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Caps gewinnen dank ihrer Defensive, nicht ihrer Offensive

von Tom Gulitti / NHL.com

WASHINGTON -- Die Washington Capitals versuchten zu Beginn des zweiten Drittels, nachdem die Philadelphia Flyers zuvor mächtig Druck gemacht und aus allen Lagen geschossen hatten, ihr Spiel aufzuziehen.

Kein Schuss kam bis zu Schlussmann Braden Holtby durch. Nicklas Backstrom blockte zwei Schüsse während einer Flyers Drangperiode und Evgeny Kuznetsov sowie Dmitry Orlov blockten während einer anderen Phase zwei Schüsse von Shayne Gostisbehere.

Nachdem sich Holtby schließlich den Puck gekrallt und das Spiel unterbrochen hatte, humpelte Kuznetsov unter Schmerzen, ihn hatte Gostisbehere's Schuss am rechten Bein getroffen, zur Capitals Bank.

"Das tat nicht wirklich weh", scherzte Kuznetsov nach dem 2-0 Sieg der Capitals in Spiel 1 der Eastern Conference Erstrundenserie.

"Ich habe das vorgetäuscht."

Der Bluterguss schmerzt nach einem Sieg nicht mehr so stark, dementsprechend steckte auch ein bisschen Wahrheit in Kuznetsov's Flunkerei. Die Capitals haben Gründe genug, sich nach ihrer Leistung in Spiel 1 wohl zu fühlen. Nachdem sie die ersten 16:14 Minuten, in denen sie dreimal in Unterzahl agieren mussten und Holtby elfmal eingreifen musste, schadlos überstanden hatten, ließen sie in den folgenden zwei Spielabschnitten nur noch acht Torschüsse der Flyers zu.

Von den insgesamt 23 geblockten Schüssen blockten sie 17 im zweiten und dritten Drittel.

"Der Puck hat mich schon getroffen, aber unsere Verteidiger zeigen das gesamte Jahr über ein solches Engagement und blocken eine Vielzahl an Schüssen, vor allem im Penalty Killing", sagte Kuznetsov.

"Ich habe immer sehr viel Respekt vor Spielern die Schüsse blocken. Das ist ein schmutziger Job. Die Jungs können nämlich richtig hart schießen."

Die Capitals verbrachten im zweiten und dritten Spielabschnitt auch deutlich mehr Zeit in der Flyers Zone nachdem sie im ersten Probleme hatten sich aus ihrem Drittel zu befreien. Daraus resultierte, dass nun die Flyers, beim Versuch dem anhaltenden Druck Stand zu halten, Strafzeiten zogen.

"Wir haben das Erste überstanden und ich dachte, dass wir jetzt das Ruder übernehmen und etwas mehr zu unserem Spiel finden sollten", sagte Capitals Coach Barry Trotz.

"Ich war sehr zufrieden mit den Penalty Killern. In den letzten 40 Minuten haben wir in der Defensive einen richtig guten Job gemacht und kaum Torchancen zugelassen. Vielleicht waren es acht Schüsse gegen uns in den letzten zwei Dritteln. Dementsprechend war ich richtig erfreut über jenes Engagement, das du in den Playoffs so zeigen musst."

Auf ihrem Weg zum Gewinn der Presidents' Trophy als beste Mannschaft der regulären Saison, bekamen die Capitals den Ruf ein offensivorientiertes, torgefährliches Team zu sein. Sie schlossen die Saison mit einem Toreschnitt von 3,02 als zweitbeste Mannschaft in der NHL ab.

Sie knauserten aber auch bei den Gegentoren und ließen nur 2,33 pro Spiel zu. Durch eine 0-2 Niederlage, gegen die Anaheim Ducks zum Saisonfinale am Sonntag, verpassten sie um ein Tor die Jennings Trophy, die an jenes Team verliehen wird, das die wenigsten Gegentore kassiert.

Am Donnerstag bekamen die Flyers einen Geschmack davon, wie das die Capitals gemacht haben.

"Wir kehrten zu unsere Stärke zurück", sagte Holtby nach seinem dritten Playoff-Shutout.

"Wir spielten den Puck tief und holten ihn uns vor ihrer Torlinie. Das ist unsere Stärke, darum bekommen die anderen Teams ihre Probleme mit uns. Die Chemie stimmt, wir sind schnell und wir haben die technischen Fertigkeiten. Wir bekommen Probleme, wenn wir meinen, dass wir an der blauen Linie stehen müssten - doch heute Abend haben wir das nicht gemacht. Ich glaube jeder von uns hat das in den 82 Partien zuvor erkannt und es ist nicht zu erwarten, dass wir mit einer solchen Spielweise wieder liebäugeln. Wir spielen die Scheibe tief und werden uns unsere Siege verdienen."

Nachdem es den Flyers im ersten Drittel gelungen war die Pucks hinter die Verteidiger zu bringen, brachten die Capitals nach der Pause den Puck geschickter aus ihrer Zone. Teilweise auch, weil sie den Flyers die Räume in der neutralen Zone nahmen und dadurch verhinderten, dass deren begnadete Spieler Claude Giroux und Jakub Voracek mit Tempo ins Angriffsdrittel kommen konnten.

"Wir haben unsere Struktur gehalten", sagte Washington Verteidiger John Carlson, der mit seinem Powerplaytreffer, als im Mittelabschnitt noch 3:39 Minuten auf der Uhr standen, das Siegtor erzielte. "Im zweiten und besonders im dritten Drittel haben wir es geschafft sie an der blauen Linie abzufangen und das Tempo rauszunehmen. Das ist besonders wichtig gegen ein Team, das Spieler wie Voracek und Giroux, die mit viel Dampf ankommen, in seinen Reihen hat. Wenn wir sie umleiten können, dann werden sie frustriert, was wiederum uns hilft."

Die Flyers werden sich ohne Zweifel zu Spiel 2 am Samstag umstellen, dementsprechend müssen auch die Capitals wieder darauf reagieren - so wie es ihnen am Donnerstag nach einem schwachen Beginn gelungen ist.

"Üblicherweise gibt es in den Playoffs nicht viel Freiraum, weniger als in der regulären Saison", sagte Capitals Verteidiger Matt Niskanen. "Ich denke, dass wir gut reagiert haben. Wir haben gut den Puck geführt, wenn es nötig war und wir den Platz hatten. Wir konnten Tempo aufnehmen und einiges erreichen. Insgesamt war es eine gute Vorstellung."

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