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Dallas Stars rüsten mächtig auf

Vier namhafte Neuzugänge sollen in der kommenden Saison einen Platz in den Playoffs sichern

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Dallas Stars rüsten für die kommende Spielzeit mächtig auf. Sie ziehen damit die Konsequenzen aus einer enttäuschenden Saison 2016/17, in der sie die Playoffs klar verpassten. Neben einigen Talenten verpflichtete General Manager Jim Nill mit Ben Bishop, Marc Methot, Martin Hanzal und Alexander Radulov vier anerkannte Branchengrößen. Sie sollen durch ihre Erfahrung dazu beitragen, dass die Kundschaft im American Airlines Center im Frühjahr 2018 wieder Endrunden-Hockey zu sehen bekommt.

Mit dem nötigen Feinschliff des Kaders ist Coach Ken Hitchcock beauftragt. Im April präsentierten ihn die Verantwortlichen als neuen Mann an der Bande, nachdem sie zuvor Lindy Ruff seines Amtes enthoben hatten. Hitchcock dürfte kräftig souffliert haben, was die Einkäufe betrifft.

Torhüter Bishop ist als Nummer eins zwischen den Pfosten gesetzt. Weder Kari Lehtonen noch Antti Niemi vermochten auf dieser Position in der abgelaufenen Serie durchgehend zu überzeugen. Mit 262 Gegentoren waren die Stars nach Schlusslicht Colorado Avalanche die Schießbude in der Western Conference. Lehtonen muss sich nun als Backup hinter Bishop einreihen. Sein finnischer Landsmann Niemi, 2010 Stanley-Cup-Champion mit den Chicago Blackhawks, bekam keinen neuen Vertrag und landete inzwischen bei den Pittsburgh Penguins.

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General Manager Nill hält große Stücke auf Bishop. "Ben hat bewiesen, dass er zu den Top-Torhütern der NHL gehört", sagte er. 2013/14 und 2014/15 gehörte er zu den drei Anwärtern auf die Vezina Trophy für den besten Goalie in der NHL. In der vergangenen Saison kam der 30-Jährige bei den Tampa Bay Lightning und den Los Angeles Kings zu 39 Einsätzen. Er verzeichnete 37 Starts, 18 Siege und eine Fangquote von 91 Prozent. Sein Gegentorschnitt betrug 2,54. Wegen einer Verletzung hatte er einige Wochen pausieren müssen. Mitte Mai setzte Bishop sein Autogramm unter einen Sechsjahresvertrag, der ihm insgesamt 29,5 Millionen US-Dollar einbringt.

Verteidiger Methot kommt von den Vegas Golden Knights. Sie hatten ihn beim Expansion Draft von den Ottawa Senators ausgewählt. Wenige Tage später tauschten sie den Defensivspieler mit den Stars gegen Nachwuchstorhüter Dylan Ferguson und einen Zweitrundenpick beim NHL Draft 2020. Methots Vertrag läuft noch zwei Jahre. In der vergangenen Saison gelangen dem 32-jährigen Blueliner bei 68 Einsätzen zwölf Vorlagen. Er wies in den zurückliegenden drei Spielzeiten jeweils den besten Plus-Minus-Wert aller Verteidiger der Senators aus.

Mit Martin Hanzal sicherte sich Dallas die Dienste eines robusten Centers. Der 1,97 Meter große und 103 Kilo schwere Tscheche vergrößert damit die Optionen des Trainers in der Sturmmitte. Mit Tyler Seguin, Jason Spezza und Radek Faksa waren die Stars dort bereits ordentlich besetzt. "Wir haben nun eine gute Mischung aus verschiedenen Spielertypen im Zentrum - schnell, torgefährlich, zweikampfstark. Auf diese Weise können wir mit jedem in der Liga mithalten", betonte Nill.

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Der 30-jährige Center stand bis Ende Juni bei den Minnesota Wild unter Vertrag. In 71 Begegnungen in der abgelaufenen Saison hatte er 39 Punkte (20 Tore, 19 Vorlagen) auf dem Konto. Nach neun Jahren bei den Arizona Coyotes war er am 27. Februar zu den Wild gestoßen. Bislang bestritt Hanzal in seiner Karriere 628 Hauptrunden-Spiele, bei denen er 326 Punkte (121 Tore, 205 Assists) erzielte. Hinzu kamen 13 Punkte bei 28 Playoff-Einsätzen. Sein Vertrag bei den Stars läuft zunächst über drei Jahre und bringt ihm 14,25 Millionen US-Dollar ein.

Als Verstärkung für die rechte Seite im Angriff zog die Franchise aus Texas den Russen Alexander Radulov an Land. Als Unrestricted Free Agent unterschrieb der 30-Jährige am Montag einen Kontrakt über fünf Jahre, der mit 31,25 Millionen US-Dollar dotiert ist. Radulov erzielte letzte Saison 54 Punkte (18 Tore, 36 Assists) in 76 Spielen für die Montreal Canadiens und war damit hinter Max Pacioretty zweitbester Scorer seiner Mannschaft. In den Playoffs führte er die Canadiens mit sieben Punkten (zwei Tore, fünf Vorlagen) aus sechs Partien an. "Wir haben die Karten offen auf den Tisch gelegt. Am Ende war es einfach für mich, nach Dallas zu gehen", kommentierte Radulov die Entscheidungsfindung.

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General Manager Nill war von den Gesprächen ebenfalls angetan. "Es ist kein Geheimnis, dass er zu den besten Spielern der Welt zählt. Wir haben ihn in Montreal gesehen, wo er wirklich gut drauf war. Dann haben wir ein paar Anrufe gemacht und mit Leuten gesprochen, die mit ihm auf dem Eis standen und ihn gut kennen. Alle haben von ihm geschwärmt. In der Free Agency haben wir schließlich direkt Kontakt aufgenommen und uns geeinigt", erläuterte er. Mit der Verpflichtung Radulovs sendeten die Stars endgültig ein Signal an die Konkurrenz, dass mit ihnen in der kommenden Saison wieder zu rechnen ist.

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