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Hurricanes müssen die Bruins zweifeln lassen

Boston will Carolina glauben lassen, dass die Situation aussichtslos ist, doch ein Sieg kann alles ändern

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Für die Carolina Hurricanes scheint sich die überraschend lange Playoff-Reise dem Ende zu nähern. Auch in Spiel 3 des Eastern Conference Finales der Stanley Cup Playoffs mussten sich die Hurricanes den Boston Bruins geschlagen geben. Nach deutlichen Niederlagen in den Spielen eins und zwei verlor Carolina Spiel drei denkbar knapp mit 1:2 und liegt damit in der Serie mit 3:0 in Rückstand. Aus der zweiten Runde dürfte den Canes bekannt sein, wie schnell eine Serie jetzt beendet sein kann, sweepten sie doch selbst die New York Islanders.

Für Carolina gilt es mit dem Saison-Aus im Nacken nun zu den Erfolgen der vorherigen Runden zurückzufinden. Der Weg in Richtung des Stanley Cup Finales ist weit und eine gedrehte Serie gegen die dominanten Bruins wäre eine faustdicke Überraschung. Die Hurricanes haben im Jahr 2019 mit der Aufholjagd, um sich für die Playoffs zu qualifizieren, bereits bewiesen, dass sie für Überraschungen gut sind.

 

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Eine positive Grundeinstellung ist hierbei ein wichtiger Faktor. Auch in der scheinbar aussichtslosen Lage will sich Coach Rod Brind'Amour nicht von der Angst vor der Sommerpause leiten lassen: "Hoffnung ist immer der bessere Weg. Solange du spielst ist es ein Match das absolviert werden muss, egal was sonst los ist. Wir sehen es eher nach dem Prinzip' lass uns ein Spiel gewinnen und schauen was passiert'. Das ist besser als 'Siegen oder fliegen'. So haben wir das ganze Jahr nicht gedacht und damit fangen wir jetzt nicht an."

'It ain't over till the fat lady sings' besagt ein im Eishockey vielzitiertes Sprichwort. Für Carolina ist es diese Hoffnung und das seit Jahresbeginn gesammelte Selbstvertrauen, das vom Wunder träumen lässt. Jordan Staal konnte Spiel 3 jedoch auch positive Aspekte abgewinnen: "Wir haben so gespielt, wie wir es wollten. Das gibt uns ein besseres Gefühl. Vom Ergebnis sind wir dennoch enttäuscht, denn es war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wenn wir so spielen, werden wir ein besseres Ergebnis erzielen."

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Die besseren Ergebnisse müssen schnell kommen, denn jede weitere Niederlage bedeutet das Saisonende. Justin Williams erklärte noch eine Playoff-Runde zuvor, dass ein Team mit einer 3:0-Führung dem anderen die Aussichtslosigkeit der Lage vermitteln will.

Nun sich selbst in dieser Situation befindend, ist sich der Kapitän bewusst, dass auch Boston versucht die Hurricanes in die Resignation zu treiben: "Sie wollen uns ausschalten und uns deshalb weiß machen, dass wir keine vier Spiele hintereinander gewinnen können. Aber darauf schauen wir im Moment nicht, das blenden wir aus. Wir wollen ein Match gewinnen. Ich will es nicht schönreden, das ist keine ideale Situation."

Es ist ein Spiel, das die Hurricanes wieder in die Spur bringen könnte. Mit nur einem Erfolg kann Carolina den Samen des Zweifels aussähen und mit jedem weiteren Schritt gedeihen lassen. Nur wenn die Bruins den sichergeglaubten Sieg plötzlich schwinden sehen, können die Canes in die Serie zurückkommen.

 

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Staal weiß das und sieht im "3:0-Rückstand eine Chance" er ist sich sicher, dass man das so sehen muss. Du musst ein Spiel gewinnen, um sie zum Zweifeln zu bringen, und das haben wir bisher nicht geschafft. Wir wollen diesen Zweifel sähen." Der Angreifer beschwört den Kampfgeist seiner Mannschaftskameraden: "Es braucht vier, um uns auszuschalten und wir werden sehen, was passiert."

Der Siegeswille scheint bei den Hurricanes ungebrochen. Der Umgang mit schwierigen Situationen ist nach dem schwachen Saisonstart kein Neuland und die Spieler wissen, dass es nur mit vollem Einsatz eine Wende in der Serie geben kann.

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass jeder in der Kabine alles geben wird. Wie in einer Zahnpastatube kannst du immer noch mehr rausquetschen", griff Williams ein Bild von Coach Brind'Amour auf. Staal hält es da etwas einfacher: "Du stehst mit dem Rücken zur Wand und hast nichts zu verlieren."

Sollten die Hurricanes mit der gleichen Intensität wie in Spiel 3 auflaufen und diese auch über die gesamte Dauer aufrechterhalten, so hätten sie sogar viel zu gewinnen - der Samen des Zweifels wäre aufgegangen.

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