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Canadiens Sieger beim Winter Classic 2016

von Stefan Herget / NHL.com

Nahezu ideale Bedingungen mit kühlen Temperaturen und bewölktem Himmel herrschten am Neujahrstag zur achten Auflage des Bridgestone NHL Winter Classic 2016 im Gillette Stadium von Foxboro, einem Ort nahe Boston, wo normalerweise die New England Patriots in der NFL ihre Heimspiele austragen.

Zum ersten Mal durfte eine Mannschaft, die bereits Gastgeber eines Winter Classic war, erneut Heimrecht bei dem Event genießen. Boston hatte bereits 2010 gegen die Philadelphia Flyers im Baseballstadion der Red Soxs gespielt.

Mit dem Original Six Duell Boston Bruins gegen Montreal Canadiens bekamen die über 67.246 Zuschauer zusätzlich zur tollen Atmosphäre eine der längsten Rivalitäten des Sports geboten. Es war das 910. Spiel der beiden gegeneinander. Zusätzlich ging es um zwei wichtige Punkte, denn das Tabellenbild ist sehr eng.

Die kanadischen Gäste kamen wesentlich besser in die Partie und belohnten sich gleich in der 2. Minute nach nur 74 Sekunden mit der Führung. David Desharnais konnte nach einem Bullygewinn und anschließenden Torschuss den Nachschuss zu seinem achten Saisontreffer verwerten.

Das sollte die Canadiens beflügeln, die nahezu das komplette erste Drittel dominierten. Die Bruins, die viel körperlichen Einsatz dagegenhielten, taten sich schwer selbst spielerische Akzente zu setzen. Trotz aggressivem Forechecking von Boston verstand es Montreal sich aus der Defensive frei zu spielen, sich immer wieder in der gegnerischen Zone festzusetzen und ihrerseits Torschüsse zu generieren.

Bezeichnenderweise lautet das Torschussverhältnis zur ersten Pause 14 zu 3 für die Gäste. "Wir müssen uns in deren Zone behaupten, um zu mehr Torchancen zu kommen", betonte Dennis Seidenberg im Fernsehinterview zu diesem Zeitpunkt. "Wenn wir den Puck reinspielen, dann ist er gleich wieder draußen." Problem erkannt, Problem behoben?

Eher nein, denn die Canadiens kamen wieder druckvoller aus der Kabine und belohnten sich nach genau zwei Minuten mit dem 2-0. Paul Byron war am schnellsten, als der Puck von Tuukka Rask abprallte und schlug ihn ins Netz.

Der Fuß der Kanadier blieb auf dem Gaspedal und Dale Weise hatte bereits 39 Sekunden nach dem zweiten Tor sogar das 3-0 auf dem Schläger traf aber nur den Pfosten. Ein folgendes Frustfoul von Kevan Miller sorgte für eine weitere Unterzahl der Hausherren, die sie allerdings schadlos überstanden.

Nach einem Foul von Canadiens Lars Eller durfte dann das beste Powerplay der NHL seine Qualitäten zeigen. Gefährliche Aktionen vor Habs Torhüter Mike Condon blieben aber Mangelware. Montreal überstand auch eine weitere Strafzeit gegen Nathan Beaulieu.

So sehr sich die Bruins bemühten und mehr Torschüsse zu Wege brachten, sie fanden keinen Eingang in die Partie. Bitter für sie, dass Brendan Gallagher nach schönem Pass aus der Luft von Max Pacioretty die immer noch fliegende Scheibe an Rask vorbei sogar zum 3-0 verwertete.

Eine weitere Strafe gegen Tomas Plekanec wegen Spielverzögerung bescherte Bostons Ryan Spooner unmittelbar vor der Sirene ihre größte Chance, doch Condon fischte das Spielgerät noch rechtzeitig.

Den Rest der Strafe überstanden die Canadiens zu Beginn des Schlussabschnitts, doch in der 44. Minute brach der Bann. Adam McQuaid zog von der Blauen Linie ab und Jimmy Hayes nahm Condon die Sicht, so dass die Scheibe abgefälscht von Matt Beleskey ungehindert zum 1-3 einschlagen konnte.

Plötzlich waren die Bruins wieder da. In der 47. Minute folgten zwei große Chancen zum Anschlusstreffer, doch Condon blieb zunächst gegen Brett Connolly und dann gegen Patrice Bergeron Sieger. Just als es so aussah, dass Boston zum Comeback ansetzte, schlug Montreal eiskalt zu.

Gallagher und Pacioretty fuhren einen Konter, den letzterer erfolgreich abschließen konnte, weil Frank Vatrano auf dem Rückweg stolperte und seinem Gegenspieler dadurch ungewollt den nötigen Raum verschaffte, um den Querpass zu verwerten.

Die Begegnung war damit praktisch entschieden und einige Zuschauer verließen bereits enttäuscht das Stadion. Manche von ihnen verpassten dadurch das 5-1 durch Byron in der 59. Minute als Schlusspunkt.

Montreal übernimmt durch den Sieg die Tabellenführung in der Atlantic Division.

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