Milan Lucic

Die Boston Bruins haben ihren Kader am Eröffnungstag der Free Agency kräftig umgemodelt. Dafür zogen sie am Samstag eine Reihe ausgebuffter Veteranen an Land. Die Vertragslaufzeiten für die Neuzugänge sind allerdings auf maximal zwei Jahre begrenzt. Der Grund ist der eingeschränkte finanzielle Handlungsspielraum des Traditionsklubs in Bezug auf den Salary Cap.

Die Bruins sicherten sich die Dienste der Routiniers James van Riemsdyk, Kevin Shattenkirk, Milan Lucic, Patrick Brown und Jayson Megna. Zu ihnen gesellten sich jüngere Akteure, wie Morgan Geekie, Anthony Richard und Parker Wotherspoon.

Unklar ist nach wie vor, ob Kapitän Patrice Bergeron und David Krejci weiter für Boston auflaufen. Mit einer Entscheidung über die Zukunft der beiden Angreifer wird erst in den nächsten Tagen gerechnet. "Wir müssen noch ein letztes Wort von Patrice und David hören, also halten wir die Ohren offen und drücken die Daumen, dass es uns gelingt, sie bei uns zu halten", ließ Bostons General Manager Don Sweeney zu diesen beiden Personalangelegenheiten verlauten.

FLA@BOS, Sp 5: Bergeron trifft bei Rückkehr im PP

Noch keine Vollzugsmeldung gibt es ferner bei Torwart Jeremy Swayman. Die Verantwortlichen der Bruins wollen den Restricted Free Agent aber auf jeden Fall mit einem neuen Arbeitspapier ausstatten und mit ihm und Linus Ullmark als Goalies in die neue Saison gehen.

Mit Nick Foligno, Garnet Hathaway und Tomas Nosek war in den vergangenen Tagen die gesamte vierte Sturmreihe der Vorsaison von dannen gezogen. Hinzu kamen die Abgänge der Offensivkräfte Taylor Hall und Tyler Bertuzzi sowie der Blueliner Dmitry Orlov und Connor Clifton. Die Bruins waren aufgrund der Finanzlage gezwungen, die Abgänge mit preiswertem Ersatz zu kompensieren.

Mit Lucic kehrt ein verlorener Sohn zu den Bruins zurück. Sie hatten ihn beim NHL Draft 2006 in der zweiten Runde ausgewählt (Gesamtposition 50). 2007/08 feierte er sein Debüt bei der Vertretung aus Massachusetts. 2011 gewann er mit dem Team den Stanley Cup. Zuvor hatte er in der regulären Saison mit 62 Punkten eine persönliche NHL-Scorerbestleistung aufgestellt. 2015 trennten sich die Wege. In der Folge lief Lucic für die Los Angeles Kings, die Edmonton Oilers und die Calgary Flames auf.

Der inzwischen 35 Jahre alte Linksaußen ist zwar nicht mehr der eifrige Punktesammler von einst - bei den Flames brachte er es 2022/23 auf 28 Zähler in 69 Einsätzen -, doch darauf waren die Bruins bei seiner Verpflichtung gar nicht aus. Ihnen ging es vielmehr um seine Führungsstärke und sein körperbetontes Spiel. Lucic erhielt einen Einjahresvertrag über ein Jahr, der mit einer Million US-Dollar dotiert ist. Zusätzlich sind leistungsbezogene Boni von maximal 500.000 US-Dollar vereinbart.

"Auf keinen Fall ist diese Reunion eine Abschiedstournee für mich. Ich komme zurück, um diesem Team zu helfen, sich weiterzuentwickeln und eine Meisterschaft zu erringen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich diese Aufgabe erfüllen kann", sagte Lucic, nachdem der Deal in trockenen Tüchern war. "Natürlich bin ich nicht mehr der Spieler, der ich vor 10 Jahren war. Aber meine Einstellung hat sich nicht verändert. Ich gebe nach wie vor alles. Mir ist auch bewusst, dass ich hier in einer anderen Rolle spielen werde als früher", fügte er hinzu.

Ebenfalls für ein Jahr unterschrieb van Riemsdyk. Der langjährige Flügelstürmer der Philadelphia Flyers bekommt dafür eine Million Dollar. In der zurückliegenden Saison bestritt er 61 Spiele und erzielte 29 Punkte.

"Mir waren zwei Dinge wichtig", erläuterte der 34-Jährige mit Blick auf seinen Entschluss, nach Boston zu wechseln. "Ich wollte zu einem Team, bei dem ich die Chance habe, etwas zu gewinnen und zu dem ich mit meiner Spielweise passe." Beide Kriterien sieht van Riemsdyk bei der Bruins erfüllt.

Das Autogramm von Shattenkirk für einen Einjahresvertrag war den Bruins 1,05 Millionen Dollar wert. Der Verteidiger hatte 2020 mit den Tampa Bay Lightning den Stanley Cup geholt. Zuletzt verdingte sich der 34 Jahre alte Verteidiger bei den Anaheim Ducks, für die er 75 Begegnungen in der abgelaufenen Spielzeit absolvierte und dabei 27 Punkte verbuchte.

Auf Zweijahresverträge verständigten sich die Bruins mit Brown und Geekie, die beide in der Offensive zu Hause sind. Der 31-jährige Brown, der 2022/23 das Trikot der Ottawa Senators und der Flyers trug, verdient 800.000 Dollar pro Saison. Deutlich mehr Geld bekommt der 24 Jahre alte Geekie, der in der zurückliegenden Spielzeit für die Seattle Kraken spielte und dort 28 Punkte verzeichnete. Sein Engagement schlägt jährlich mit zwei Millionen Dollar im Budget der Bruins zu Buche.