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Columbus Blue Jackets auf dem richtigen Weg

Die Verteidigung der Blue Jackets hat sich stabilisiert und schon kam es zu ersten Erfolgen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Nach zwei Niederlagen mit insgesamt neun Gegentoren in ihren ersten zwei Saisonpartien wusste Columbus Blue Jackets Cheftrainer John Tortorella ganz genau, wo er anzusetzen habe. Es hätte wenig Sinn ergeben die Schuld an den vielen Gegentoren alleine Schlussmann Sergei Bobrovsky zu geben.

Natürlich hatte er zum Saisonauftakt fünf Treffer von den Boston Bruins kassiert (Endstand 3-6), auch in der darauffolgenden Partie gegen die San Jose Sharks (2-3) musste er zweimal die Scheibe hinter sich im Netz einschlagen lassen. Andererseits beendete der 28-jährige russische Nationaltorwart dieses Spiel auch mit einer Rettungsquote von 94,6 Prozent.

Nein, an Bobrovsky lag es keineswegs, dass die Blue Jackets nach zwei Spielen noch ohne Punktgewinn da standen. Columbus ließ in seinen ersten zwei Saisonauftritten nicht nur zu viele Torschüsse zu, sondern ließ die gegnerischen Stürmer zu häufig gewähren, so dass sie sich immer wieder hochkarätige Chancen herausspielen konnten.

"Schludrig am Puck", beschrieb Tortorella kurz und bündig die Vorstellung seiner Mannschaft gegen Boston und nach der Partie gegen San Jose bemängelte er, dass sie die Chance nicht genutzt haben, die ihnen Bobrovsky [dank seiner Paraden] erhielt.

Die sie erwartenden Aufgaben sollten an diesem Wochenende nicht leichter werden, doch die Blue Jackets hatten aus ihren Fehlern gelernt und präsentierten sich am Freitag gegen die Chicago Blackhawks und am Samstag gegen die Dallas Stars deutlich stärker. Zunächst durften sie gegen den dreifachen Stanley Cup Champion aus den letzten sechs Jahren mit 3-2 Toren ihren ersten Heimsieg feiern und dann entführten sie mit 3-0 Toren beide Zähler aus dem American Airlines Center der Dallas Stars, die in der vergangene Saison noch als punktbestes Team die Western Conference abgeschlossen hatten.

Für Linksaußen Nick Foligno war der Sieg gegen Chicago eine Sache des Willens. In der letzten Viertelstunde war Columbus noch einmal kräftig unter Druck gesetzt worden, doch sie kämpften, blockten Schüsse ab, insgesamt 20 im gesamten Spiel, und was dennoch durchkam wurde die Beute von Bobrovsky.

Ihre Defensivabteilung sicherte ihnen den Sieg. Rookie Verteidiger Zach Werenski, war nicht nur an zwei Toren beteiligt gewesen, sondern lieferte zusammen mit Jack Johnson, David Savard und Seth Jones eine klasse Defensivvorstellung ab. Alle vier Verteidiger standen in dieser Partie über 22 Minuten auf dem Eis, Jones bekam sogar 26:09 Minuten Eiszeit. Alle vier Überzahlsituationen der Blackhawks verstrichen torlos.

Durch diesen doppelten Punktgewinn hatten die Blue Jackets Selbstvertrauen gewonnen. Acht Niederlagen in Folge, wie zu Beginn der vergangenen Saison, werden es in diesem Jahr schon nicht mehr sein.

Den Blue Jackets tat es auch keinen Abbruch, dass sie in Dallas auf ihren verletzten Verteidiger Ryan Murray verzichten mussten. Somit bildete Dalton Prout zusammen mit Rookie Markus Nutivaara das dritte Verteidigerpaar. Werenski stand an der Seite von Jones und Johnson bildete mit Savard das zweite Defensifduo. Für die Texaner gab es da kein Durchkommen. 18 Schüsse der Stars wurden geblockt und weitere 25 schnappte sich Bobrovsky, der am Ende seinen 13. NHL-Shutout feiern konnte.

Das wohl größte Lob für ihre starke Leistung bekamen die Blue Jackets von Dallas Trainer Lindy Ruff, der nach der Partie davon sprach, dass seine Mannschaft 'platt wirkte' und er sie in den vergangenen zwei Jahren noch nie so schlecht am Puck gesehen habe. Eventuell lag das auch an der hervorragenden Performance von Columbus.

 

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