihrer Heimat von 1927 bis 1979, der Heimat von sieben Stanley Cup Teams und so vieler großer Spieler, angefangen bei Gordie Howe und fingen in "The Joe" neu an. Sie Namen ihre Banner mit und ergänzten neue. Sie werden ihre Geschichte in der Little Caesars Arena Ehren, wie sie es auch in der Joe Louis Arena taten. Die Herausforderung wird sein, hier ihre Geschichte weiterzuschreiben, so wie in "The Joe".

Daran sollte man sich in einem Jahr erinnern, wenn man die neuen Züge der Little Caesars Arena bewundert, das Fenster und geräumige Umläufe und HD Bildschirme nett sind, aber nicht das sind, was ein Stadion ausmacht. Es geht nicht um die große Show drumherum. Es geht nicht um die große Show drumherum. Es geht darum, was im Stadion passiert.

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