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Nach 79 Partien blieben zwei Teams übrig

16 Teams machten sich im April auf die Reise, zwei stehen vor dem größten Erfolg ihrer Franchise-Geschichte

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Wie heißt es immer so schön: Playoffs sind im Eishockey eine eigene Jahreszeit, die wie im April das Wetter nicht berechenbar ist. 

Stanley Cup Playoffs sind immer für Überraschungen gut.

 

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16 Mannschaften hatten sich am 11. April auf die Jagd nach jenem Pokal gemacht, den jeder Eishockeyprofi mindestens einmal in seinem Sportlerleben in Empfang nehmen möchte. 79 Partien wurden bestritten bevor die beiden Stanley Cup Finalisten 2018 feststanden.  

Am Montagabend werden die Washington Capitals und die Vegas Golden Knights in der T-Mobile Arena von Las Vegas zu Spiel 1 der Best-of-7 Serie antreten und versuchen die letzte Hürde zu nehmen, die sie noch von ihrer ersten Meisterschaft trennt.

Für manch ein Team aus dem erweiterten Favoritenkreis kam die Ernüchterung recht früh. Für die Los Angeles Kings und die Anaheim Ducks, zwei Mannschaften die es in den letzten elf Jahren zusammen auf drei Cup-Gewinne brachten, war das Rennen bereits nach vier Partien vorüber. Die Boston Bruins mussten in der ersten Playoffrunde der Eastern Conference über die volle Distanz von sieben Spiele gegen die Toronto Maple Leafs gehen und gewannen, hatten dann aber mit 1:4-Siegen in der zweite Runde das Nachsehen gegen die Tampa Bay Lightning.

Den Einzug in die Conference Finale schafften auch nicht die beiden Stanley Cup Finalisten des Vorjahres: Die Nashville Predators verloren vor heimischer Kulisse ein alles entscheidende siebte Spiel gegen die Winnipeg Jets und die Pittsburgh Penguins zogen als Titelverteidiger gegen die Capitals in sechs Spielen den Kürzeren.

Video: WSH@PIT, Sp6: Kuznetsov beendet Serie in OT

Einen Durchmarsch bis ins Finale legten die Vegas Golden Knights in der Western Conference hin. Nur drei Niederlagen kassierten sie in ihren 15 Auftritten gegen die Ducks, San Jose Sharks und Jets. Doch keineswegs handelte es sich immer um klare Angelegenheiten. Zwar gelang den Golden Knights ein Sweep gegen die Kings, doch jede der vier Begegnungen endete mit nur einem Tor Unterschied zu Gunsten der Expansion Franchise - Spiel 2 entschied Vegas erst in der 16. Minute der zweiten Verlängerung mit 2:1 für sich.

"Es ist eines der schönsten Gefühle im Sport, wenn man eine Partie auf diese Weise beendet. Das Spiel dauerte lange und wir hatten viele Jungs, die eine Menge Minuten auf dem Eis standen. Es lohnt sich, wenn man eine solche Partie als Sieger beendet", freute sich Siegtorschütze Erik Haula, als sich Vegas noch ganz am Anfang seiner langen Reise befand.

Gegen die Sharks mussten die Golden Knights sogar zweimal in die Overtime. Wer weiß, wie die Serie ausgegangen wäre, hätte beim Stande von 1:1 in der Serie nicht Vegas-Stürmer William Karlsson in der neunten Minute der Verlängerung von Spiel 3 den Treffer zum 4:3 erzielt, sondern die Nordkalifornier das glücklichere Ende für sich gehabt? Die Sharks wären dann mit 3:1 in der Serie in Führung gegangen, nachdem sie die darauffolgende Begegnung klar mit 4:0 für sich entschieden.

Skandinavisch kühl beschrieb Karlsson sein Tor in der Verlängerung: "Ich hatte ein paar Sekunden Zeit und dann zog ich ab. Ja, es war ein ganz guter Schuss."

Video: VGK@SJS, Sp3: Karlsson zum Sieg in OT für Vegas

In insgesamt 26 Playoff-Partien machte ein einziger Treffer den Unterschied aus. Zehn Mal fiel die Entscheidung über Sieg oder Niederlage erst in der Overtime.

Vor einem frühen Playoff-Aus standen auch schon die Capitals, die zum Auftakt der KO-Runde zuhause zweimal gegen die Columbus Blue Jackets verloren, ehe sie mit 3:2 in der zweiten Verlängerung von Spiel 3 das glücklichere Ende für sich hatten.

Als Meister der Comebacks erwiesen sich die Schützlinge von Headcoach Barry Trotz ebenfalls im Eastern Conference Finale, in dem sie, trotz guter Vorstellungen gegen die Lightning, nach fünf Aufeinandertreffen mit 2:3 hinten lagen, ehe sie, mit dem Rücken zur Wand stehend, einen furiosen Endspurt hinlegten und zweimal zu null die Oberhand behielten.

 

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"Jeder hat seinen Körper geopfert. Das ist alles, was man braucht", beschrieb Washingtons Teamkapitän Alex Ovechkin die Voraussetzungen, die nötig sind, um in ein Stanley Cup Finale einzuziehen.

Die Freude kannte bei den Capitals anschließend keine Grenzen. Für sie hatte der Playoff-Verlauf einer Berg- und Talfahrt geglichen. Die mühsame Aufgabe, den höchsten Gipfel dieser Tour zu erklimmen, liegt noch vor ihnen.

Auch, wenn es sich jeder der zwei Finalteilnehmer verdient hat, ihn zu erreichen, nur einer findet auf ihm Platz.

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