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Finalniederlage trifft die Bruins bis ins Mark

Bostons Spieler sind nach dem verpassten Sieg im Stanley Cup Finale bitter enttäuscht, aber dennoch stolz auf ihr Team

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Autor

Die Stimmung bei den Boston Bruins nach Spiel 7 im Stanley Cup Finale 2019 kam der auf einer Beerdigung ziemlich nahe. Kapitän Zdeno Chara saß mit verbitterter Miene auf der Spielerbank und starrte vor sich hin, etwas abseits von ihm kauerte Marcus Johansson, die Hände vors Gesicht geschlagen, um die Tränen der Enttäuschung zu verbergen. Derweil knieten David Pastrnak und David Krejci noch völlig ausgepumpt auf dem Spielfeld. Zu den am anderen Ende der Eisfläche feiernden Spieler der St. Louis Blues vermochten sie nicht aufzublicken.

Ein einziger Sieg hatte den Bruins gefehlt, um nach 2011 zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt den Stanley Cup zu gewinnen. Doch es sollte nicht sein. Die Hausherren waren zwar vor allem zu Beginn des entscheidenden Duells überlegen, scheiterten aber immer wieder am glänzend aufgelegten Blues-Schlussmann Jordan Binnington. In der Schlussphase des ersten Drittel nahm das Unheil für Boston seinen Lauf. Ryan O´Reilly und Alex Pietrangelo brachten die Blues mit 2:0 in Führung. Von diesem Nackenschlag erholten sich die Bruins trotz aller Gegenwehr nicht mehr.

Brayden Schenn und Zach Sanford sorgten mit ihren Treffern zum 3:0 und 4:0 im letzten Abschnitt endgültig für klare Verhältnisse. Danach suchten viele Bostoner Fans das Weite. Das Ehrentor zum 1:4 durch Matt Grzelcyk zwei Minuten vor Schluss war weder für die verbliebenen Anhänger noch für die Mannschaft selbst ein Trost. Für Boston endete die Saison 2018/19 mit einer herben Enttäuschung.

Video: STL@BOS, Sp7: Rask wehrt Schenn gerade noch ab

Besonders bitter war die Niederlage für fünf Spieler der Bruins. Sie hatten gehofft, den 20 Kilogramm schweren Silberpokal nach acht Jahren erneut in die Höhe stemmen zu können. Neben Verteidiger Chara standen noch Torhüter Tuukka Rask sowie die Angreifer Patrice Bergeron, Brad Marchand und David Krejci von der Meistermannschaft 2011 auf dem Eis.

Für den inzwischen 42 Jahre alten Haudegen Chara wäre ein zweiter Triumph im Bruins-Trikot auch ein Sieg über den eigenen Körper gewesen. In Spiel 4 des Finales gegen die Blues hatte er sich eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen. Er gab jedoch nicht klein bei und lief - geschützt durch ein Vollvisier - auch in den folgenden drei Partien auf. Trotz seines unermüdlichen Einsatzes blieb ihm der Erfolg letztlich verwehrt.

 

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Center Bergeron saß wie ein Häuflein Elend in der Kabine. "Das ist wahnsinnig hart. Wir haben so viel dafür getan, dass wir zu diesem Punkt gelangt sind. Es bricht mir fast das Herz", sagte er nach der Niederlage im alles entscheidenden Match mit brüchiger Stimme. "Dennoch bin ich sehr stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben viele charakterstarke Typen im Team. Wir mussten auf dem Weg ins Finale viele Widrigkeiten überwinden. Heute Abend überwiegen jedoch die negativen Gefühle", fügte er hinzu.

Ein wenig gefasster wirkte Torwart Rask bei seiner Analyse. "Jedes Jahr versucht man, etwas Besonderes zu erreichen. Diesmal standen wir kurz davor. Wir hatten einen guten Lauf. Aber zum Schluss hat uns leider der eine Sieg gefehlt. Trotzdem bin auch ich stolz auf das, was wir erreicht haben und wie wir als Team aufgetreten sind", sagte er.

Video: STL@BOS, Sp7: Blues, Bruins geben sich die Hände

Der 32-jährige Goalie hatte mit einer Galavorstellung in Spiel 6 dafür gesorgt, dass es zum Showdown im TD Garden kommen konnte. Dort ging für ihn eine beeindruckende Serie zu Ende. Erstmals seit 19 Begegnungen musste er wieder vier Gegentreffer hinnehmen. Seit Spiel 4 der ersten Runde in den Stanley Cup Playoffs im Osten gegen die Toronto Maple Leafs hatte er nie mehr als drei Tore kassiert.

Bostons Trainer Bruce Cassidy musste auf der Pressekonferenz zunächst einmal tief durchatmen, bevor er zu seiner Stellungnahme anhob. "Man fühlt einfach eine große Leere im Moment. Es ist schwer, in diesem Augenblick die richtigen Worte zu finden", teilte er den Medienvertretern mit. Auf eine Feststellung legte er jedoch besonders wert: "Wir können erhobenen Hauptes aus der Arena gehen, auch wenn sich jetzt alles einmal trostlos anfühlt."

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