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St. Louis - Vom Stanley Cup bis zur Playoff-Platzierungsrunde

Die Blues sind als Titelverteidiger in die Saison gestartet und nach der Pause, trotz Schockmoment, ein heißer Tipp

von Christian Göbel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

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  • 04:52 •

Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer an den Playoffs pro Conference ermitteln. In der heutigen Ausgabe: Der Weg der St. Louis Blues in die Playoffs.

Am 12. Juni 2019 stemmten die St. Louis Blues den Stanley Cup nach sieben aufregenden Partien gegen die Boston Bruins in die Höhe. Für das Team aus Missouri war es der erste Titel der Franchise-Geschichte und das Finale einer furiosen Aufholjagd. Weniger als sechs Monate zuvor, am 1. Januar 2019, rangierten die Blues noch auf dem letzten Tabellenplatz und eine Playoff-Teilnahme schien in weiter Ferne. Der neue Coach Craig Berube, der im November 2018 Mike Yeo ersetzte, vermochte das Ruder bis dahin nicht herumreisen zu können. Der Jahreswechsel brachte Berube und seine Mannschaft aber auf den richtigen Weg. Zum Ende der Hauptrunde hatten die Blues nur noch einen Zähler Rückstand auf den Sieger der Central Division, die Nashville Predators.

Was folgte war ein beeindruckender Playoff-Lauf. Mit Siegen über die Winnipeg Jets, die Dallas Stars und die San Jose Sharks kämpften sich die Außenseiter ins Finale vor. Ein 4:1 im siebten Spiel gegen Boston ließ St. Louis jubeln und Kapitän Alex Pietrangelo konnte den Pokal in Empfang nehmen. Jordan Binnington im Tor des Stanley-Cup-Gewinners war einer der Erfolgsfaktoren und entwickelte sich vom Ersatzmann zum Leistungsträger. Der Kanadier wurde das Gesicht des Erfolgs in St. Louis. Angreifer Ryan O'Reilly stand ihm mit der Auszeichnung als wertvollster Spieler der Playoffs in nichts nach.

Als Titelverteidiger befanden sich die Blues zu Saisonbeginn erstmals in ihrer Geschichte in der Rolle des Gejagten. Alle Teams in der NHL machten es sich zur Aufgabe den amtierenden Champion stolpern zu lassen. Außerdem drohte das häufiger vorkommende Loch nach so einem Triumph, denn eine Meisterschaft mit anschließenden ausgiebigen Feierlichkeiten verkürzt den Sommer mit der benötigten Erholung deutlich.

Entsprechend holprig war der Saisonstart für St. Louis. Der nahezu unveränderte Titelträger rangierte Ende Oktober nur auf dem neunten Rang in der NHL und sammelte lediglich 65,4 Prozent der möglichen Zähler. Ein zusätzlicher Schock war, dass sich der starke Stürmer Vladimir Tarasenko bereits nach zehn Spielen mit einer verletzten Schulter für den Rest der Saison verabschieden musste.

Der Aufwärtstrend war jedoch bereits gestartet. Es folgte eine erfolgreiche Phase mit sieben Siegen in Serie und dem Vorrücken auf den zweiten Rang in der Liga und den ersten im Westen. Die Konstanz in der Kabine zahlte sich aus und sorgte auch im weiteren Saisonverlauf für starke Blues.

Zwar ist kein Akteur aus St. Louis unter den Top-Scorern der Liga zu finden - O'Reilly rangiert mit 61 Punkten auf Rang 33 - doch gerade in der Kadertiefe wissen die Blues zu überzeugen. Fünf Spieler punkteten über 50 Mal, zusätzlich stehen sieben Akteure bei 20 oder mehr Zählern. Mit 225 Treffern rangieren die Blues im Mittelfeld der Liga (12.). Prunkstück beim Titelverteidiger ist die Defensive. Lediglich 193 Gegentore musste St. Louis in den 71 absolvierten Partien hinnehmen, nur fünf Teams waren hier besser.

Den Schockmoment erlebte St. Louis am 11. Februar im Honda Center. Veteran Jay Bouwmeester erlitt bei der Partie gegen die Anaheim Ducks im ersten Drittel einen Herzinfarkt und kollabierte auf der Spielerbank. Die Partie wurde abgebrochen. Bouwmeester erholte sich glücklicherweise von dem Vorfall, seine Saison war dennoch vorzeitig beendet. Auch für seine Kameraden war die Situation nicht einfach. Der Schock nach den dramatischen Szenen saß den Blues einige Partien in den Knochen, so dass sie aus den folgenden vier Matches nur zwei Punkte holten (0-2-2).

Um so erstaunlicher war der Auftrieb, den die Blues nach dieser Phase bekamen. Vom 17. Februar, bis zur Saisonunterbrechung am 12. März gewann das Team von Coach Berube zehn von 12 Partien und blieb damit nur zweimal ohne eigene Zähler. Es schien, als ob der Titelträger des Vorjahres wieder genau zur richtigen Zeit in Top-Form gekommen war, um in den Playoffs eine entscheidende Rolle zu spielen. Mit dem zweiten Rang in der NHL, nur übertroffen vom Vorjahres-Final-Gegner aus Boston, und dem ersten Rang im Westen mauserte sich das Franchise zum ernsthaften Anwärter auf eine Titelverteidigung.

Wenn die Saison fortgesetzt wird und die Blues nach ihrer Platzierungsrunde in die Stanley Cup Playoffs starten, dann werden alle Augen auf sie gerichtet sein. Durch die Ausgeglichenheit des Teams sind sie schwer auszurechnen. Besonders mit einer möglichen Rückkehr von Tarasenko werden die Karten für die Blues noch besser. Der russische Angreifer war in der Titel-Saison der zweitbeste Scorer und konnte auch in den Playoffs 17 Punkte in 26 Partien (viertbester Wert der Blues - 11 Tore, 6 Vorlagen) beisteuern. 

Der Neustart bietet viel Potential für Überraschungen, dennoch dürfte der Weg im Westen nur über St. Louis gehen.

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