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Dean Kukan gibt sein Bestes für weitere Einsätze

Tete-a-Tete: Der Verteidiger der Columbus Blue Jackets im exklusiven Interview mit NHL.com/de

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-a-Tete" ein exklusives Interview mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL zu Themen auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Dean Kukan von den Columbus Blue Jackets

Für Dean Kukan hat das Jahr 2019 recht erfreulich begonnen. Im Januar kam der 25 Jahre alte Schweizer zu drei Einsätzen in der NHL, nachdem er zwei Monate lang kein einziges Mal zu den Auserwählten gehört hatte. Trotz der überschaubaren Zahl von neun Auftritten erfüllt der gebürtige Volketswiler in der laufenden Saison eine nicht unwesentliche Funktion im Team der Blue Jackets. Als siebter Verteidiger steht er Gewehr bei Fuß, wenn eine Stammkraft in der Defensive ausfällt.

Kukan wechselte im Juni 2015 als ungedrafteter Spieler vom schwedischen Spitzenklub Lulea HF zu den Blue Jackets. Vier Jahre hatte er bei den Skandinaviern verbracht und mit ihnen in seiner letzten Spielzeit die Champions Hockey League gewonnen. Für Columbus betritt er in den vergangenen dreieinhalb Jahren insgesamt 28 Spiele und verbuchte dabei vier Assists. Die meiste Zeit verbrachte er bei den Lake Erie/Cleveland Monsters, dem AHL-Farmteam der Blue Jackets. Bis dato sind für ihn dort 142 Begegnungen und 59 Punkte (9 Tore, 50 Vorlagen) verzeichnet. Im März 2018 verlängerten die Blue Jackets seinen Vertrag um zwei Jahre. Das macht deutlich, dass die Klubverantwortlichen genügend Potential in Kukan sehen und ihm den Durchbruch in der NHL zutrauen.

 

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Im Interview mit NHL.com/de sprach der Schweizer über seine Rolle bei den Blue Jackets, die Ziele für den Rest der Saison und seine lehrreiche Zeit in Schweden.

Der Start ins neue Jahr verlief ja durchaus verheißungsvoll. Wie läuft´s ganz allgemein?

Es geht mir gut. Besonders gefreut hat mich, dass ich in den vergangenen zwei Wochen dreimal zum Einsatz gekommen bin nach einer längeren Pause. Natürlich würde ich gerne mehr spielen. Aber ich muss einfach geduldig bleiben und auf meine Chancen warten.

Eines dieser drei Spiele war der Sieg in der Verlängerung gegen die Washington Capitals am 12. Januar. Damit habt ihr euch zumindest ein klein wenig revanchiert für das Aus in den Stanley Cup Playoffs, oder?

Ja, das kann man so sagen. Es sind immer spezielle Spiele gegen Washington. Gerade in der jetzigen Situation war es wichtig, die Capitals zu schlagen. Denn durch den Sieg gegen sie und unsere Erfolge in den Partien danach sind wir in der Tabelle an ihnen vorbeigezogen und stehen nun an der Spitze der Division. Das ist super.

Du bist gut in die Saison gestartet mit Einsätzen im Oktober und Anfang November. Was war der Grund, dass du danach nicht mehr richtig zum Zug gekommen bist?

Die Trainer haben so entschieden. Weil wir in der Defensive gut besetzt sind, bleibt für mich nur die Rolle des siebten Verteidigers. Das bedeutet, dass ich in der Regel erst dann spiele, wenn Teamkollegen verletzt oder krank sind. Ich selbst bin in dieser Saison zum Glück verletzungsfrei geblieben und fühle mich auch sonst fit.

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Was ist für einen Spieler in deiner Situation die bessere Variante: Unter allen Umständen in der NHL bleiben und notfalls zuschauen oder doch in die AHL gehen und Matchpraxis sammeln?

Grundsätzlich bin ich lieber in der NHL. Ich denke, das geht jedem Spieler so. Klar wäre es schöner, wenn ich mehr Einsatzzeit bekäme. Im Dezember hatte ich einen Conditioning Stint. Dafür ging es zwei Wochen nach Cleveland in die AHL. Es hat Spaß gemacht, mal wieder fünf Spiele am Stück auf dem Eis zu stehen. Überdies konnte ich an meiner Wettkampfform arbeiten.

Was dir wiederum geholfen haben dürfte, in den Januar-Spielen in der NHL schnell den Rhythmus zu finden…

Auf jeden Fall. In den ersten Shifts war ich zwar ziemlich nervös. Danach lief es allerdings gut. Insgesamt bin ich zufrieden mit meiner Leistung in diesen drei Spielen.

Was hast du dir persönlich für den Rest der Saison vorgenommen?

Ich will versuchen, jeden Tag mein Bestes zu geben. Alles andere nehme ich, wie es kommt. Mein großes Ziel ist es, irgendwann Stammspieler in der NHL zu werden.

 

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Was macht euch als Team derzeit so stark?

Wir sind sowohl in der Verteidigung als auch im Sturm hervorragend aufgestellt. Vor allem unsere erste Sturmlinie mit Panarin, Atkinson und Dubois schießt Tore am laufenden Band und hilft uns die Spiele zu gewinnen. Dazu kommen mit Bobrovsky und Korpisalo zwei starke Torhüter. Alles in allem sind wir ein sehr komplettes Team. Außerdem leisten wir jeden Tag harte Arbeit.

Wenn von den Aspiranten auf den Stanley Cup die Rede ist, fällt selten der Name Blue Jackets. Kränkt euch das oder fühlt ihr euch ganz wohl in dieser Außenseiterrolle und betrachtet sie vielleicht sogar als Vorteil?

Sicherlich werden wir manchmal unterschätzt. Vor fünf Jahren stand das Team noch nicht da, wo es heute ist. Vielleicht haben uns viele Leute deswegen nicht auf der Rechnung. Dabei sind wir von Jahr zu Jahr besser geworden und in der vergangenen Saison nur knapp in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden. Diesmal haben wir uns noch mehr vorgenommen. Die Außenseiterrolle ist aber an sich nicht schlecht. Sie nimmt einem etwas den Druck.

Ein ganz anderes Thema zum Schluss. Du bist als ungedrafteter Spieler aus der schwedischen Liga in die NHL gewechselt. Ist Schweden ein gutes Pflaster, um sich den nötigen Schliff für Nordamerika zu holen?

Die vier Jahre in Schweden waren die wichtigsten in meiner Karriere. Ich habe dort einen Riesensprung gemacht. Das lag vor allem an den ausgezeichneten Trainern. Sie haben mir sehr geholfen in meiner Entwicklung. Das erste Jahr war ich komplett im Juniorenbereich. Danach folgte ein lehrreiches halbes Jahr in der Allsvenskan, der zweiten Liga. Die letzten zweieinhalb Jahre habe ich dann in der höchsten Liga (SHL - d. Red.) gespielt. Die Qualität ist in allen Spielklassen hoch. Darüber hinaus herrscht bereits bei den Junioren ein harter Konkurrenzkampf. Da konnte man sich gleich an das gewöhnen, was einem in Nordamerika noch einmal verschärft blüht. Die Zeit in Schweden war nicht aber nur aus sportlicher Sicht absolut gewinnbringend. Ich bin auch als Person gereift.

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