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Der Stanley als Belohnung für Sullivans Geduld

von Amalie Benjamin / NHL.com

SAN JOSE -- Mike Sullivan hatte nicht die Zeit über die Vergangenheit nachzudenken, die Jahre Revue passieren zu lassen die zwischen damals und jetzt lagen. Damals war er ein junger Trainer, gerade einmal 35 Jahre alt gewesen. Seine aktive Laufbahn lag nur ein Jahr zurück. Er trainierte nicht nur ein Original Six Team, sondern auch die Mannschaft seiner Heimatstadt.

Er verbrachte zwei Spielzeiten bei den Boston Bruins und in den nachfolgenden zehn Jahren kam er nicht mehr zurück. Er bekam keine weitere Chance, als Cheftrainer in der NHL tätig zu sein.

Es hätte auch anders ausgehen können, doch das Warten hat sich gelohnt.

"Es verständlich zu machen fällt schwer", sagte Sullivan, als er am Sonntag nach dem Gewinn des Stanley Cup gefragt wurde. "Es fällt einem schwer diese Emotionen in Worte zu fassen. Es bedeutet mir so viel."

Und es dauerte so lange.

Auf die Frage nach dem Warten, über seine Zeit als Assistenztrainer, antwortete Sullivan, dass er noch keine Zeit gehabt habe darüber nachzudenken, noch keine Zeit hatte, die Folgen zu verstehen. Es war zu früh. Er hatte nur versucht dieses Spiel zu gewinnen.

Aber es gab eine Botschaft: Er war dankbar. Dankbar, dass er diese Chance bekommen hatte, dankbar, dass ihm Penguins General Manager Jim Rutherford die Zügel gegeben habe, dankbar, dass die Spieler zusammengefunden haben, um zu gewinnen.

Er sagte: "Als unsere Jungs den Stanley Cup herumgetragen haben, war das erste was mir durch den Kopf ging, wie stolz ich auf sie bin, dass sie für uns diese Meisterschaft gewonnen haben, dann wie dankbar ich bin, dass ich Trainer dieser Mannschaft sein durfte."

Sullivan begann diese Saison als Trainer der Wilkes-Barre/Scranton in der American Hockey League bevor er am 12. Dezember zum Headcoach der Pittsburgh Penguins ernannt wurde nachdem Rutherford Coach Mike Johnston gefeuert hatte. Das war letztendlich seine Chance.

Es war ein langer Weg gewesen, seit ihn Peter Chiarelli, damals General Manager der Bruins, entschloss Sullivan durch Dave Lewis für die Saison 2006/07 zu ersetzen. Sullivan wurde zum Eishockeyreisenden, wurde Assistenztrainer bei den Tampa Bay Lightning, bei den New York Rangers, bei den Vancouver Canucks. Er war Player Development Coach bei den Chicago Blackhawks bevor er in dieser Saison zu Wilkes-Barre/Scranton ging.

Er machte das Beste aus dieser Chance. Aus den sich in Unordnung befindlichen Penguins machte er ein Team, das am Sonntag im SAP Center nach einem 3-1 Sieg in Spiel 6 den Stanley Cup in die Höhe hieven konnte.

"Mike kam und machte uns sofort klar, wie er gedenkt, dass wir zu spielen haben, was er von jedem Einzelnen von uns erwartet", sagte Penguins Kapitän Sidney Crosby nach dem Spiel. "Ich glaube die Jungs mochten das, sahen die Herausforderung und wollten zurück auf die Erfolgsspur. Es hat seine Zeit gedauert. Das kam nicht über Nacht."

Angeführt von Sullivan haben es die Penguins erreicht. Sie kapierten, was sie zu tun haben, sie nahmen das Tempospiel an, das ihr Trainer von ihnen sehen wollte, auch von den Verstärkungen die Rutherford verpflichtet hatte. Sie haben ihre Identität gefunden und die Ergebnisse folgten auf dem Fuß.

Es war Sullivan's Plan. Er war der wichtigste Baustein. Er hatte das Meisterschaftspotenzial gesehen, das in der Mannschaft steckt und er musste nur herausfinden, wie er sie auf diesen Weg bringt.

Sie spielten schnell und dieses Tempo war tödlich für die San Jose Sharks - und für die anderen Teams zuvor.

"Als Sullivan kam, haben wir unsere Identität gefunden", sagte Penguins dritter Torwart Jeff Zatkoff. "Er ist in der Kabine präsent. Wir bekamen einen Lauf. Man konnte das regelrecht spüren, als wir zu unserem Spiel gefunden haben. Es gab nicht viele Mannschaften, die mit uns mithalten konnten."

"Davor hatten wir keine Identität", sagte Zatkoff, "Wir wussten nicht wer wir waren. Waren wir ein Team das hart rangeht? Waren wir ein Team das auf schnelle Konter setzt? Was sollen wir machen, wenn wir aus unserem Drittel kommen? Als Sullivan kam, wussten wir es. Auch wenn es etwas gedauert hat."

Sie haben es herausbekommen, ihre Lektionen gelernt. Das Talent tat sein Übriges dazu und sie hatten einen Run, der erst endete, als sie als Sieger dieser Saison feststanden.

"Ich meine, wenn du eine schwere Zeit hattest, du keine Erwartungen mehr hattest und dann kommt ein Trainerwechsel, dann sind es schwierige Umstände - für jedermann", sagte Sullivan. "Es ist schwer jeden Tag aufs Eis zu gehen. Diese Jungs sind stolze Kerle. Sie möchten ihr Bestes geben, sie möchten gut sein. Sie möchten für ihre Fans, und für jeden der involviert ist, gewinnen."

"Wir haben versucht ihren Fokus auf das Wesentliche zu legen. Sie sollten nicht so viel vom Umfeld mitbekommen. Sie sollten nur aufs Eis gehen und versuchen ihr Bestes zu geben, sich nur auf Eishockey konzentrieren. Das war unser Anliegen. Wir spornten sie an jeden Tag besser zu werden. Ich sagte zu ihnen: 'Lasst uns sehen, wohin uns das führt.'"

Es führte sie - und ihn - auf den Weg bis zum Stanley Cup.

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