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Blue Jackets gelassen und zuversichtlich

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Nationwide Arena in Columbus wurde vor 16 Jahren eröffnet, zählt aber noch immer zu den schönsten Arenen in der NHL. Die Columbus Blue Jackets, zusammen mit den Minnesota Wild die jüngste Franchise in der Liga, tragen hier ihre Heimspiele aus, doch ihre geduldigen Fans wurden zuletzt nicht gerade mit Erfolgen verwöhnt.

Dabei ist es erst zwei Jahre her, dass sie sich Hoffnung auf eine kurzfristig eintretende erfolgreiche Zukunft machen durften. Die Blue Jackets spielten in den ersten 13 Jahren ihres Bestehens bis zur Saison 2012/13 in der Central Division der Western Conference. Nur einmal, in der Spielzeit 2008/09, zogen sie als Siebtplatzierte in die Playoffs des Westens ein, wo sie sich dem damaligen Titelverteidiger, den Detroit Red Wings, mit einem Sweep in der Best-of-7 Serie geschlagen geben mussten.

Durch die Umstrukturierung der Divisionen zur Saison 2013/14 landeten die Blue Jackets in der Metropolitan Division im Osten und konnten sich angeführt von ihrem Jungstar Ryan Johansen einen Playoffplatz erkämpfen. Der damals 21-jährige Center schoss sie mit 33 Toren und 63 Scorerpunkten in 82 Partien als siebtbestes Team mit einer Bilanz von 43-32-7 in die Playoffs. Die Blue Jackets hatten schon während der regulären Saison mit ihrem frischen, unbekümmerten Eishockey begeistern können. In der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2014 trafen sie auf die Pittsburgh Penguins und überraschten den hochfavorisierten Tabellenersten der Metropolitan: Nach den ersten vier Aufeinandertreffen stand die Serie 2-2 Unentschieden, wobei jede Partie mit 4-3 Toren endete, nachdem die am Ende jeweils unterlegene Mannschaft bereits mit 3-1 geführt hatte. Spiel 5 und 6 gingen mit 3-1 und 4-3 an Pittsburgh und Columbus' zweites Playoffabenteuer war erneut in der ersten Runde beendet.

In Columbus hegte man anschließend die berechtigte Hoffnung, dass angesichts der Qualität des Kaders das Erreichen der Playoffs in den kommenden Spielzeiten kein Problem mehr darstellen sollte. Doch weit gefehlt! Obwohl es die Blue Jackets trotz Verletzungssorgen einiger ihrer Leistungsträger auf eine positive Bilanz von 42-35-5 brachten und dabei mit neun Siegen in Folge eine neue Franchisebestmarke aufstellen konnten, landeten sie in der Abschlusstabelle neun Zähler hinter den Penguins, die den zweiten Wildcardplatz belegten.

Auch die vergangene Saison verlief für die Blue Jackets alles andere als zufriedenstellend. Nach acht Niederlagen zum Saisonauftakt musste Headcoach Todd Richards seinen Hut ziehen und John Tortorella wurde angeheuert. Am Ende belegten die Blue Jackets den 27. Platz.

General Manager Jarmo Kekalainen empfand den Blick auf die Tabelle als "nicht zufriedenstellend", beteuerte aber auch, dass das Team nicht so schlecht sei, wie der Tabellenplatz vermuten lasse. Am 29. Juni einigten sich die Blue Jackets mit Jungverteidiger Seth Jones, den sie am 6. Januar 2016 im Tausch gegen Johanson von den Nashville Predators geholt hatten, auf einen $32,4 Millionen schweren 6-Jahres Kontrakt. Kekalainen hält große Stücke auf den erst 21-jährigen Blueliner, der sich immer weiter entwickeln möchte und "jeden Tag daran arbeitet".

Finanziellen Spielraum beim Salary Cap verschafften sich die Blue Jackets indem sie Fedor Tyutin und Jared Bold aus ihren Verträgen herauskauften. Den Blue Jackets stehen für die kommende Saison 2016/17 für Verstärkungen noch knapp $4,5 Millionen zur Verfügung. Angesichts dessen, dass sie erst sechs Verteidiger fest unter Vertrag haben und ihnen auch auf der Centerposition ein Topstürmer fehlt, ist das aber nicht viel Geld. Beim NHL Draft 2016 entschieden sie sich mit ihrem dritten Zugrecht für Pierre-Luc Dubois, einem hochtalentierten Flügelstürmer, dem sie aber zutrauen, dass er sich auch als Center durchsetzen kann.

Die Blue Jackets dürften auch darauf angewiesen sein, dass ein junger Verteidiger aus der zweiten Reihe, wie der 18-jährige Zachary Werenski, den sie beim NHL Draft 2015 in der ersten Runde an Nummer 8 gezogen haben, oder auch der 22-jährige Finne Markus Nutivaara, der 2016/17 zunächst einmal für die Lake Erie Monsters (AHL) aufs Eis gehen wird, demnächst den Sprung in den NHL-Kader schaffen werden.

Kekalainen ist auf jeden Fall zuversichtlich, dass die Blue Jackets im nächsten Jahr nicht nur Vorschusslorbeeren ernten werden, die sie dann nicht erfüllen können, sondern gut genug sind, um einen Playoffplatz zu ergattern.

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