David-Reinbacher

NHL.com/de präsentiert in der Serie Draft Watch 2023 die neuesten Nachrichten über den nächsten Draft-Jahrgang. In dieser Ausgabe: Fazit zum Ende der regulären Saison in Europa.

In den europäischen Ligen ist die reguläre Saison 2022/23 teilweise schon beendet, teilweise stehen die letzten Spiele bevor. Einer Reihe von jungen Talenten gelang es in unterschiedlichen Ligen von der Schweiz bis nach Schweden, sich zu beweisen und weiterhin für den NHL Draft 2023 zu empfehlen.
Spitzentalente ganz vorne mit dabei
Der NHL Central Scouting Service bewies in seiner Einschätzung der vielversprechendsten Draft-Kandidaten den richtigen Riecher. Einige der am besten bewerteten Spieler in der Players-to-Watch-Liste des CSS haben eine beeindruckende Saison hinter sich.
In der schwedischen SHL beendete Leo Carlsson, die Nummer eins auf der Liste der europäischen Skater, die Spielzeit als punktbester U20 Spieler. In Diensten von Örebro sammelte er 25 Punkte (10 Tore, 15 Assists) und landete damit sogar noch vor dem Österreicher Marco Kasper und Filip Bystedt. Die wurden beide in der ersten Runde des Draft 2022 gewählt.

Leo Carlsson faceoff

Ebenso beeindruckend war die Statistik des Russen Matvei Michkov in seiner Heimat. Der Außenstürmer war in der KHL mit 20 Punkten (9 Tore, 11 Assists) der viertbeste Scorer von Sochi. Dabei bestritt er nur 27 Spiele, während die drei Spieler, die in der teaminternen Scorerliste vor ihm lagen, alle in mindestens 55 Partien antraten. Carlsson und Michkov lieferten mit ihrer Effizienz durchaus Argumente, um sich für den zweiten Pick beim anstehenden Draft zu bewerben. Der erste Pick wird dem Kanadier Connor Bedard kaum zu nehmen sein, doch auf der zweiten Position könnten die beiden europäischen Stürmer Bedards Landsmann Adam Fantilli Konkurrenz machen.
In der tschechischen Extraliga konnte sich Eduard Sale als bester U20-Scorer empfehlen. Er verbuchte für Kometa Brno sieben Tore und sieben Assists. In Finnland gelangen Lenni Hameenaho 19 Zähler (9 Tore, 10 Assists), was für den vierten Platz unter den Rookies der Liiga reichte. Mit der Diskussion um die ersten Picks werden sie zwar wenig zu tun haben, aber zumindest ein Platz unter den Top 16 ist realistisch.
Reinbachers Ansehen steigt konstant
Der Österreicher David Reinbacher nutzte die Saison in der Schweizer National League, um sich den Respekt der Scouts zu erarbeiten. Er galt zwar bereits zu Beginn der Saison als talentierter Verteidiger, hatte aber noch nicht das Ansehen, dass er sich in den vergangenen Monaten verdiente. Nachdem er Kloten in der vorherigen Saison zum Aufstieg verholfen hatte, trug er nun mit 22 Punkten (3 Tore, 19 Assists) dazu bei, dass das Team in den Pre-Playoffs steht. Dort spielt der Aufsteiger ab Dienstag in einer Best-of-3-Serie gegen den SC Bern um einen der letzten beiden Playoff-Plätze.
Reinbacher schaffte es auf den 22. Platz in der Scorerliste der Verteidiger. Teamintern war er der sechstbeste Scorer und zweitbeste Verteidiger. Besonders stark fällt sein Niveau im Vergleich mit gleichaltrigen Spielern auf. Der nächstbeste U20-Spieler ist Dario Sidler mit sieben Punkten. Selbst wenn man die Altersgrenze auf 22 Jahre erhöht, kann nur Stürmer Simon Knak die Ausbeute von Reinbacher um einen Punkt überbieten. Durch seine Beiträge in der Offensive, die er auch noch mit Abwehrarbeit auf einem Niveau verbindet, das man von einem 18-Jährigen nicht erwartet, hat er gute Chancen, der erste Verteidiger zu sein, der dieses Jahr gedraftet wird.

David Reinbacher

Brandl und Bicker nutzen ihre Chance bei den Jungadlern
Bei der Nachwuchsabteilung der Adler Mannheim kann man sich über den Saisonverlauf kaum beschweren. Am Ende der Hauptrunde standen die Jungadler in der Tabelle der DNL ganz oben, mittlerweile ist auch die erste Playoff-Runde gegen das Team aus Schwenningen mit 3:1 gewonnen.
Großen Anteil am positiven Verlauf hatten zwei Stürmer, die unter Beobachtung der NHL-Scouts stehen. Linus Brandl und Kevin Bicker punkteten am laufenden Band und verhalfen Mannheim so an die Spitze. Brandl war mit 47 Punkten (25 Tore, 22 Assists) in Evaluierungs- und Hauptrunde der Topscorer des Teams, allerdings fällt er seit einem 5:1-Sieg gegen Köln am 18. Februar aus.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
Bicker brachte es bis zum Ende der Hauptrunde zwar nur auf 21 Punkte (10 Tore, 11 Assists), bestritt aber auch lediglich 20 Partien. Nach Punkten pro Spiel war er der drittbeste Akteur der Jungadler. In vier Playoff-Spielen ließ er weitere drei Tore und einen Assist folgen. Dank seiner starken Auftritte in der DNL durfte er in der regulären Saison sogar sein DEL-Debüt feiern. Die beiden stehen bei den Scouts sicherlich nicht so hoch im Kurs wie etwa Reinbacher, könnten in den späteren Runden aber das Interesse einiger Teams wecken.