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Brent Burns steht vor einer historischen NHL-Saison

Der Verteidiger befeuert die Offensive seines Sharks-Teams, will sich aber nicht mit den Legendender Liga verglichen

von Arpon Basu @ArponBasu / LNH.com Chefredakteur

Brent Burns, der Verteidiger der San Jose Sharks, möchte nicht mit NHL-Legenden wie Ray Bourque verglichen werden.

Doch seine bisherigen Saisonleistungen rechtfertigen eigentlich durchaus solche Vergleiche.

Nach dem Heimspiel der Sharks gegen die Chicago Blackhawks am Dienstag führt der Verteidiger die Defensivspieler der Liga mit nun 21 Toren und 53 Punkten an. Das deutet auf eine wahrhaft historische Saison für ihn hin. Eine Saison, wie sie auch die Größen Bourque und Paul Coffey einst vorzuweisen hatten. Beide Spieler wurden am vergangenen Freitag in die Top 1000 der größten NHL-Spieler aller Zeiten aufgenommen, welche von Molson Canadian präsentiert wurde.

Doch Burns denkt noch nicht an solche Vergleiche.

"Ich vergleiche mich nicht mit diesen Spielern. Das sind echte Legenden" so Burns beim All Star Wochenende 2017 in Los Angeles. "Als ich Bourque hier vor dem Aufzug getroffen habe, da habe ich nicht einmal einen Ton rausbekommen. Das sind die Spieler wegen denen ich angefangen habe Eishockey zu spielen damals. Ihnen habe ich immer nachgeeifert."

Nun muss er sich nicht mehr dahinter verstecken.

Wenn er dieses Tempo beibehält, dann werden es am Saisonende 33 Tore sein. Es wäre der Wert, den Kevin Hatcher in der Saison 1992-93 vorzuweisen hatte, und welcher ihn auf Rang 6 der ewigen Bestenliste aller NHL-Verteidiger verhalf.

Nur Bobby Orr war 1970-71 und 1971-72 mit damals 37 Toren besser. Und Paul Coffey schaffte dieses im Jahre 1984-85. Coffeys 48 Tore aus der Spielzeit 1985-86 sind bis heute der Allzeitbestwert. Die vorgerechneten 83 Punkte für Burns wären zudem ein neuer Bestwert seit Brian Leetch 1995-96 zuletzt 85 Punkte erreichte.

Von einer historischen Saison für sich selber wollte Burns aber auch nicht sprechen.
"Es ist doch erst die Hälfte gespielt. Es ist noch so viel Eishockey zu spielen" sagte er auf Nachfrage.

Video: SJS@LAK: Burns trifft von der blauen Linie

Mit 196 Torschüssen führt Burns nach der Pause in der Liga auch die Statistik in Sachen Torschüsse vor Alex Ovechkin von den Washington Capitals an. Könnte er dieses Tempo so beibehalten, dann wäre er der erste Verteidiger mit den meisten Torschüssen in der Liga seit 1994-95, als Bourque dieses seltene Kunststück gelang.

Seit Ovechkin in der Liga spielt war er in jeder, bis auf in einer, Spielzeit stets der Spieler mit den meisten Torschüssen der Liga. Evgeni Malkin führte diese Wertung in der Saison 2011-12 an.

Für jeden Spieler wäre die Führung in dieser Wertung vor Ovechkin ein Erfolg, doch für einen Verteidiger wie Burns wäre es schier eine Sensation. Er wäre erst der dritte Verteidiger der Ligageschichte, der das schaffen würde, seit die Liga diese Statistik im Jahre 1967-68 eingeführt hat. Nur Bourque (drei Mal) und Orr (zwei Mal) ist dies zuvor schon gelungen.

"Ich sollte wohl zukünftig mehr abspielen, oder?" scherzte er zuletzt. "Das wäre schon eine coole Geschichte, wo ich so darüber nachdenke. Es ist wohl einfach eine Stärke meines Spiels."

"Ich muss dann einfach schießen. Das verlangt die Rolle bei uns im Team von mir. Das ist so genau meine Stärke."

Noch beeindruckender als die Anzahl der Schüsse die tatsächlich auf das Tor des Gegners kommen ist bei Burns aber eben auch die Anzahl der grundsätzlichen Schussversuche. Durchschnittlich sind es neun pro Spiel. Laut Corsica.hockey sind es vor dem Dienstagspiel bereits 450 Schussversuche gewesen. Das sind 74 mehr als Ovechkin bisher vorzuweisen hatte. Der ist Zweiter. Und es waren 126 mehr als Bruins-Verteidiger Torey Krug vorzuweisen hat, der Dritter ist. Die Lücke ist recht beachtlich.

"Er spielt einfach sehr dominant aktuell" sagt auch Center Joe Pavelski. "Er bekommt aktuell wohl noch immer nicht genügend Anerkennung dafür, für das was er so leistet. Er arbeitet unglaublich hart für seinen Erfolg. Er hat tolle Instinkte für das was er machen muss und wo er zu stehen hat auf dem Eis."

Video: SJS@ANA: Burns verlädt Gibson zum OT-Sieg

Pavelski ist bekannt für seine Künste Scheiben vor dem Tor abfälschen zu können. Und kombiniert mit den Fähigkeiten von Burns ist das eine Kombination welche viele gegnerische Teams schon das Fürchten gelehrt hat.

"Er schießt immer wenn sich ihm die Gelegenheit bietet" bestätigt auch Drew Doughty von den Los Angeles Kings. "Das Powerplay von ihnen ist auf ihn zugeschnitten aktuell. Das ist einer der Gründe dafür warum sie so gut sind. Zusammen mit Pavelski sind sie brandgefährlich."

"Man muss sich da auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrierten. Das ist gar nicht so einfach."

Was immer es im Detail auch ist, was ihm so viele Torschüsse auf den Kasten des Gegners ermöglicht, seine Mannschaftskameraden wissen es jedenfalls sehr zu schätzen.

"An unserem Spiel müssen wir aktuell nichts groß ändern" sagte Pavelski jüngst in Los Angeles. Daher kann man auch Burns Frage, ob er nicht zukünftig doch mehr passen sollte, getrost mit einem 'Nein' beantworten.

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