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Blues die Spezialisten für späte Erfolge

St. Louis vertraut auf Coach Berubes Matchplan und erzwingt ein siebtes Spiel

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Die St. Louis Blues kann in dieser Saison offenbar nichts aus der Bahn werfen. Die Chancen standen vor Spiel 6 der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference am Sonntag bei den Dallas Stars denkbar schlecht für die Mannschaft von Coach Craig Berube, weiter im Rennen um den Stanley Cup zu bleiben. Doch die Blues haben alle Zweifler Lügen gestraft, gewannen die Partie 4:1 und haben somit ein siebtes Spiel im heimischen Enterprise Center am Dienstag erzwungen.

2:3 in der Serie hinten, von den eigenen Fans ausgebuht, und die Topspieler in der Formkrise - nicht vieles hatte vor Spiel 6 der Serie gegen die Stars noch für die Blues gesprochen. Doch das Team aus Missouri, das Anfang Januar noch abgeschlagen auf dem letzten Platz in der NHL zu finden war, hat auch diesmal wieder den Finger gehoben. Frei nach dem Motto: Nicht so schnell, wir leben noch.

Es war ein beeindruckendes Lebenszeichen, das die Blues im American Airlines Center zu Dalls gesendet haben. Das 4:1 war der erste Sieg der Blues in den diesjährigen Playoffs, bei dem sie mehr als ein Tor Vorsprung hatten. Die Entscheidung fiel innerhalb von 33 Sekunden im Schlussabschnitt, als erst Jaden Schwartz und dann Sammy Blais mit einem Doppelschlag für die Gäste alles klar machten.

Video: STL@DAL, Sp6: Pietrangelo trifft durch viel Verkehr

"Ich habe es während der ganzen Serie, während der ganzen Saison gesagt. Wir sind ein Team, das sich an den Matchplan hält. Auch wenn das erst im dritten Drittel zum Erfolg führt", meinte Blues-Verteidiger Alex Pietrangelo. Er hatte früh für die 1:0-Führung der Blues in Spiel 6 gesorgt. Pietrangelo ist mit zehn Punkten (zwei Tore, acht Vorlagen) Zweiter der internen Scorerwertung der Blues. 

Es ist irgendwie sinnbildlich für die Playoffs der Blues: Die Topspieler wie Ryan O'Reilly - er bereitete immerhin das 4:1 vor - und Vladimir Tarasenko scheinen auf einmal ihren Torriecher verloren zu haben. Also springen Akteure ein, mit denen man vor der K.o.-Runde nicht unbedingt gerechnet hatte. Für Schwartz zum Beispiel war es der achte Treffer in den Playoffs. Damit ist er nur ein Tor hinter Logan Couture von den San Jose Sharks, der aktuell die Torjägerliste in den Playoffs anführt. In der regulären Saison hatte Schwartz nur elfmal getroffen. Mit elf Scorerpunkten führt Schwartz auch die interne Scorerwertung der Blues an. 

Blais ist eine weitere Geschichte. Er hatte per SMS von Berube über seinen Einsatz erfahren. "Er ist groß, physisch stark und kann gut mit dem Puck umgehen", lobte der Trainer seinen Schützling. Für Blais war es der erste Einsatz in den Playoffs und das erste Spiel seit dem 12. März. "Ich war ein bisschen nervös. Aber ich habe die Nacht davor gut geschlafen", berichtete der Schütze des vierten Blues-Treffers.

 

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Jetzt also Spiel 7. Wieder werden die Karten neu gemischt. Den Blues wäre es wahrscheinlich insgeheim lieber, wenn die Partie irgendwo anders, aber nicht in St. Louis stattfinden würde. Denn auswärts haben sie in den diesjährigen Playoffs eine äußerst beeindruckende Bilanz von fünf Siegen und erst einer Niederlage. Auf eigenem Eis haben die Blues stattdessen in den Playoffs erst zweimal gewonnen und viermal verloren. In der Serie gegen die Stars stehen ein Sieg und zwei Pleiten zu Buche. Und auch die Stars haben bei vier Siegen und zwei Niederlagen schon gezeigt, dass sie sich auswärts sehr wohl fühlen. 

Viermal standen sich die beiden Teams bisher in einem siebten Spiel in den Playoffs gegenüber, aber erst einmal, seit aus den Minnesota North Stars für die Saison 1993/94 die Dallas Stars wurden. Das war in der zweiten Runde der Playoffs 2016. Damals hatte St. Louis mit 6:1 die Oberhand behalten. Mit einem solch deutlichen Resultat ist diesmal nicht zu rechnen.

Was die Blues zuversichtlich stimmen kann: Sie haben in ihrer Franchise-Geschichte zwar eine ausgeglichene Bilanz, was siebte Spiele in einer Playoff-Serie angeht (acht Siege, acht Niederlagen). Die Bilanz auf eigenem Eis ist mit vier Erfolgen und zwei Pleiten allerdings positiv. Die Stars haben seit ihrem Umzug nach Dallas eine Bilanz von zwei Siegen und drei Niederlagen in ihrer Spiel-7-Statistik stehen. Auswärts gab es in solchen Fällen noch keinen Sieg und eine Niederlage.

"Es kommt darauf an, dass wir jetzt nicht abheben", meinte Blues-Stürmer David Perron. Das nächste Spiel werde eine weitere aufregende Herausforderung. "Wir freuen uns und werden gut vorbereitet sein", meinte Perron, dem mit dem 2:1 im zweiten Drittel der letztlich entscheidende Treffer in Spiel 6 gelang. Er fühle sich bereit für Spiel 7. "Im nächsten Spiel wollen wir es noch besser machen."

Video: STL@DAL, Sp6: Sundqvist, Perron kombinieren zum Tor

Perrons Sturmkollege Oskar Sundqvist hat auch schon das Rezept, mit dem die Blues am Dienstag (Ortszeit) erfolgreich sein können: "Wir müssen zu Hause einfach so spielen, wie wir es auswärts machen", meinte der Schwede. "Wir müssen einfach spielen, unser Spiel durchziehen." Das bedeute, den Puck in die richtigen Zonen bringen und ihn dann erobern. "Das haben wir zu Hause ein bisschen aus den Augen verloren. Da wollen wir es zu kompliziert machen. Das müssen wir für Spiel 7 ändern", mahnte der 25-Jährige.

Dann wird es auch wieder auf die Torhüter ankommen. Blues-Goalie Jordan Binnington wird sein erstes Spiel 7 in seiner NHL-Karriere bestreiten. Der 25-Jährige hat bislang aber dem Druck standgehalten und seinem Team mit einer Ausnahme immer die Chance gegeben, das Spiel zu gewinnen. 

Sein Gegenüber Ben Bishop hat schon Erfahrung in solchen Spielen gesammelt. Zweimal stand er in den Playoffs 2013 mit den Tampa Bay Lightning in einem siebten Spiel. Beide Male ging er als Sieger hervor. 

 

[Hier findest du alles über die STL-DAL Serie]

 

Blues-Coach Berube wird sich auch dieses Mal wieder einen ausgeklügelten Matchplan einfallen lassen. Schließlich würde er auch selbst gerne seine Bilanz als Trainer verbessern, was das Abschneiden in einem siebten Spiel angeht. Einmal war er als Coach der Philadelphia Flyers in dieser Situation - und verlor 2014 in der ersten Runde 1:2 gegen die New York Rangers. Seine Spieler werden alles dafür tun, dass diese Bilanz ausgeglichen wird. Und wenn es erst im letzten Drittel passiert …

Spiel 7 dieser Serie der zweiten Playoff-Runde der Western Conference findet am Dienstag, 8 Uhr p.m. ET (NBCSN, CBC, TVAS, NHL.tv; Mi. 2 Uhr MESZ) im Enterprise Center in St. Louis statt.

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