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Detroit mit Sieg, trotzdem viel Spaß für alle

von Stefan Herget / NHL.com

Beim Coors Light NHL Stadium Series 2016 Spiel lebte ein Teil der alten Rivalität zwischen der heimischen Colorado Avalanche und den Detroit Red Wings wieder auf.

Kleiner Rückblick: Ende der Neunziger und Anfang der 2000er Jahre waren die Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften geprägt von Vorfällen, die, wie es Peter Forsberg erst diese Tage formulierte, hart an der Grenze gewesen wären.

Ganz so schlimm war es im heutigen Spiel, das die Red Wings letztendlich mit 5-3 für sich entscheiden und zwei wichtige Punkte entführten konnten nicht, aber im ersten Drittel war die Luft nicht nur aufgrund der Höhe des Spielortes sehr dünn, sondern es gab zwei Aktionen, welche die Schiedsrichter forderten.

In der 15. Minute wurde Colorados Cody McLeod mit einem gefährlich hohen Stock gegen Kyle Quincey für eine doppelte Strafe von den Unparteiischen zu Recht vom Eis geschickt. Dem Avs Spieler Absicht bei der Aktion zu unterstellen, wäre zu viel, aber zumindest war diese äußerst rücksichtslos.

Ungewöhnlich, dass nur vier Minuten später mit Gabriel Landeskog und Pavel Datsyuk zwei der Leistungsträger miteinander schlagende Argumente austauschten. Ein Hauch vergangener Jahre wehte so bei überhaupt windigen Bedingungen im auf 1.600 Meter Höhe gelegenen Denver durch das Coors Field.

"In dieser Höhe zu spielen ist nie einfach und einige Jungs haben etwas gehustet und nach Luft geschnappt, aber es hat Spaß gemacht", sagte Justin Abdelkader im Anschluss der Partie. "Einige Male haben wir versucht, einfach den Moment festzuhalten, herum zu schauen und die Szene zu genießen, weil diese Dinge passieren nicht oft und sie sind besonders für uns und ich weiß auch für die Fans."

Einen freundlichen Empfang hatten auch die Detroit Fans in Denver, wie Michelle Crandall, die mit ihrem Mann angereist ist und natürlich ein Red Wings Trikot trug, betonte. Positiv überrascht, sei sie. "Wir sind in der Höhe der Rivalität in den 90er Jahren aufgewachsen und ich dachte schon, dass wir würden hier schon etwas dumm angeredet", erzählte sie. "Aber die Leute sind nett, es ist sauber. Die Leute haben zu mir gesagt, ‚Oh, die Rivalität ist tot’. Ich verstehe nicht, warum sie so denken."

Auf jeden Fall tritt sie die Heimreise am Sonntag mit einer toleranteren Sicht über die Avalanche Fans an. "Alles war cool, wir hatten eine gute Zeit hier", sagte ihr Mann Bryan. "Wir waren zum ersten Mal hier und es ist wirklich schön."

Aufgrund des Sieges ihrer Mannschaft wird der Heimflug für beide um einiges angenehmer. Etwas anders dürften dies die Avalanche Fans und ihre Spieler sehen.

"Das war frustrierend", betont Colorado Verteidiger Tyson Barrie in seinem Blog für NHL.com. "Es war ein großartiger Event und jeder hat es genossen, aber das Ergebnis wirft einen großen Schatten darauf. Mit einer Minute vor Schluss den Siegtreffer zu kassieren, war hart. Aber insgesamt gesehen war es eine großartige Erfahrung und jeder genoss es."

Red Wings Mike Richards nutzte genau eine Minute vor dem Ende seine ganze Erfahrung aus fünf Spielen im Freien, die er bereits für verschiedene Mannschaften absolvierte und überwand Avs Torhüter Semyon Varlamov etwas glücklich im Nachschuss. Richards ist mit der Anzahl an Outdoor Spielen der Rekordhalter in der NHL.

"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich versucht habe, ihn ins Tor zu bringen”, erzählt Richards mit einem Grinsen im Gesicht. "Ich habe nur versucht ihn irgendwie Richtung Tor zu lupfen und er [Varlamov] war etwas aus der Position und ich weiß nicht, ob er gegen seinen Rücken oder etwas anderes gesprungen ist, aber wir haben es gemacht."

Auch Barrie trug sich in die Torschützenliste ein, war für ihn ein tolles Erlebnis war. Seine Bilanz wird aber seiner Meinung nach von einem anderen Faktor deutlich getrübt. "Ein Tor zu schießen war großartig, aber ich stand auch bei fünf [Toren] gegen uns auf dem Eis und das gleicht nichts aus", sagte er.

Der besonders im dritten Drittel stark aufkommende Wind, welcher teilweise die ausgelegte Watte durch die Luft wirbelte, war für Barrie kein Problem, wo dem er ernsthaft Notiz genommen und er glaubt, dass es keinen großen Unterschied gemacht hätte.

Alles in allem wird es für Barrie ein unvergessliches Erlebnis bleiben. "Wir hatten nichts anderes als eine gute Zeit, aber es hat jetzt einen bitteren Geschmack bekommen", sagte Barrie. "Aber wenn wir einmal zurückschauen, dann glaube ich, dass es wirklich richtig cool war."

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