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Cassidy und Berube ein besonderes Trainerduell

Beide Trainer waren als Spieler alte Schule und müssen als Trainer neue Schule lehren

von Stefan Herget @NHLde / Chefautor NHL.com/de

Das Stanley Cup Finale 2019 zwischen Boston Bruins und St. Louis Blues startete bereits am Sonntag mit dem traditionellen Media Day, an dem die Spieler, Trainer und General Manager den anwesenden Pressevertretern Rede und Antwort standen.

Im Mittelpunkt waren unter anderem die Trainer Bruce Cassidy auf der Seite der Bruins und Craig Berube bei den Blues. Während Cassidy nur auf eine kurze Karriere als Spieler in der NHL (36 Spiele) zurückblicken kann und erstmals ein Stanley Cup Finale hautnah erlebt, ist Berube mit 1054 NHL-Spielen und einer Teilnahme am Finale 1998 mit den Washington Capitals fast schon ein alter Haudegen.

Trotzdem verbinden die beiden auch viele Aspekte. Jahrgang 1965 zum Beispiel, aber sie verkörperten außerdem als Akteure früher das sogenannte Eishockey der alten Schule, als das physische Spiel im Vordergrund stand.

Natürlich ist es weiterhin ein wichtiges Attribut, um Spiele in der NHL und den Stanley Cup Playoffs zu gewinnen, doch die Schnelligkeit und technischen Fähigkeiten haben im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Für beide Coaches galt es also, dass was sie als Spieler auszeichnete in ihrer jungen Trainerkarriere einzubinden, sich aber genauso mit dem neuen Stil zu beschäftigen und anzupassen.

"Die Qualitäten der alten Schule wie harte Arbeit und über dem Kampf zum Spiel zu kommen, das übernehmen heute unsere Führungsspieler", verdeutlichte Cassidy am Media Day. "Die Kommunikation mit den Jüngeren hat sich die letzten Jahre über etwas geändert. Man erlaubt ihnen mehr Verantwortung zu übernehmen und früher in die Verantwortung zu gehen. Sie zählen mehr."

 

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Ähnlich sieht es Berube, der bereits bei den Philadelphia Flyers in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 Erfahrungen als Trainer sammelte und die Blues erst am 1. Februar 2019 zunächst als Interimslösung übernahm.

"Die Mannschaft stand schon immer im Vordergrund, aber im Gegensatz zu früher als einige wenige Spieler das Team trugen, ist es heute wichtig, dass alle an einem Strang ziehen", verdeutlichte Berube. "Ohne diese gemeinsame Anstrengung kannst du heute nichts mehr erreichen. Jeder trägt Verantwortung, der eine mehr, der andere weniger, aber genauso wichtig."

Cassidy hat sich als Trainer hochgearbeitet, nachdem er sehr jung im Alter von 37 Jahren die Washington Capitals für zwei Jahre übernehmen durfte und danach lange Zeit im Juniorenbereich und den Farmteams coachte, ehe ihn die Bruins 2017 engagierten. Dabei hat er einen Prozess durchlaufen, bei dem er viel gelernt hat.

 

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"Ein Team zu führen kennt verschiedene Aspekte", sagte Cassidy. "Manchmal muss man laut werden, dann sucht man wieder mehr das Einzelgespräch, andere Male versucht du über die Führungsspieler Einfluss zu nehmen, dass diese es weitertransportieren und mit den anderen Spielern sprechen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Aber es ist eine persönliche Entwicklung, die damit einhergeht, um Vertrauen zu schaffen. Ich setze darauf, den Spielern die Wahrheit zu sagen, warum sie nicht spielen oder weswegen eine Entscheidung so gefallen ist. Ich bin damit immer gut gefahren."

Für beide Trainer ist das anstehende Stanley Cup Finale eine große Chance, den ersten Titel ihrer Laufbahn einzufahren. Sie sind ihrem Traum ein großes Stück näher gerückt.

"Wir haben hart gearbeitet, um an diesen Punkt zu kommen", macht Berube deutlich. "Wir werden es genießen, wissen aber auch, dass wir nicht am Ende der Reise sind und noch viel Arbeit vor uns liegt. Wir wollen den letzten Schritt machen. Alles andere wäre eine große Enttäuschung."

 

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Die Worte machen klar, wie selbstbewusst sie in St. Louis geworden sind und sich keineswegs mit der Finalteilnahme zufrieden geben wollen und den Bruins als Favoriten das Feld kampflos überlassen werden.

"Wir wissen, dass sie ein starkes Team sind und alles geben werden", weist Cassidy ein mögliches Unterschätzen des Gegners weit von sich. "Jeder, der ins Stanley Cup Finale kommt, steht dort zurecht und kann gute Teams hinter sich gelassen. Sie sind ein starker Gegner, doch wir wollen unsere Qualitäten durchsetzen."

Bei allen Spekulationen um alte oder neue Zeiten geht es am Ende doch wieder nur darum, vier Spiele zu gewinnen, um den Stanley Cup überreicht zu bekommen und in den Zenit des Eishockeyhimmels aufzusteigen.

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