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Sid the Kid und Super Mario im Vergleich

Inside the Numbers: Sidney Crosby und Mario Lemieux als Rekordspieler der Penguins gegenüber gestellt

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the Numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Sidney Crosby im Vergleich zu Mario Lemieux.

 

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Große Spieler kommen, große Spieler gehen, was bleibt, sind ihre historischen Leistungen und die Zahlen in der Statistik. Am Samstag den 9. Februar 2019 wurde einer der Rekorde eines der größten Spieler aller Zeiten gebrochen. Sidney Crosby absolvierte sein 916. Spiel für die Pittsburgh Penguins und brach damit den Franchise-Rekord, den Legende und Eigentümer sowie Crosbys Mentor Mario Lemieux in der Saison 2005/06 aufgestellt hatte.

Crosby gilt als einer der besten, wenn nicht gar der beste aktive Spieler. Sein Platz in der Hockey Hall of Fame ist bereits sicher. Er hat beinahe alles gewonnen, was es im Eishockey zu gewinnen gibt. Doch selbst für ein Ausnahmetalent wie Crosby ist es etwas Besonderes, einen Rekord von Mario Lemieux zu brechen, schließlich wird der stets als einer der besten Spieler aller Zeiten genannt.

In dieser Ausgabe von Inside the Numbers analysiert NHL.com/de die Statistiken und Leistungen dieser beiden Schwergewichte im Kontext der Zeit. Die NHL und der Sport an sich sind im ständigen Wandel, so sind die Zahlen aus den unterschiedlichen Generationen nicht einfach eins zu eins zu vergleichen.

Tweet from @penguins: Sidney Crosby makes history once again!⁰Congratulations to the captain on playing in his 916th NHL game, surpassing Mario Lemieux for the most games played in Pittsburgh Penguins history. pic.twitter.com/Nobvz4UMwd

Harte Fakten

Der Rekord für die meisten Spiele gehört Crosby, doch wirft man einen Blick auf die anderen Bestwerte in der ewigen Liste der Penguins, ist ein klares Muster erkennbar. Lemieux führt das Franchise nach wie vor in beinahe allen Bereichen an. Er hält die Rekorde für die meisten Tore (690), Assists (1033), Punkte (1723), Punkte pro Spiel (1,88), Tore und Punkte im Powerplay (236, 701) und Tore und Punkte in Unterzahl (49, 71).

Crosby liegt nach Assists (746), Punkten (1723) und Punkten im Powerplay (427) auf Platz zwei. Nach Toren (435) und Toren im Powerplay (131) belegt er den dritten Rang. Er hält lediglich den Rekord für die meisten Tore in der Verlängerung (14), weil die NHL die Overtime erst in Lemieuxs letzter Spielzeit eingeführt hatte.

Video: PIT@PHI: Crosby versenkt freien Puck zum ersten Tor

Lemieuxs Rekorde für eine einzelne Saison liegen bei 85 Toren, 114 Assists und 199 Punkten, allesamt aus der Saison 1988/89. Crosbys Bestwerte betragen 51 Tore, 84 Assists und 120 Punkte. Lemieux erreichte in 17 Saisons zehn Mal mindestens 100 Punkte, Crosby gelang das in 14 Spielzeiten fünf Mal.

Der Rest der Liga

Um die nackten Zahlen jedoch vergleichbar zu machen, muss man jedoch betrachten, wie viele Tore in der gesamten Liga im Durchschnitt pro Spiel fielen. In dieser Hinsicht gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen der Ära Lemieuxs und der Ära Crosbys.

Lemieux kam in der Saison 1984/85 zu einer Zeit in die NHL, als die Liga mit Stars gespickt war, die noch heute regelmäßig in den Listen der größten Spieler aller Zeiten auftauchen. Das bekannteste Beispiel ist Wayne Gretzky, doch es finden sich noch viele weitere Größen, wie Ron Francis, Steve Yzerman, Brett Hull und Paul Coffey, die alle nicht nur in der Hall of Fame sind, sondern anlässlich des hundertjährigen Bestehens der NHL unter die 100 besten Spieler aller Zeiten gewählt wurden.

Dank dieser Schwemme an Superstars und einer extrem offensiven Spielweise, fielen Tore am laufenden Band. Bei Crosbys Debüt in der Saison 2005/06 fielen 6,17 Treffer pro Partie, 1984/85 gab es pro Spiel im Durchschnitt 7,77 Tore pro Spiel, ein Unterschied von 1,6 Toren pro Spiel, oder 25,9 Prozent mehr Tore. Dabei war Crosbys erste Saison noch diejenige, in der deutlich die meisten Tore während seiner aktiven Zeit fielen. Erst in der laufenden Saison nähert man sich diesem Wert mit 6,12 langsam wieder an. Der Tiefstwert aus der Saison 2012/13 liegt bei 5,44. Damals war Crosby 25 Jahre alt, also im besten Alter für einen Stürmer. Lemieux spielte in elf Saisons, die torreicher ausfielen, als Crosbys erste Saison. Sid the Kid kann jedoch noch auf einige große Saisons hoffen, denn seit Ende der Saison 2015/16 gibt es wieder deutlich mehr Tore zu feiern, der Durchschnitt stieg um 1,7.

 

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Diese Diskrepanzen in der Statistik machen klar, dass die Leistungen der beiden mit unterschiedlichen Maßstäben betrachtet werden müssen. Rechnet man Crosbys Bestleistungen jedoch hoch auf den höheren Schnitt an Toren und damit auch Punkten, erreicht man die Werte der Konkurrenz jedoch immer noch nicht. Seine persönlichen Rekorde an Assists und Punkten lägen theoretisch bei 107 Assists und 152 Punkten, an Toren käme er auf 67. Alle drei Werte liegen deutlich hinter Lemieux.

Die Auswertung

Zahlenspiele schön und gut. Fakt ist, dass es sich ohne Zweifel um zwei der größten Spieler ihrer Generationen und aller Zeiten handelt. Crosby führt die Penguins als Kapitän seit über zehn Jahren in der erfolgreichsten Zeit der Franchise-Geschichte an. Unter seiner Führung errangen sie drei Stanley Cups und er ist als Gewinner der Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft im Triple Gold Club. Mit gerade einmal 31 Jahren hat er noch einige Zeit sich in den Geschichtsbüchern des Sports zu verewigen.

Video: Das Beste von Mario Lemieux

Lemieuxs Leistungen gehören zu den größten individuellen Errungenschaften der NHL-Geschichte. In einer Zeit, in der unglaubliche Konkurrenz um die Plätze der Topscorer herrschte, konnte er sich durchsetzen, was klar ist, wenn man die punktbesten Saisons aller Zeiten betrachtet. Von den 13 höchsten Punktzahlen gehen vier auf Lemieuxs Konto. Die restlichen neun tragen alle den Namen Wayne Gretzky. Lemieuxs Karriere wird umso beeindruckender durch die Tatsache, dass er von Verletzungen und Krankheiten geplagt nie alle Spiele einer Saison bestritt und sich 1993 sogar einer Therapie aufgrund einer Krebserkrankung unterziehen musste. Sonst hätte er womöglich auch 'The Great One' Gretzkys großartige Zahlen gefährden können.

Crosby wird wohl nie auf die gleichen absoluten Zahlen wie Lemieux kommen, was seinen Status als Legende des Sports jedoch keineswegs mindert, oder in Frage stellt. Lemieux wird immer als einer der größten Spieler aller Zeiten bekannt sein, doch ein Platz zu seiner Rechten ist Crosby allemal sicher.

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