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Bruins gehen langsam Verteidiger aus

Vier verletzte Verteidiger in den letzten vier Spielen bringen Boston in Not

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Es sah schon so aus, als ob die Boston Bruins ihren zweiten Auswärtssieg in der Eastern Conference Stanley Cup Playoff Serie der ersten Runde gegen die Ottawa Senators feiern. Nach 40 Minuten in Spiel 2 am Samstag und einer abgeklärten Leistung lagen die Bruins mit 3-1 in Front.

Blicken wir zurück auf das erste Spiel am Mittwoch. Zum gleichen Zeitpunkt führten die Senators den Chancen und den Spielanteilen nach entsprechend verdient mit 1-0. Am Ende triumphierten die Gäste durch zwei Tore im Schlussabschnitt mit 2-1 und entführten das Heimrecht in der Serie.

Dementsprechend groß war der Druck von Ottawa das zweite Spiel keinesfalls zu verlieren und dann dieser Rückstand zur zweiten Pause.

"Wir haben eine Seele entwickelt", sagte Senators Trainer Guy Boucher. "Wir haben von Spiel zu Spiel auch eine Fähigkeit entwickelt, Rückstände während Spielen wegzustecken. Und das ist etwas, was wir bestimmt zu Beginn des Jahres noch nicht hatten."

Video: BOS@OTT, Sp2: Phaneuf schießt Senators zum OT Sieg

Ottawa glich das Spiel durch Tore von Dennis Wideman in der 46. Minute und Derick Brassard in der 48. Minute aus. Nach einer Strafzeit gegen Zdeno Chara wegen Spielverzögerung kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit gingen die Senators in Überzahl in die Verlängerung und erzielten kurz nach dem Ablauf der zwei Minuten den entscheidenden Siegtreffer zum 4-3 durch Dion Phaneuf.

"Einfach typisch", sagte Bruins Trainer Bruce Cassidy. "Ein Team das zurückliegt, sie sind zu Hause, sie kämpfen, sie mussten alles geben und sie taten es. Wir sahen das gleiche am Mittwoch, da haben wir es mit ihnen gemacht. Was frustrierend ist, dass wir generell wirklich gut darin sind, Spiele nach Hause zu bringen."  

Die Bruins haben die große Chance vertan, die Serie mit einer 2-0 Führung in ihre Richtung zu bringen, wenngleich sie immerhin mit einem Sieg in der Fremde ihr Soll erfüllt haben.  

"Wir wollen das 2-0 erreichen", betonte Cassidy. "Ich werde nicht hier sitzen und Ihnen sagen, dass ich mit dem Unentschieden zufrieden bin. Wir waren 20 Minuten davon entfernt mit 2-0 in Führung zu gehen. Das ist die Art, wie ich darauf blicke."

Der Trainer weiß, wovon er spricht, zumal er zunehmend ein Problem in der Verteidigung bekommt. Mit Adam McQuaid musste im Spiel 2 der vierte Verteidiger der Bruins im vierten Spiel in Folge verletzt die Partie frühzeitig beenden. Zuvor fielen bereits Colin Miller, Brandon Carlo und Torey Krug aus.

 Video: BOS@OTT, Sp2: Brassard verwertet Karlssons Pass

NHL Neuling Charlie McAvoy muss viele Minuten Eiszeit abspulen, macht seine Sache bislang mehr als gut, lässt aber die Frage offen, ob er dieses Niveau länger halten kann. Joe Morrow wurde am Samstag zum ersten Mal seit dem 22. Januar wieder eingesetzt.

Die Situation bei den Bruins ist also keineswegs komfortabel, weswegen ein 2-0 gut getan hätte. Trotzdem fährt die Mannschaft optimistisch nach Hause zu Spiel 3 am Montag (7 p.m. ET, CNBC, SN, TVA Sports, NESN).

"Sie hatten ihre Fans da", sagte Bruins Stürmer Tim Schaller. "Sie waren schön laut, aber wir haben ein Spiel von ihnen entführt. Wir haben unsere Fans und sie sind viel besser als ihre, also hoffen wir darauf, dass wir zu Hause beide Spiele gewinnen werden."

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