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Bruins durch Playoffs gewachsen

Turbulente Stanley Cup Playoffs bereiteten Bostons Talente auf kommende Aufgaben vor

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Die Tampa Bay Lightning verwandelten am Sonntagabend ihren ersten Matchball und warfen die Boston Bruins aus den Stanley Cup Playoffs 2018. Am Ende des Tages waren die Bruins die geleckten. Bostons Brad Marchand verpasste es, im entscheidenden Spiel 5 den Unterschied zu machen und die 3:1-Niederlage abzuwehren. Während seinen 23:46 Minuten Eiszeit sorgte er zwar für keine Skandale, sein großes Talent ließ er jedoch auch nicht aufblitzen. Eine Minus-1-Statistik, ein Schussversuch und kein Schuss auf das von Andrei Vasilevskij gehütete Lightning-Gehäuse lautete die für einen Schlüsselspieler magere Bilanz.

Doch auch wenn der 226-Fache NHL-Torschütze in der Serie gegen die Lightning unter seinen Möglichkeiten blieb, er ist weiterhin ein elementarer Baustein von Bostons Eishockeyzukunft, die trotz des bitteren Playoff-Aus rosig ist. Ein beeindruckender Fundus an talentierten Youngster und eine nicht weniger beeindruckende erste Sturmformation um Marchand, David Pasternak und Patrice Bergeron stellen die kurzfristige Zukunft der Bruins auf sichere Gleise.

Auch wenn die Enttäuschung nach der verlorenen Best-of-7-Serie der zweiten Runde der Eastern Conference riesig ist, das Selbstbewusstsein der Bruins hat nur oberflächliche Kratzer abbekommen.

Video: BOS@TBL, Sp5: Bruins und Lightning beim Sportgruß

"Es ist sehr, sehr enttäuschend", beklagte sich Führungsspieler Bergeron nach der Niederlage in der Amalie Arena. "Für das Team, das wir haben und die Art und Weise, wie wir die gesamte Saison gespielt haben, ist das Ende bitter. Natürlich glauben wir, dass wir ein großartiges Team sind. Wir sind einfach enttäuscht darüber, dass wir nicht viel mehr tun konnten. Wir hätten gedacht, dass wir ein besseres Team sind."

Und tatsächlich sind die Bruins ein großartiges Team. Sie haben eine erfolgreiche Saison 2017/18 gespielt und sind gegen einen der Top-Meisterschaftsanwärter 2018 ausgeschieden. Die jüngsten vier Niederlagen gegen Tampa Bay war die erste Schwächeperiode seit über einem halben Jahr.

 

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Als die Bruins vom 8. bis zum 15. November vier Spiele in Folge verloren hatten, ahnte noch niemand, zu was diese Mannschaft zu leisten im Stande ist. Hingegen waren die Lightning schon zu diesem Zeitpunkt der Saison einer der heißesten Titelaspiranten. Die Bruins holten letztendlich so ziemlich alles aus ihrer Saison raus, was möglich war.

Zwar hätte die Serie anders laufen können, wenn die Unparteiischen in der einen oder anderen Situation anders entschieden hätten, aber Boston muss sich einige Schwachpunkte selbst ankreiden. In den letzten neun Dritteln der Serie erzielten die Bruins bei 5-gegen-5 keinen einzigen Treffer. Selbst ihr bisweilen großartiges Überzahlspiel konnte diese Schwäche nicht wettmachen.

 

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"Wir müssen unserem Gegner Respekt zollen", erzählte Bostons Headcoach Bruce Cassidy. "Wir sind ein Team, das die ganze Saison lang mit verschiedenen Spielern aus dem Kader Tore geschossen hat… auch gegen Toronto. Es ist keineswegs so, dass wir auf einmal das Tore schießen verlernt haben. Man muss sehr hart arbeiten, um in die gefährlichen Zonen zu kommen. Ich denke, sie haben es sehr gut verstanden, uns aus diesen Zonen fernzuhalten. Das haben sie sehr geschickt gemacht."

Bergeron ergänzte, dass die Schiedsrichter nicht schuld an Bostons KO sind.

"Ob wir gewinnen oder verlieren, wir müssen Verantwortung übernehmen", erklärte er. "Wir können die Schuld nicht auf die Referees schieben. Wir sind Profis und wir wissen ganz genau, was wir hätten besser machen können", fügte er hinzu. "So müssen wir damit umgehen."

Bergeron geht seinen Teamkollegen mit der Erfahrung aus 14 NHL-Jahren für die Bruins beispielhaft voran. Es ist nicht so, dass er in jeder Saison den Stanley Cup gewonnen hat. Er weiß, wie man sich auf die kommenden Aufgaben und Möglichkeiten vorbereitet und seine jungen Mannschaftskameraden dürfen sich glücklich schätzen, dass er in den kommenden Monaten dieses Wissen mit ihnen teilen wird.

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"Es war definitiv ein Team, dem ich alles zugetraut hätte. Ich hatte sehr großen Glauben in uns", drückte Center David Krejci seine Gefühle aus. "Es ist gerade sehr enttäuschend. Ein Team wie dieses gibt es nicht an jeder Ecke. Ich bin schon sehr lange hier, aber diese Mannschaft ist eine der besten, die wir je hatten. Vom Trainerteam bis zum letzten Spieler im Kader, der heute nicht gespielt hat. Wir gehören alle zu dieser Mannschaft. Wir zogen alle am gleichen Strang."

Mit ein bisschen Abstand zum erlebten, können sie auch in der kommenden Saison wieder zusammen an diesem Strang ziehen.

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