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Islanders freuen sich genauso wie Seidenberg

Der deutsche Verteidiger spricht über die Gründe für New York und darf sich willkommen fühlen.

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Nach dem Ende des World Cup of Hockey 2016 in Toronto dauert es nur noch eineinhalb Wochen, ehe die NHL Saison 2016-17 startet. Vor dem Turnier standen insbesondere drei deutsche Spieler im Fokus.

Stürmer Tobias Rieder konnte sich bisher mit den Arizona Coyotes auf keinen neuen Vertrag einigen, so dass weiterhin unklar ist, ob der Landshuter beim Saisonstart dabei sein wird.

Die Verteidiger Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg sind als unrestricted Free Agents in das Turnier gegangen, konnte aber Werbung in eigener Sache machen.

Während Ehrhoff einen Probevertrag bei den Boston Bruins einging und nun versucht dort im Trainingscamp zu überzeugen, um eine Vollzeitanstellung zu bekommen, einigte sich Seidenberg bereits vergangene Woche mit den New York Islanders auf einen Vertrag über ein Jahr Laufzeit und eine Million US-Dollar Gehalt.

"Es war schon etwas Nerven aufreibend rumzuhängen und nicht zu wissen, wo ich landen werde", sagte Seidenberg beim Sender Sportsnet. "Ich denke der World Cup hat mir sehr geholfen. So viele neue Jungs kennenzulernen, mit ihnen Spaß zu haben und zu spielen und dann auch noch Erfolg zu haben, war definitiv eine tolle Erfahrung für mich. Jetzt habe ich einen neuen Platz gefunden und kann es kaum erwarten durch zu starten."

Seidenberg konnte durch sein Auftreten und den Erfolg von Team Europa das Interesse an seiner Person deutlich steigern. "Zu Beginn des Turniers waren es zwei bis drei Teams, die interessiert waren und als das Turnier lief waren es sechs bis acht Teams, die angefragt hatten, also hat das Interesse definitiv zugenommen", betonte er.

"Aber die konkreten Vertragsverhandlungen haben erst vor ein paar Tagen begonnen und die Islanders waren das einzige Team, das bereit war ein Angebot abzugeben, während die anderen noch abwarten wollten, bis das Turnier zu Ende ist. Aber ich hatte genug und wollte wissen, wo ich landen werde und da haben wir mit den Islanders alles fix gemacht."

Von allen Islanders wohl am Glücklichsten, dass Seidenberg neuer Teamkollege wird sind sein Landsmann Torhüter Thomas Greiss und allen voran Verteidiger Johnny Boychuk, mit dem der gebürtige Schwenninger von der Saison 2009-10 bis 2013-14 für viereinhalb Jahre zusammen spielte. Beide gewannen gemeinsam 2011 den Stanley Cup.

"Er ist gut", sagte Boychuk über Seidenberg. "Ich habe eine Meisterschaft mit ihm gewonnen, er ist ein solider Verteidiger und er kann auf beiden Seiten spielen. Es wird gut sein ihn wieder im selben Team zu haben. Ich freue mich, dass er ein Islanders wird."

Trainer Jack Capuano mag es wenn er einen Mix aus Verteidiger in den Reihen hat, die links- und rechtsseitig spielen. Vor der Verpflichtung von Seidenberg waren jeweils vier Linksseitige und vier Rechtsseitige im Kader. Der Deutsche ist ein Linksseitiger, hat aber gelernt auf beiden Seiten der Verteidigung agieren zu können. Ein großes Plus von ihm.

"Er bringt Tiefe in unsere Mannschaft", sagte Capuano. "Er ist einer, der in großen Spielen teilgenommen hat und als linksseitiger Verteidiger nicht nur auf der linken Seite, sondern auch auf der rechten Seite. Er spielte mit Roman Josi beim World Cup ebenso auf der rechten Seite. Wir wollen Führungsqualitäten und gutes Gruppenverhalten. Mit ihm bekommen wir beides."

Hört sich so an, als ob sie die Dienste Seidenbergs an seiner neuen Wirkungsstätte schätzen. Anders als bei seinem letzten Arbeitgeber in Boston am Ende, weil diese ihn aus seinem eigentlich noch zwei Jahre laufenden Vertrag herauskauften und so die nun gut abgeschlossene Suche begann.

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