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MacKinnon hat einen schwer zu stoppenden Lauf

Avalanche-Stürmer muss von den Flames für einen Erfolg in Spiel 4 besonders beachtet werden

von Stefan Herget @nhlde / Chefautor NHL.com/de

Nach dem zweiten Sieg in Folge gegen die Calgary Flames in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs der Western Conference führen die Colorado Avalanche überraschend mit 2:1 in der Serie. Ein deutlicher 6:2-Erfolg stand am Montag nach der Partie im Pepsi Center von Denver zu Buche. Die Außenseiter aus Colorado haben in Spiel 4 am Mittwoch (10 p.m. ET; NBCSN, CBC, TVAS, ALT) die Möglichkeit, durch einen weiteren Sieg in die Nähe der zweiten Runde zu kommen.

"Es ist ein Spiel, es wird eine lange Serie", sagte Calgarys Torhüter Mike Smith fast trotzig. "Sie haben uns heute bearbeitet und überrannt. Sie waren in vielen Bereichen besser. Das Großartige der NHL Playoffs ist, dass du vier Spiele gewinnen musst. Das müssen wir weiterhin bedenken."

Entscheidend wird für die Flames weiterhin sein, Avalanche-Stürmer Nathan MacKinnon zu stoppen. Die Nummer 29 von Colorado erzielte bereits in Spiel 2 den Siegtreffer in der neunten Minute der Verlängerung zum Serienausgleich, indem er mit seiner unnachahmlichen Schnelligkeit anzog und den Puck im Tordreieck des langen Ecks versenkte. Es war sein erster Treffer dieser Serie. Vergessen war der Frust, dass er vorher in Spiel 1 und 2 zusammen bereits elf Mal vergeblich versucht hatte, mit einem Torschuss Smith zu überwinden. Er hatte im richtigen Moment zugeschlagen.

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Dieser Treffer war anscheinend nicht nur für den 23-jährigen Kanadier befreiend, sondern für das komplette Team, denn sie legten zwei Tage später los wie die Feuerwehr. 21 zu 8 Torschüsse im ersten Drittel sprechen eine deutliche Sprache und hinzukommt, dass sie diese Überlegenheit auch in Tore ummünzten.

Erneut war es MacKinnon, der die beiden ersten Überzahlsituationen der Avalanche in Zählbares verwandelte, indem er in der 9. und 14. Minute die 2:0-Führung herstellte und etwas mehr als zwei Minuten später das 3:0 durch NHL-Neuling Cale Makar vorbereitete.

"Es war überragend", betonte MacKinnon auf das Powerplay angesprochen. "Wir waren verunsichert. Ich denke, ich sollte es nicht verunsichert nennen, wir konnten einfach nicht treffen. Aber heute hat es gut ausgesehen. Wir hätten noch ein paar mehr schießen können. Wir haben aber das mitgenommen, was wir gebraucht haben. Wir waren 2:0 vorne und sind von dort aus durchgestartet."

Erstaunlich beim Blick auf die Statistik wirkt, dass MacKinnon, der als Spieler mit vielen Torschüssen bekannt ist, von den insgesamt abgegebenen 56 Schüssen der Avalanche auf Smith nur fünf selbst beisteuerte. Während der regulären Saison hatte der Stürmer 365 Mal die gegnerischen Torhüter geprüft und damit so häufig wie kein anderer in der Liga. 

 

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MacKinnon hat zum zweiten Mal in seiner Karriere mehrere Tore in einem Playoff-Spiel markieren können. Es gelang ihm auch in Spiel 3 der letztjährigen Erstrunden-Serie gegen die Nashville Predators. Seine drei Punkte im ersten Drittel stellt den Avalanche/Nordiques-Franchise-Rekord für die meisten Punkte in einem Drittel in den Playoffs ein. Peter Forsberg schaffte diese Marke insgesamt neun Mal und zuletzt am 17. April 2004 gegen die Dallas Stars in Spiel 5 des Conference Viertelfinales.

Colorados 21 Schüsse im ersten Drittel stellten mit den meisten Schüssen in dem Drittel der Playoffs einen weiteren Franchise-Rekord ein, aufgestellt in den Conference Finals am 21. Mai 2000 gegen Dallas im 2. Drittel.

Die insgesamt 56 Schüsse der Avalanche sind die meisten in einem Playoff-Spiel seit dem 10. Juni 1996 bei den Florida Panthers in Spiel 4 des Stanley Cup Finales, das bekanntlich über fast drei Verlängerungen ging. Es war das erste Mal seit den Florida Panthers am 24. Mai 1996 gegen die Pittsburgh Penguins, dass diese Marke in den gesamten NHL Playoffs wieder erreicht wurde.

"Natürlich sind fast 60 Schüsse ein gutes Zeichen", verdeutlichte MacKinnon. "Wir waren sehr aggressiv."

Plötzlich stellt sich die Frage, ob die Flames in der Lage sein werden, den angefangenen Lauf der Avalanche und insbesondere von MacKinnon zu stoppen, obwohl sie als punktbestes Team der Western Conference und haushoher Favorit in die Serie gestartet waren.

"Nun, die Luft sollte nicht bei uns raus sein", gab sich Flames-Verteidiger Mark Giordano kämpferisch. "Es geht weiter, also werden wir antworten. Das haben wir das ganze Jahr gemacht und wir werden bereit sein."

Auf der anderen Seite lässt MacKinnon keinen Zweifel an der Einstellung von Colorado in Spiel 4 aufkommen: "Wir fühlen uns gut, aber zur selben Zeit müssen wir nach vorne schauen. Es ist nur ein Sieg, ich meine zwei Siege jetzt, aber wir müssen uns sammeln und für das überaus wichtige Spiel am Mittwoch bereit sein."

Die Fans können demnach ein weiteres spannendes Spiel erwarten.

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