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Holtby vereitelt sich selbst die Krönung

Washington Torhüter hätte in Spiel 3 Shutout gefeiert, wenn er nicht einmal gepatzt hätte

von Stefan Herget @NHLde / Chefautor, NHL.com/de

Der Torhüter der Washington Capitals Braden Holtby stand zwar am Samstag in Spiel 3 der Best-of-7-Serie des Stanley Cup Finales 2018 gegen die Vegas Golden Knights in der Capital One Arena nicht so im Mittelpunkt, wie bei seinen 37 Saves inklusive einem äußerst spektakulären kurz vor dem Ende in Spiel 2, doch seine Leistung war wiederum bis auf eine kleine Ausnahme perfekt.

Den Shutout vermasselte sich der 28-jährige Kanadier selbst, als er in der 44. Minute den Puck seitlich hinter seinem Tor eigentlich kontrollierte und beim Versuch ihn wegzuspielen, den Schläger von Vegas Stürmer Pierre-Edouard Bellemare anschoss und die Schreibe dadurch zu Gegner Tomas Nosek sprang, der sie zum 1:2-Anschlusstreffer ins leere Tor einschießen konnte.

 

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"Holtby hat einen Fehler gemacht, na und?" räumte Verteidiger Matt Niskanen ein. "Aber wir waren in der Lage für ihn die Zwei-Tore-Führung zurückzuholen. Er hat uns einige Male in diesem Jahr gerettet, so dass die Mannschaft gerne ausgeholfen hat."

Washington gewann das Spiel am Ende mit 3:1 und 21 Saves von Holtby, der abgesehen von diesem Fehler, der durchaus hätte böse enden können, sich schadlos hielt und erneut auf dem besten Weg ist, sich innerhalb der Serie entscheidend zu steigern.

"Wir und nicht nur ich sind das ganze Jahr über sehr gut darin, das Geschehene abzuhaken und am nächsten Tag neu anzugreifen", verdeutlichte Holtby. "Das ist ein wichtiger Aspekt um erfolgreich zu sein und das können wir umsetzen."

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Bereits in den Runden zuvor schien es so, als ob er im Verlauf zunehmend stärker wurde. Bestes Beispiel war das Eastern Conference Finale gegen die offensivstarken Tampa Bay Lightning, wo er zwei Zu-Null-Spiele in Spiel 6 und 7 in Folge feierte und so seinen Anteil am Einzug in das Stanley Cup Finale hatte.

"Er ist ein sehr intelligenter Torhüter darin, die Dinge nicht zu sehr zu überdenken", beschrieb Trainer Barry Trotz seinen Nummer 1 Torhüter nach dem Training am Sonntag. "Er ist ein harter Arbeiter und zusammen mit unseren Torhütertrainern, zu denen er ein sehr gutes Verhältnis pflegt, legt er auch immer wieder den Fokus auf die elementaren Dinge. Wir haben aus diesem Grund sehr viel Vertrauen in ihm, sowohl der Trainerstab, als auch die Mannschaft."

 

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Die 4:6-Niederlage in Spiel 1, als Holtby fünf Gegentore hinnehmen musste (das letzte fiel, als er sein Tor zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte), änderte daran nichts. Die Nummer 70 der Capitals zeigte ein grandioses zweites Spiel und sicherte so den Ausgleich in der Serie. Daran knüpfte er am Samstag an, wenngleich er weniger zu tun hatte, auch weil seine Vorderleute 26 Schüsse blocken konnten.

"Es ist unglaublich", sagte Holtby über diese Leistung seiner Kollegen. "Sie versuchen alles, was möglich ist wegzunehmen und arbeiten hervorragend vor mir, damit ich anderseits eine gute Sicht habe. Das macht es für mich deutlich einfacher. Wir profitieren alle davon und das macht uns hoffentlich im Rest der Serie noch stärker."

Der Gegner hat dieses Problem ebenfalls erkannt und sieht das als einen Ansatzpunkt, um gegen den Torhüter der Capitals wieder erfolgreicher zu sein. "Wir müssen ihm besser die Sicht nehmen, denn er sieht die Scheiben zu gut und dann ist er genauso wie Marc-Andre Fleury fast nicht zu bezwingen", gab Golden Knights Verteidiger Luca Sbisa als Erfolgsrezept gegenüber NHL.com/de aus. "Die Tore, die wir schießen werden, müssen keine schönen Tore sein. Wir müssen mehr auf das Tor bringen und dann hungriger sein, den Nachschuss zu kriegen."

Video: WSH@VGK, Sp2: Holtby mit einem unglaublichen Save

Es wird keine leichte Aufgabe, denn Holtby wird zunehmend stärker und ließ sich auch durch seinen Fehler nicht aus der Ruhe bringen. "Wie bei allen Spieler ist das Selbstvertrauen enorm wichtig", machte selbst Verteidiger Brooks Orpik klar. "Er hat das Selbstvertrauen die Saves zu machen. Selbst bei großen Chancen wirkt er sehr ruhig und macht seine Arbeit."

Dass es nicht immer so war, räumt Orpik ebenfalls ein, wähnt aber diese Zeiten der Vergangenheit zu und betont, wie wichtig ein Torhüter, zu dem die Mannschaft Vertrauen hat, ist. "Er war in dieser Saison auch mal nicht so gut drauf, aber das gehört dazu und das hat er weggesteckt", ist sich Orpik sicher. "Wenn wir Teamkollegen ihn so spielen sehen, dann hat das einen Effekt auf uns, wie wir vor ihm spielen. Das stärkt auch unser Selbstvertrauen, weil wenn der Torhüter verunsichert wirkt, dann strahlt sich das negativ auf die Mannschaft vor ihm aus. Und davon sind wir zurzeit weit entfernt."

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