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Das Schweizer Team der Eishockey WM 2016

von Alexander Gammel / NHL.com

In den vergangenen Jahren konnte die Schweiz bei der WM immer wieder für Aufsehen sorgen, da sie die großen Nationen immer wieder ins straucheln brachte. Es ist noch nicht allzu lange her, da sprach man im Eishockey nur von den 'großen sieben'. Bei der jährlichen Weltmeisterschaft, stellte sich lediglich die Frage, welche der großen Nationen die Medaillen holen würden, Kanada, USA, Russland, Tschechien, die Slowakei, Finnland oder Schweden. Doch seit einigen Jahren beweist die Schweiz regelmäßig, dass sie auch gegen diese Mannschaften gewinnen kann und hat somit den Kampf um die vorderen Plätze weiter geöffnet. Nach der Silbermedaille 2013, kamen aber mit dem Vorrundenaus 2014 und der Niederlage gegen die USA im Viertelfinale 2015 herbe Enttäuschungen. Die Frage ist: Kann die diesjährige Auswahl um Trainer Patrick Fischer an alte Erfolge anknüpfen und die Favoriten ärgern?

Die Eidgenossen treten mit einer Mischung aus Spielern der eigenen Nationalliga A und Legionären aus Übersee an. Mit sechs Spielern stellt Davos einen großen Teil der Mannschaft, darunter Andres Ambühl, der zur Nati Auswahl gehört, wie die Berge zur Schweiz. Neben den Mitgliedern aus der eigenen Liga treten mit Reto Berra (Colorado Avalanche), Raphael Diaz (New York Rangers), Yannick Weber (Vancouver Cannucks), Sven Andrighetto (Montreal Canadiens) und Nino Niederreiter (Minnesota Wild) auch fünf NHL Spieler an, sowie Christian Marti von von den Lehigh Valley Phantoms aus der AHL.

Ein Fragezeichen ist die Torhüterposition, traditionell eine Stärke der Schweiz. Dieses Jahr ist Reto Berra der einzige Torwart mit WM Erfahrung, durch Verletzungen während der Saison kam er aber aufgrund von Verletzungen nur 14 Mal zum Einsatz. Das könnt die Tür öffnen für Robert Mayer, der bei Genf eine starke Form zeigte und Berra den Status als erster Torhüter streitig machen könnte.

In der Abwehr zählen die Schweizer unter anderem auf Yannick Weber und Raphael Diaz, der diese Saison allerdings nur beim Farmteam der Rangers in der AHL eine Rolle spielte. In der Hintermannschaft haben die Eidgenossen die schmerzhaftesten Ausfälle zu beklagen: die beiden wohl prominentesten Namen, Roman Josi und Mark Streit stehen beide nicht zur Verfügung. Roman Josi steht nach einer sensationellen Saison mit 61 Punkten derzeit mit den Nashville Predators im Conference Halbfinale gegen die San Jose Sharks. Routinier Mark Streit (38) erteilte eine Absage, da er sich nach eigener Aussage, nach der langen NHL Saison zu erschöpft fühlt.

Im Angriff kann das Trainergespann um Patrick Fischer, Felix Hollenstein und NHL Veteran Reto von Arx auf die NHL Spieler Sven Andrighetto und Nino Niederreiter zählen. Vor allem Niederreiter kam gegen Ende der Saison immer besser in Schwung und konnte mit seinen Offensivqualitäten überzeugen. Tatkräftige Unterstützung bekommen die beiden von ihren Kollegen aus der eigenen Liga. Ambühl und Marc Wieser erzielten über 40 Punkte für Davos, Martschini landete mit 54 Punkten auf Platz drei der NLA.

Die Schweizer hoffen wieder zur Form der WM 2013 zurückzufinden. Entscheidend für den Einzug in die Endrunde wird der Start ins Turnier. Der siebte der Weltrangliste trifft in den ersten fünf Tagen auf Kasachstan, Norwegen, Dänemark und Lettland. Gewinnen die Eidgenossen diese vier Spiele, stehen sie im Viertelfinale. Sollten sie jedoch gegen diese kleinen Nationen Punkte lassen, wären sie auf Schützenhilfe oder Siege gegen die Favoriten der Gruppe, Tschechien, Schweden und Russland angewiesen.

Die Tschechen setzen dabei hauptsächlich auf Spieler, die in Tschechien und Russland aktiv sind, haben aber auch vier NHL Spieler im Aufgebot, darunter Tomas Plekanec. Die Konkurrenz aus dem hohen Norden tritt mit sechs Stars aus Übersee an, allerdings fehlen große Namen wie die Sedins oder Zetterberg. Des Weiteren gibt es gegen sie ein Wiedersehen mit drei Spielern aus der NLA (Fransson, Gustafsson, Klasen). Der Gasgeber aus dem Osten tritt mit 10 NHL Spielern an, auch Superstar Pavel Datsyuk ist dabei. Aufgefüllt wird der Kader mit Topspielern der KHL.

Wollen die Schweizer das erklärte Ziel Viertelfinale erreichen, können sie es sich also nicht erlauben zu zögern, oder langsam in das Turnier zu Starten.

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