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Der Kampf um die letzte Wildcard im Osten

von Rob Vollman / NHL.com

Es gibt einen heftigen Kampf um die letzte Wildcard für die Stanley Cup Playoffs der Eastern Conference zwischen den Philadelphia Flyers und Detroit Red Wings, die vor den Spielen am Donnerstag jeweils 83 Punkte auf ihrem Konto haben. Wobei die Flyers noch ein Spiel mehr zu absolvieren haben.

Sollten die Red Wings die Playoffs verpassen, wäre es das erste Mal seit der Saison 1989/90. Für die Flyers wäre es das dritte Mal in den letzten vier Spielzeiten.

Wer wird es schaffen? Statistisch gesehen gibt es nur geringe Unterschiede zwischen den Red Wings und den Flyers. Ob nun bei den Schwächen oder Stärken, diese Mannschaften ähneln sich in den meisten Kategorien, wie bei den Torhütern, dem Penalty Killing und bei der Erfahrung ihres Trainers.

Jedes Team verfügt über solide Torhüter. Jene der Flyers weisen eine Rettungsquote von 93,4 Prozent bei nummerischen Gleichgewicht auf dem Eis aus. Sie sind damit die Nummer 2 in der NHL hinter den New York Rangers (93,6%) und liegen knapp vor den Red Wings (93,0%), die mit fünf weiteren Teams den achten Platz belegen.

Beim Unterzahlspiel liegen beide im Durchschnitt. Die Flyers belegen Rang 15 in der NHL mit 98.0 Schüssen, die sie in 60 Unterzahlminuten zugelassen haben, knapp vor den Red Wings, die mit 99,1 Schüssen auf Platz 17 stehen.

Die Coaches sind im Vergleich zu denen in der restlichen Liga relativ unerfahren. Beide, Jeff Blashill in Detroit und Dave Hakstol in Philadelphia, befinden sich in ihrem ersten NHL-Trainerjahr. Zu Saisonbeginn rangierten sie auf Platz 29 und 30 als Trainer mit der geringsten Erfahrung nach Spielen auf jedwedem Level.

Wenn es Bereiche gibt, bei denen ein Team gegenüber dem anderen einen Vorteil hat, dann ist das bei Philadelphia das Überzahlspiel und bei Detroit die Defensivstärke.

Philadelphias Vorteil: Ein tödliches Powerplay

In der Offensive ist Philadelphia stärker als Detroit, aber dieser Vorteil wird erst deutlich, wenn man bei jeder Mannschaft die Effektivität in Überzahl im Detail betrachtet.

Auf den ersten Blick belegen die Flyers Platz 17 mit einer Powerplayquote von 18,2 Prozent, knapp vor den Red Wings an Nummer 20 mit 17,6 Prozent. Geht man ins Detail stellt man fest, dass die Flyers mit 106,8 Schussversuchen in 60 Überzahlminuten den sechsten Rang, deutlich vor den Red Wings auf Platz 14 mit 96,9 Schussversuchen, einnehmen.

Philadelphias Schlüsselfigur ist Claude Giroux, der schon seit Jahren zu den besten Powerplayspezialisten in der Liga zählt. Er führt die NHL mit 159 Powerplaypunkten in 357 Spielen seit 2011/12, vor Alex Ovechkin von den Washington Capitals mit 145 Powerplaypunkten in 355 Spielen, an.

Jakub Voracek belegt mit 104 Powerplaypunkten in dieser Zeitspanne Platz 14 und Wayne Simmonds ist 24. mit 97. In der laufenden Saison kamen diese drei Spieler auf 64 Scorerpunkte bei nummerischer Überlegenheit.

Das Powerplay wurde weiter verstärkt durch Verteidiger Shayne Gostisbehere, der mit 20 Powerplaypunkten in 54 Partien alle Rookies anführt, und durch Brayden Schenn, der mit 18 Powerplaypunkten in 70 Spielen nur noch einen Zähler hinter seiner persönlichen Bestleistung liegt.

Detroits Vorteil: Defensivspiel

Dass Detroit eine sehr puckbesitzorientierte Mannschaft ist, kann aus der Schussstatistik nicht deutlich herausgelesen werden. Die Red Wings sind 11. mit einer Schussversuchsquote von 51,8 Prozent (Sie bekommen 51.8 Prozent aller Schussversuche in ihren Spielen) während die Flyers mit 50,0 Prozent Rang 16 belegen.

Der Vorteil der Red Wings wird dann besonders klar, indem man ausrechnet wieviel Prozent der Bullys eine Mannschaft im Angriffsdrittel im Vergleich zu den Bullys im Verteidigungsdrittel hat. Die Red Wings liegen mit einem Wert von 54,0 Prozent auf Platz 2 in der NHL hinter den Los Angeles Kings (55,5 Prozent). Die Flyers sind 20. mit 49,4 Prozent.

Ungeachtet dessen, wie man ihn berechnet, mit dem Puckbesitz beginnt die Betrachtung und er ist nicht ihr Ende. Detroit liegt in dieser Kategorie vorne, doch warum ist das so?

Obwohl es sehr hilfreich ist einen Spieler wie Pavel Datsyuk in seinen Reihen zu haben -zweifellos einer der besten Spieler in der NHL, der den Puck halten kann - der eigentliche Unterschied zwischen diesen beiden Teams liegt in der Defensivzone. Detroit hat 2.825 Schussversuche in dieser Saison zugelassen, die zweitwenigsten in der NHL hinter Los Angeles mit 2.815 während die Flyers mit 3.180 Schüssen 16. sind.

Ein Problem könnte also Philadelphias Defensivabteilung darstellen, die nicht mehr die jüngste ist und die Verletzungssorgen plagt. Darunter fällt auch Verteidiger Michael Del Zotto, der sich am 13. März eine Handgelenksverletzung zuzog, die für ihn das Saisonaus bedeutet. Selbst bei nummerischem Gleichgewicht auf dem Eis konnte Philadelphia nicht verhindern, dass häufig auf ihr Gehäuse geschossen wurde.

Der Boston Faktor

Es gibt ein Szenario, dass es sowohl die Red Wings, als auch die Flyers in die Playoffs schaffen. Sollten sie bis zum Saisonende gut spielen, punkten können und eine Mannschaft wie die Boston Bruins, die in allen vier Spielen auf ihrer Auswärtstour Niederlagen hinnehmen mussten (0-4-0), weiterhin verlieren, dann könnte das Rennen ganz anders ausgehen.

Andererseits ähneln sich die Flyers und Red Wings so sehr, dass schon eine Kleinigkeit den Unterschied im Rennen um die Playoffs ausmachen kann. Dieses Rennen wird vielleicht noch nicht einmal beim nächsten Aufeinandertreffen der beiden, am 6. April in der Joe Louis Arena, entschieden, sondern erst am allerletzten Spieltag der Saison.

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