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Offensiv-Verteidiger werden immer wertvoller

Shattenkirks Millionendeal mit den Rangers ist sinnbildlich für eine Entwicklung in der NHL

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Auch wenn es in der diesjährigen NHL-Wechselperiode heiß herging, einen Blockbuster Trade wie in 2016, als die Montreal Canadiens und die Nashville Predators ihre Verteidigungsstars Shea Weber und P.K. Subban tauschten gab es nicht.

Als am 29. Juni 2016 die Teams den Spielerwechsel verkündeten, liefen in sämtlichen Sportredaktionen Nordamerikas die Drähte heiß. Die Mannschaft aus der frankokanadischen Metropole und die Franchise aus der Countryhochburg Tennessees hatten soeben ihre zwei Kronjuwelen getauscht.

Canadiens General Manager Marc Bergevin und Predators General Manager David Poile hatten für die Schlagzeile des Eishockeysommers gesorgt. Mit nun über einem Jahr Abstand zu den Geschehnissen, erkennt man erst die Kragenweite des Trades.

Waren es früher noch die Stürmer, die für die größten Schlagzeilen sorgten, so rücken heutzutage die Verteidiger immer mehr in das Rampenlicht.

"P.K. Subban ist ein grandioser Offensivverteidiger", jubelte Poile damals über seinen neuakquirierten Schützling. "Er hat grandiose Skills und eine unglaubliche Energie. Damit wird er die Nashville Predators heute und in der Zukunft zu einem besseren Team machen. Superstar-Verteidiger wie er sind ein rares Gut und wir sind begeistert, ihn in unsere Organisation zu bringen."  

Video: ANA@NSH, Sp4: Subban versenkt versteckten Schuss

Poile sollte recht behalten. Subban hatte sein Team zu einem besseren Team gemacht. Er führte es zum ersten Mal in der Franchisegeschichte in einem sagenhaften Playoffmarsch bis ins Stanley Cup Finale, wo erst nach sechs Spielen gegen die Pittsburgh Penguins Schluss war.

Die alles entscheidende Rolle kam damals den Verteidigern zu. Die Top-Pärchen um Roman Josi und Ryan Ellis sowie Subban und Mattias Ekholm mauserten sich in den vorherigen Playoffrunden zum entscheidenden Faktor. Mit vier Spitzenverteidigern in den eigenen Reihen hatten die Predators ihren Gegnern einen Vorteil, der das Zünglein an der Waage zu ihren Gunsten ausmachen sollte.

Video: ANA@NSH, Sp3: Josi erzielt im PP die späte Führung

Zwar gelang ihnen der Final-Coup gegen das Überteam der vergangenen Jahre aus Pittsburgh nicht, doch mit nicht weniger als vier Stück der Kategorie Spitzenverteidiger, hatten die Predators ihrer Konkurrenz in der Western Conference gewaltig etwas voraus.

Nur noch dunkel kann man sich heutzutage an die Zeiten erinnern, als Verteidiger nicht mehr als beinharte Abräumer mit zwei linken Händen waren. Heute übernehmen sie ein weites Tätigkeitsfeld als Spielmacher, Vorbereiter und häufig auch Torjäger.

Wenn man sich umsieht, tummeln sich in der Liga mehr Offensivverteidiger als je zuvor. Von Brent Burns über Drew Doughty, Erik Karlsson bis Kevin Shattenkirk ist die Liste lang.  

Video: WSH@PIT, Sp3: Shattenkirk in OT und PP erfolgreich

Doch so viel Zeit man mit der Aufzählung von Namen auch verbringen kann, der Wert eines grandiosen Verteidigers ist in diesen Tagen nur noch mit Gold aufzuwiegen. Die Zeiten, als versierte Angreifer mit Spitzengehältern gelockt und Verteidiger als austauschbares Gut behandelt wurden, sind längst vorbei.

Das jüngste Beispiel der Gehaltsexplosion der Abwehrkräfte ist Shattenkirk, der diesen Sommer als Free Agent bei den New York Rangers anheuerte. Nicht weniger als 26,6 Millionen Dollar ließen diese sich die Dienste des 28-jährigen Abwehrspielers kosten.

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