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David Aebischer äußert sich zu NHL-Themen

Der ehemalige NHL-Torwart schreibt in seiner exklusiven Kolumne über Hischier, NHL in der Schweiz, Trade Deadline uvm

von David Aebischer / exklusiv für NHL.com/de

David Aebischer war ein Pionier für das Schweizer Eishockey. Er war der Erste seines Landes, der sich in der NHL durchsetzen und im Jahr 2001 mit der Colorado Avalanche als Backup-Torhüter von Patrick Roy den Stanley Cup gewinnen konnte. Zwei Jahre später beerbte er den großen Roy nach dessen Rücktritt. Weitere Stationen seiner NHL-Karriere, die 2007 mit seiner Rückkehr in die Schweiz endete, waren die Montreal Canadiens und Phoenix Coyotes. Aebischer absolvierte 214 Spiele in der regulären Saison sowie 13 Playoff-Spiele und verbuchte dabei über 91 Prozent gehaltener Schüsse. Der heutige Torhüter-Trainer und Assistenz-GM beim HC Fribourg-Gotteron wird in einer regelmäßigen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.

Hier die neueste Ausgabe:

Die NHL kehrt in die Schweiz zurück. Das war für mich eine sehr positive Meldung in den letzten Wochen und war auch an der Zeit, dass die Fans in der Schweiz die NHL erneut aus der Nähe geboten bekommen. Bereits im Jahr 2008 mit den New York Rangers, 2009 mit den Chicago Blackhawks und 2011 wieder die Rangers gab es bei uns im Land Auftritte von NHL-Teams. Allerdings ist es dieses Mal etwas Besonderes weil mit Nico Hischier unser Erstrunden-Draft-Pick mit den New Jersey Devils auftreten wird und mit Mirco Müller ein zweiter Schweizer dort spielt. Das wird die Leute sicher begeistern.

Insgesamt stellt es auch eine generelle Wertschätzung der Leistung der Schweizer in der NHL dar, weil bisher war die Liga fast nur in Skandinavien und letztes Jahr in China, wo sicher wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, aber wir sehen das schon als Anerkennung für die geleistete Arbeit im Nachwuchsbereich und dass mehr Spieler aus unserem Land den Sprung in die NHL geschafft haben.

Natürlich wird es eine tolle Werbung für das nordamerikanische Eishockey sein, wenn man eine Mannschaft mal live sehen kann, aber mittlerweile kann man ja jeden Morgen nach dem Aufstehen die Zusammenfassungen im Internet schauen und die Medien berichten viel mehr. Die jungen Leute kennen dadurch die NHL und die Spieler heute viel besser als das noch vor 20 Jahren der Fall war. Aber ein Spiel live zusehen und die Show darum herum ist schon etwas Besonderes und wird eine Motivationsspritze für jeden Jungen sein. Ich bin damals extra nach Quebec geflogen und habe mir ein NHL-Spiel angeschaut, aber nach meinem ersten Erlebnis dort war mir klar, dass ich in dieser Liga spielen wollte und habe alles dafür gegeben.

Es gibt keinen besseren Botschafter als Hischier. Er zeigt schon in seiner ersten Saison, die für junge Leute, die neu in die NHL kommen, traditionell wegen der Belastung einer kompletten Saison über 82 Spiele etwas schwieriger ist, dass er eine große Karriere vor sich hat. Es geht immer bei jedem Spieler während einer Saison bergauf und bergab und insbesondere junge Spieler müssen lernen, damit umzugehen. Aber es ist schon beeindruckend wie er seine kleinen Krisen, die er hatte, ruhig und sehr schnell weggesteckte. Zuletzt hat er vier Spiele in Serie getroffen und so der Mannschaft unheimlich geholfen.

Video: NJD@CAR: Hischier in die Ecke des Tores

Es sind zwar noch einige Spiele zu gehen, aber es fällt auf, dass viele Teams, die vorher ganz oben auf der Rechnung waren, sich mit dem Einzug in die Stanley Cup Playoffs schwer tun bzw. es teilweise nicht mehr schaffen werden. In der Western Conference ist das Rennen weitgehend noch offen, doch enttäuschend sind die Edmonton Oilers. Man dachte, dass sie letztes Jahr den Sprung in eine Topmannschaft geschafft hätten. Wie wir sehen, ist es aber noch nicht der Fall. Auch die Los Angeles Kings kämpfen wieder ums Überleben. Dass die Chicago Blackhawks so viel verlieren würden, hätte auch niemand gedacht. Doch genau das ist es, was die NHL so spannend und einzigartig macht. Nichts ist vorhersehbar und alles sehr ausgeglichen. Die Prognosen sind nicht immer richtig und das ist auch ab und zu schön so.

Wer sich wieder gefangen hat, das sind die Pittsburgh Penguins. Sie sind in der Metropolitan Division wieder vorne dabei. Ich weiß nicht, wo die Ursache dafür liegt, aber ich kann mir nur erklären, dass es an ihrer doch sehr kurzen Pause im Sommer liegt. Irgendwie schaffen sie es als Mannschaft rechtzeitig den Gashahn aufzumachen, um zu den Playoffs in Topform zu sein.

 

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Durch den Misserfolg einiger guter Teams, wie auch der Rangers, könnte die Trading Deadline in der nächsten Woche interessant werden, weil einige gute Spieler auf den Markt kommen könnten. Doch auch hier gilt, dass es nicht so kommen muss, wie erwartet. Es ist schwierig vorherzusagen, was passieren wird, weil wir nicht wissen, welche Teams als Seller oder Buyer aktiv werden. Oft ist es so, dass ein Blockbuster-Trade vieles auslösen und einen Domino-Effekt haben kann. Sollte es aber an irgendetwas scheitern, dann passiert eben weniger. Die Rangers werden Spieler auch nur abgeben, wenn sie eine entsprechende Gegenleistung erhalten. Ist kein anderes Team dazu bereit, dann wird es eben nichts. Von daher bleibt es abzuwarten, was passiert. Doch Spannung kommt für die Fans allemal auf.

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