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Roman Josi freut sich auf die Heimat und die Berner "Wand"

"Breaking the Ice": Der Kapitän der Predators spricht über die NHL Global Series Challenge 2020, seine Vertragsverlängerung und sein soziales Engagement

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Während der regulären Saison 2019/20 bringt NHL.com/de jeden Donnerstag eine Story aus der Rubrik "Breaking the Ice". Darin stellen wir jeweils einen Spieler vor und holen von ihm in fünf abschließenden Fragen seine Meinung zu verschiedenen Themen rund ums Eishockey und auch darüber hinaus ein.

In dieser Folge: Roman Josi (Nashville Predators)
 

Ab den Mittagsstunden des 8. November (Ortszeit) signalisierte das Smartphone von Roman Josi eine Fülle von Nachrichteneingängen. Der Kapitän der Nashville Predators befand sich gerade mit seinem Team auf einem Roadtrip zwischen den Stationen Colorado und San Jose, als NHL-Commissioner Gary Bettman in Stockholm vor die Presse trat und dabei eine für das persönliche Umfeld und die Fangemeinde des Schweizers höchst erfreuliche Mitteilung machte: Die Predators würden nächstes Jahr ihr Trainingscamp in Bern ausklingen lassen und zum Abschluss ein Freundschaftsspiel gegen den SC bestreiten. Danach gehe es weiter nach Prag, wo die Mannschaft im Rahmen der NHL Global Series 2020 den Saisonauftakt gegen die Boston Bruins bestreite.

Die Reaktionen auf die Kunde von Josis Auftritt in seiner Heimatstadt erfolgten prompt. "Es haben sich viele Leute bei mir gemeldet. Alle freuen sich, dass wir kommen, speziell meine Familie, mein ehemaliger Trainer und Mitspieler von früher. Meine Großmutter hat mich seit zehn Jahren nicht mehr spielen sehen. Das ich schon alles sehr cool", erzählt Josi im Gespräch mit NHL.com/de.

Video: CHI@NSH: Josi mit einem kräftigen Schuss beim 100.

Innerhalb der Mannschaft sorgte die Nachricht von der Europa-Reise ebenfalls für Gesprächsstoff. "Die Jungs sind gespannt darauf, was sie erwartet. Viele von ihnen waren noch nicht in der Schweiz. Sie wollten wissen, wo ich sie in Bern überall hinbringen werde oder wo wir essen gehen", sagt der 29 Jahre alte Blueliner.

Zumindest Josi weiß aus eigener Erfahrung, auf welch besondere Atmosphäre sich die Predators in der PostFinance Arena einstellen müssen. Für die wird die Berner "Wand" sorgen, jene berühmte Stehplatzrampe, auf der fast 10.000 Zuschauer Platz finden. "Das wird super. Auf den Stehplätzen herrscht eine tolle Stimmung, es ist laut. Die Fans in Bern singen fast 60 Minuten lang. Ich freue mich sehr darauf, vor ihnen spielen zu können", betont Josi. Der genaue Termin für diesen Festtag steht allerdings noch nicht fest.

In der NHL legten die Predators zunächst einen guten Start hin. Mitte November mussten sie dann eine Durststrecke von sechs sieglosen Spielen durchmachen. Als Folge verloren sie den Anschluss an die ersten drei Plätze in der Central Division. Zuletzt ging es für Nashville jedoch wieder aufwärts. "Jedes Team hat während der Saison eine Phase, in der es nicht so läuft. Ganz gleich, ob man das will oder nicht. Es bildet den Teamgeist und den Charakter aus, wenn du zwischendurch ein wenig mehr kämpfen musst", meint Nashvilles Mannschaftsführer.

 

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Fünf Fragen an Roman Josi:

Was waren deine ersten Gedanken, als du erfahren hattest, dass die Predators bei der NHL Global Series Challenge 2020 in Bern spielen werden?

Da habe ich eine riesige Vorfreude gespürt. Ich bin in Bern geboren und nur fünf Minuten vom Stadion entfernt aufgewachsen. Ein Großteil meiner Familie und meiner Freunde lebt dort. Der SC ist mein Heimatklub, für den ich viele Jahre bei den Junioren gespielt habe. Jetzt mit einem NHL-Team zurückzukehren, wird sicher ein spezielles Erlebnis.

Du hast deinen Vertrag bei den Predators im Oktober frühzeitig um acht Jahre bis 2027/28 verlängert. Was hat den Ausschlag gegeben, dich praktisch für den Rest deiner Karriere an die Predators zu binden? Ist das auch als Statement zu verstehen, dass du glaubst, alle deine Ziele in Nashville erreichen zu können? Vor allem einen Triumph im Stanley Cup…

Meine Entscheidung hatte mehrere Gründe. Die Predators sind eine super Organisation. David Poile (General Manager - d. Red) und der gesamte Staff haben über Jahre hinweg einen tollen Job gemacht. Wir haben ein Team beisammen, das in jeder Saison vorne mitspielen kann und in der Lage ist, den Stanley Cup zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass dies auch in den nächsten Jahren der Fall sein wird. Den Pokal zu holen ist natürlich das große Ziel von uns allen. Außerdem fühle ich mich in der Stadt sehr wohl. Ich kenne viele Leute, die Fans sind hockeyverrückt. Meine Frau ist auch happy, dass wir in Nashville leben. Wir haben hier geheiratet. Nach der Saison im Sommer sind wir gerne mal auf dem Broadway unterwegs. Es passt einfach alles. Von daher bin ich froh, dass ich die Möglichkeit hatte, bei den Predators um acht Jahre zu verlängern.

Was waren bislang die herausforderndsten und die schönsten Aufgaben in deiner Funktion als Kapitän der Predators?

Wenn deine Mannschaft eine schwierige Phase durchmacht, betrifft dich das als Kapitän persönlich. Schließlich hat man in dieser Rolle eine große Verantwortung für das Team. Ich habe in den letzten drei Jahren durch unsere Aufs und Abs enorm viel lernen können, wie man sich in gewissen Situationen verhalten sollte. Schlussendlich geht es immer ums Gewinnen. Von daher ist das Leben als Kapitän einfacher, wenn du gewinnst.

Man hat den Eindruck, dass der Kampf um die Plätze für die Stanley Cup Playoffs immer intensiver und spannender wird. Würdest du dieser These zustimmen?

Die Liga ist extrem ausgeglichen. Das sieht man auch dieses Jahr wieder. Egal, in welcher Conference du spielst: Es ist unglaublich hart einen Playoff-Platz zu erreichen. Im Prinzip hat jede Mannschaft die Chance, bei den Playoffs dabei zu sein. Deshalb zählt jedes Spiel, völlig unabhängig vom Gegner.

Neben dem Sport ist dir soziales Engagement ein wichtiges Anliegen. Unter anderem setzt du dich für Kinder mit Down-Syndrom ein. Wie kam es dazu?

Das geht auf die Zeit zurück, als Barry Trotz der Trainer in Nashville war. Er hat das praktisch ins Leben gerufen. Wir sind mit ihm zu ein paar Galadinners und Charity-Events gegangen. Bei einem dieser Anlässe habe ich Vertreter einer Organisation kennengelernt, die sich für Kinder mit Down-Syndrom engagiert. Mit der Zeit ist mir das Ganze so ans Herz gewachsen, dass ich selbst aktiv geworden bin. Es macht mir jedes Mal viel Spaß, mit den Kindern zusammen zu sein. Sie freuen sich genauso, wenn ich zu ihnen komme oder sie ein Spiel von uns anschauen können.

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