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Blueline-Power als Erfolgsrezept

Inside The Numbers: So wichtig sind offensivstarke Verteidiger für den Erfolg im Eishockey

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Der Wert von offensivstarken Verteidigern

Für das Tore schießen sind in erster Linie die Stürmer zuständig, doch in der NHL wird auch jede Menge Offensive durch die Defensive generiert: Viele Verteidiger haben nicht weniger Scoringtouch als so mancher Angreifer und sorgen für jede Menge Gefahr von der blauen Linie. "Inside the numbers" hat analysiert, wie wichtig torgefährliche Abwehrspieler für den Teamerfolg sind.

St. Louis hat die gefährlichsten Blueliner

In der laufenden Saison 2018/19 haben die St. Louis Blues die gefährlichsten Defensiv-Corps der Liga. Die Blues-Verteidiger bringen es auf satte 45 Tore - damit sind die Abwehrspieler für 17,7 Prozent aller Tore verantwortlich. Unter den zehn besten Torschützen befinden sich mit Alex Pietrangelo (13), Vince Dunn (elf) und Colton Parayko (zehn) gleich drei Verteidiger. In der Tiefe sorgten auch Carl Gunnarsson, Jay Bouwmeester (je drei), Joel Edmundson, Robert Bortuzzo (je zwei) und Chris Buttler (eins) für Tore. Damit zeigten sich bereits acht Verteidiger im Abschluss erfolgreich.

Video: EDM@STL: Pietrangelo lässt Koskinen keine Chance

Ebenfalls über brandgefährliche Blueliner verfügen die Toronto Maple Leafs, Minnesota Wild (beide 43 Tore), Calgary Flames (42), Tampa Bay Lightning und Nashville Predators (beide 40 Tore). Fünf der sechs genannten Teams stehen aktuell auf einen Playoff-Platz und zählen zu den besten der Liga. Die Ausnahme sind die Wild, die bei nur zwei Punkten Rückstand auf einen Wildcard-Rang noch reelle Chancen auf die Endrunden-Teilnahme haben. Ein Zusammenhang von offensivstarken Verteidigern und dem Erfolg der ganzen Mannschaft ist also nicht von der Hand zu weisen.

Das zeigt auch der Blick auf die sechs schlechtesten Teams in dieser Kategorie: Die Anaheim Ducks (21 Tore), Los Angeles Kings, Vancouver Canucks, San Jose Sharks (alle 24 Tore), New York Rangers (27) und Edmonton Oilers (28) erzeugen die wenigste Gefahr von der blauen Linie. Mit Ausnahme der Sharks stehen fünf dieser sechs Klubs nicht auf einem Playoff-Platz und sind sogar schon weit abgeschlagen. Eine Statistik, die unterstreicht, wie wichtig Torgefahr aus allen Mannschaftsteilen ist.

Rielly führt die Verteidiger an

In der aktuellen Spielzeit wurden insgesamt bereits 1043 Tore von Verteidigern erzielt. Die torgefährlichsten Abwehrspieler heißen Morgan Rielly (Toronto Maple Leafs, 20 Treffer), Mark Giordano (Calgary Flames, 16), Kris Letang (Pittsburgh Penguins, 16), Erik Gustafsson (Chicago Blackhawks, 16) und der Schweizer Roman Josi (Nashville Predators, 15). Kurios: Alleine Rielly hat mit 20 Toren beinahe schon so viele Verteidiger-Tore wie Anaheim insgesamt (21).

In der Vorsaison teilten sich Victor Hedman (Tampa Bay Lightning), Dougie Hamilton (Calgary) und Ivan Provorov (Philadelphia Flyers) den Titel des torgefährlichsten Verteidigers. Insgesamt kamen alle Abwehrspieler am Ende der Hauptrunde auf stolze 1153 Treffer.

 

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Vergleich mit dem Vorjahr

Doch konnte auch im Vorjahr ein Zusammenhang zwischen schussgewaltigen Verteidigern und dem Team-Erfolg festgestellt werden? 2017/18 hatte Nashville mit Abstand die offensivstärksten Defensivspieler und brachte es auf unglaubliche 56 Treffer von Abwehrspielern. Die Top-vier-Verteidiger P.K. Subban (16), Josi (14), Mathias Ekholm (zehn) und Ryan Ellis (neun) schossen 49 Tore. Hinzu kamen Yannick Weber, Matt Irwin (beide zwei), Alexei Emelin, Anthony Bitetto und Samuel Girard (je eins). Damit trafen alle neun eingesetzten Verteidiger ins Tor.

In Sachen Tore ragten auch die Columbus Blue Jackets (51 Treffer), Arizona Coyotes, Flyers (beide je 50) und Lightning (48) mit starken Bluelinern heraus. Abgesehen von den Coyotes erreichten die anderen vier Mannschaften die Playoffs. 

Der spätere Stanley Cup Champion Washington Capitals (39, 12.) sowie Finalist Vegas Golden Knights (37, 18.) landeten mit ihrer Verteidiger-Ausbeute im Mittelfeld. In den Playoffs schafften es die besten vier Abwehrmänner John Carlson (Washington), Dustin Byfuglien (Winnipeg Jets, beide fünf Tore), Subban und Tyler Myers (Winnipeg, beide vier) mit ihren Klubs mindestens bis in die zweite Playoff-Runde.

Die geringste Blueline-Power entfalteten dagegen die Buffalo Sabres (19 Tore), Rangers (20), Canucks (21), Dallas Stars, Detroit Red Wings und Oilers (je 30), die die Playoffs allesamt verpassten. Auch in der vergangenen Spielzeit war also ein Zusammenhang aus torgefährlichen Verteidigern und dem Team-Erfolg zu erkennen.

Video: EDM@NSH: Subban mit wuchtigem Schlagschuss vom Punkt

Die Kirsche auf der Sahnetorte

Die Zahlen zeigen, dass gefährliche Verteidiger alleine nicht reichen, um eine durchschlagskräftige Offensive auf die Beine zu stellen, doch sind sie sozusagen die Kirsche auf der Sahnetorte: Torgefahr von der blauen Linie komplettiert eine starke Offensivabteilung, macht sie variabler, unabhängiger und überraschender für den Gegner. Manche Teams legen ihren ganzen Spielstil auf ihre schussgewaltigen Verteidiger aus. So wurden etwa die Defensiv-Corps bei den Predators genau für diesen Zweck offensivstark zusammengestellt, und wird auf dem Eis sehr stark in die Angriffe eingebunden. Der Erfolg gibt Nashville Recht: Die Preds qualifizierten sich in dieser Saison zum fünften Mal in Folge für die Playoffs.

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