Skip to main content

Canucks und Kings wollen Spiel entwickeln

Spieler aus Los Angeles und Vancouver repräsentieren ihren Sport in China, wollen dort zum Erfolg der Liga beitragen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Am vergangenen Wochenende trafen im Staples Center zu Los Angeles die heimischen Kings und die Vancouver Canucks im allerersten Preseason-Spiel nach der Sommerpause bereits direkt aufeinander. Die Canucks siegten letztendlich bei den Kaliforniern nach hartem Kampf knapp mit 4:3 nach Verlängerung.

Es war erst das erste Kräftemessen beider Franchises unmittelbar vor einer Asienreise, welche beide Teams nun erneut zwei Mal gegeneinander antreten lassen wird. Die Spieler und Fans der Kings müssen also gar nicht lange auf eine Gelegenheit zur sportlichen Revanche warten.

Inzwischen sind die beiden Teams auch schon in China vor Ort eingetroffen, bereiten sich dort gerade auf die weiteren Begegnungen in den nächsten Tagen vor, vertreten die Liga dort zudem auch offiziell bei diversen Marketingaktivitäten in Fernost.

Das Treffen am Samstag in Los Angeles war somit quasi nur die Generalprobe für die beiden Auftritte in Asien, welche nun in Kürze folgen werden. Am 21. September trifft man in Shanghai, in der dortigen 'Mercedes-Benz Arena', und am 23. dann noch einmal in Peking, in der 'Wukesong Arena', erneut auf den Konkurrenten.

NHL.com International hatte jetzt in China die Gelegenheit sich mit jeweils zwei Führungsspielern beider Francises über ihre aktuelle Situation und die Vorfreude auf die Spiele in China zu unterhalten.

Seitens der Kings, dem NHL-Titelträger der Jahre 2012 und 2014, welcher zuletzt die Playoffs in der besten Eishockeyliga der Welt jedoch ebenso verpasste wie die Canucks, waren das Matt Greene und Anze Kopitar, die Canucks wurden beim Pressegespräch von den Zwillingen Daniel und Henrik Sedin repräsentiert.

Inhaltlich herrschte dabei recht viel Übereinstimmung über die Einschätzung dieser tollen Gelegenheit, welche die China-Reise beiden Franchises jetzt bietet.

Greene freut sich jedenfalls auffällig auf die folgenden Tage: "Durch die russische Liga ist das Eishockey schon ganz gut etabliert hier. Nun haben die Chinesen in Kürze zudem auch noch die Gelegenheit hier vor Ort auch NHL-Eishockey live erleben zu können. Wir als Aktive sind geehrt die Liga hier zu vertreten, die Canucks und die Kings weltweit bekannter zu machen. Ich hoffe, dass man dann auch erkennen wird wie gut die Spieler der Liga sind."

Sein Teamkollege Kopitar, der nach einer persönlich schwachen Saison auf eine grundlegende Trendwende für sich und seine Mannschaft in der kommenden Spielzeit hofft, sieht die Reise ähnlich positiv: "Es ist ja kein Geheimnis, dass die Liga versucht das Spiel in Gänze wachsen zu lassen. Wir hatten schon Spiele in Europa vor einigen Jahren, in sehr unterschiedlichen Städten damals. Nun sind wir auch erstmals hier in China. Das ist eine tolle Sache und eine große Ehre für uns Spieler ein Teil davon sein zu dürfen."

Grundsätzlich hält Kopitar die Sportart Eishockey überall als sehr gut vermarktbar ein, da es eben einfach ein solch attraktiver Sport ist: "Eishockey ist ein extrem dynamischer Sport, speziell für die Fans in der Halle, wenn man es live anschaut. Es ist so schnell, sehr körperbetont, hat viele Torszenen. Das macht es aus meiner Sicht attraktiv."

Das schätzt auch sein sportlicher Kontrahent Daniel Sedin im Gespräch mit NHL.com International grundsätzlich gar nicht anders ein: "Es wird eine tolle Aufgabe sein auf dem Chinesischen Markt zu zeigen wie toll unser Sport ist. Wir haben ja schon in anderen Ländern und auf anderen Märkten die Liga repräsentieren dürfen, auch in meiner Heimat Schweden. Wir sind hier wirklich erstklassig aufgenommen worden und wollen die Liga nun bestmöglich repräsentieren. Bisher macht das Alles hier auch wirklich sehr viel Spaß."

Und auch in Sachen Teambuilding sieht der Schwede die Reise für die Westkanadier sehr positiv: "Das ist jetzt so natürlich keine typische Preseason für uns. Es wird gut für unseren Zusammenhalt im Team sein. Wir sind hier deutlich intensiver zusammen als das sonst der Fall wäre. Man lernst sich besser kennen, verbringt auch mal mehr Freizeit zusammen. Das hat man sonst so ja eher selten. Ich freue mich darüber derzeit sehr."

Bruder Henrik will seinen Blickwinkel nicht nur auf Eishockey beschränkt sehen, hält Mannschaftssportarten grundsätzlich für sehr wertvoll für Kinder und Jugendliche. Egal wo auf der Welt: "Mannschaftssportarten sind aus meiner Sicht grundsätzlich etwas ganz Besonderes. Das ist für Kinder und Jugendliche immer etwas Spezielles, eine sehr wertvolle Erfahrung in der Entwicklung. Es hilft ihnen bei ihrer Persönlichkeitsbildung, wenn sie in einer Mannschaft aktiv sind, egal ob im Basketball oder im Eishockey. Und es ist auch überall auf der Welt gleich. Eine Sportart wird von unten gebildet, das heißt das man Kinder braucht die den Sport ausüben und dann mit der Sportart groß werden. Von daher sind gute Jugendprogramme wichtig, wenn eine Sportart in einem Land wachsen will. Egal ob in Schweden, in Kanada, in den USA, oder eben auch in China."

Die kommenden Tage sind also offenkundig viel mehr als eine Pflichtaufgabe für die Teams. Viele positive Ansätze und Folgen der Reise sind schon vor dem ersten Spiel in China erkennbar.

Und neben den offiziellen Aufgaben im Dienste der Liga, freuen sich die Aktiven der Teams offensichtlich auch privat auf die Tage vor Ort.

"Es ist eine tolle Erfahrung die allen Beteiligten gut tun wird. Es ist immer schön, wenn man ein neues Land kennenlernen darf." Und wer würde ihm da auch widersprechen wollen?

Mehr anzeigen