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Zwei Monate nach NHL Global Series Challenge

SC Bern kann sich auf seine Ex-NHL-Cracks verlassen und klopft in National League an der Tabellenspitze an

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird Euch NHL.com/de mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen.

In dieser Ausgabe geht es um den NHL Global Series Challenge Gegner der New Jersey Devils, den SC Bern.

Exakt zwei Monate sind vergangen, seit sich die New Jersey Devils im Rahmen der NHL Global Series Challenge 2018 in der PostFinance-Arena von Bern die Ehre gaben. Die Gäste aus Übersee und der Berner SC aus der National League boten am 1. Oktober 2018 den 17.031 Fans in der ausverkauften Eishalle und den zahlreichen Verfolgern vor den Fernsehern und Streams ein besonderes Spektakel.

Video: Hall trifft in OT zum 3:2 der Devils über SC Bern

Es war das erste Aufeinandertreffen zwischen einem NHL-Klub und dem fünfzehnfachen Schweizer Eishockey-Meister seit zehn Jahren. Bereits 2008 gab es ein Kräftemessen zwischen den Bernern und den New York Rangers, mit der Erkenntnis, dass die US-Amerikaner mindestens eine Gewichtsklasse über den Schweizern anzusiedeln waren. Es war das erste Spiel zwischen einer Schweizer Mannschaft und einem NHL-Team überhaupt und Bern musste eine deutliche 1:8-Niederlage hinnehmen.

Obwohl damals der Test gegen die Rangers äußerst unglücklich verlief, ein negatives Vorzeichen für die folgende Saison war es nicht unbedingt. Bern schaffte es seine heimische Konkurrenz in der Hauptrunde nach Belieben zu dominieren. Mit einem komfortablen Polster von sechs Punkten Vorsprung zog Bern als Erster in die Playoffs ein. Dass sie dort enttäuschten und in der ersten Runde nach sechs Spielen gegen den EV Zug ausschieden, konnte wohl kaum noch auf den Momentum-Killer aus der Rangers-Pleite zurückgeführt werden.

 

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In diesem Jahr präsentierte sich die Berner Mannschaft deutlich reifer gegen den auf dem Papier übermächtigen Gegner aus Nordamerika als noch vor zehn Jahren bei der Victoria-Cup-Partie. Nach einer anfänglichen Nervositätsphase, in der sie früh durch einen Treffer von Devils-Kapitän Andy Green in Rückstand gerieten, boten die Berner den Gästen beachtlich Paroli. Sie zwangen die Mannschaft von Nico Hischier bis in die Verlängerung, wo NHL-MVP Taylor Hall die Entscheidung gegen Bern herbeiführte. Bern unterlag zwar mit 3:2, sah jedoch zu keiner Zeit wie ein Verlierer aus.

Der SC Bern verkaufte sich teuer und schöpfte eine gewaltige Portion Selbstvertrauen für die zu diesem Zeitpunkt schon laufende Hauptrunde der National League. Das gute Gefühl verhalf ihnen in der direkt folgenden Partie jedoch noch nicht zu Punkten, mussten sie sich doch am 3. Oktober auswärts bei Geneve-Servette HC mit 1:3 geschlagen geben und kassierten tatsächlich die dritte Niederlage in Folge. Im erfolgsverwöhnten Bern ist das ein äußerst seltenes Ereignis.

 

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Wirklich aus der Spur konnte es den SC dennoch nicht werfen. Bern ließ es in der Folgezeit ordentlich krachen, holte sich fünf Siege aus den nächsten sechs Spielen und schickte sich an, seiner dominierenden Stellung im Schweizer Eishockey gerecht zu werden.

Zwei Monate nach der Partie gegen New Jersey klopfen die Berner an die Tabellenspitze an, liegen nur ein Pünktchen hinter dem EV Zug, den sie in der laufenden Spielzeit schon zweimal geschlagen haben. Großen Anteil an diesen Siegen und daran, dass es in Bern rund läuft, haben auch die beiden ehemaligen NHL-Cracks Mark Arcobello und Andrew Ebbett. Beide punkteten in der laufenden Spielzeit nicht nur gegen den EV Zug sondern sind auch in diesem Jahr erneut die zuverlässigsten Scorer des Schweizer Hauptstadt-Klubs.

Tweet from @scbern_news: 25' Toooooor #SCBern @aebbett erh��ht auf *0:2 pic.twitter.com/5u7Ow71fZS

Der 35-jährige Assistenzkapitän Ebbett steuerte jüngst am Freitag den spielentscheidenden Powerplaytreffer zum 4:1-Auswärtssieg gegen die ZSC Lions bei. Nach sehenswerter Vorarbeit von Arcobello und Thomas Ruefenacht, der bei nummerischer Überlegenheit über die linke Seite in die Angriffszone des amtierenden Meisters einlief und einen scharfen Pass vors Tor brachte, lenkte Ebbet die Scheibe zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung ins Tor.

Nach 22 Saisonspielen liegt Ebbett bei 21 Scorerpunkten (neun Tore, zwölf Assists) und rangiert damit in der teaminternen Scorerliste nur knapp hinter dem US-Amerikaner Arcobello, der seit 2016 erfolgreich für Bern auf Torejagd geht.

Arcobello, dem in 139 NHL Spielen für die Edmonton Oilers, die Nashville Predators, die Pittsburgh Penguins, die Arizona Coyotes und die Toronto Maple Leafs 53 Punkte (24 Tore, 29 Assists) gelangen, duelliert sich wie gewohnt mit Ebbett um die teaminterne Scorer-Krone. Ihm gelangen in der laufenden Saison 23 Punkte (neun Tore, 14 Assists). Sein ungebremster Torhunger verhalf den Bernern zu einem Spitzenplatz. Einen solchen haben die Testspiel-Gegner von vor zwei Monaten längst aus den Augen verloren. Nach vier Auftaktsiegen in Folge ging es für New Jersey nämlich stetig bergab. Nach nur einem Sieg aus ihren vergangenen fünf Auftritten stehen die Devils auf dem vorletzten Platz der Metropolitan Division.

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