Skip to main content

Blackhawks feiern ihren Stanley Cup Sieg

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Chicago Blackhawks haben es geschafft! Durch drei Siege in Folge gewannen sie zum dritten Mal in den letzten sechs Jahren die begehrteste Eishockeytrophäe der Welt - den Stanley Cup.

Mit 2-0 Toren bezwangen sie in Spiel 6 die, sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften gegen die Niederlage stemmenden, Tampa Bay Lightning. Das United Center in Chicago stand Kopf als die Uhr auf dem Videowürfel herunterlief: 77 Jahre ist es her, dass die Blackhawks mit einem Sieg vor heimischer Kulisse sich zum Stanley Cup Champion kürten. Das von General Manager Stan Bowman aufgebaute Team ist das erfolgreichste in der langjährigen Geschichte dieser Franchise.

Im Jahre 2009 hatte Bowman von Dale Tallon das Amt des General Managers übernommen.

In den ersten 82 Jahren ihres Bestehens konnten die Blackhawks dreimal den Stanley Cup in Empfang nehmen. Innerhalb der letzten sieben Jahre, unter der Regie von Bowman, haben sie ihre Ausbeute verdoppelt. Die Kunst des Managements bestand darin, trotz eines Salary Caps, Schlüsselspieler halten zu können. Noch acht Champions aus dem Jahre 2010 standen auch gestern Nacht in Chicagos Kader:

Bryan Bickell, Niklas Hjalmarsson, Marian Hossa, Patrick Kane, Brent Seabrook, Patrick Sharp, Jonathan Toews und auch Duncan Keith. Letztgenannter wurde mit dem Gewinn der Conn Smythe Trophy zum wertvollsten Spieler der Playoffs 2015 ausgezeichnet. Dem 31-jährigen Verteidiger waren auf dem Weg der Blackhawks zum Titelgewinn drei Tore und 18 Assists gelungen. Er stellte damit die Franchisebestmarke von Chris Chelios aus dem Jahre 1992 ein. Über 700 Minuten Eiszeit hatte Keith in den Playoffs bekommen.

Im letzten Finalspiel stand er über die Hälfte der Partie auf dem Eis. Es ist keinesfalls übertrieben von einer Marathonleistung zu sprechen.

Auch für das Championship-Winning Goal am Montag zeichnete sich Keith verantwortlich: Knapp drei Minuten waren im Mitteldrittel noch zu spielen gewesen, als Patrick Kane die Scheibe in die Mitte zu Keith spielte und dieser mit dem Nachschuss Lightnings Torwart Ben Bishop zum 1-0 bezwang. Es gab keine bessere Wahl, als ihn den Titel MVP der Playoffs 2015 zu verleihen. Dieser Meinung war auch Chicagos Headcoach Joel Quenneville:

"Es war die richtige Entscheidung aus vielerlei Gründen. Er schoss heute Abend ein wichtiges Tor für uns, er hat gut verteidigt und gegen Topspieler viel für unsere Offensive getan."

Keith war gerührt von der Auszeichnung, vergaß aber auch nicht seine Mitspieler:

"Ich bin so stolz darauf ein Teil dieses Kaders zu sein. Ich denke, dass ganz viele Spieler aus unserem Team diese Trophäe verdient gehabt hätten."

Der letzte Verteidiger, der die Conn Smythe Trophy gewinnen konnte, war im Jahre 2007 Scott Niedermayer von den Anaheim Ducks. Es ist nicht leicht als Defensivmann zu solchen Ehren zu kommen.

In der Geschichte der NHL war es vor Keith und Niedermayer erst sieben Verteidigern gelungen: Nicklas Lidstrom, Brian Leetch, Scott Stevens, Al MacInnis, Larry Robinson, Bobby Orr und Serge Savard.

Nicht nur für Keith dürfte dieser Triumph das schönste Erlebnis in seiner sportlichen Karriere gewesen sein. Andrew Desjardins, Teuvo Teravainen, Antoine Vermette und Trevor van Riemsdyk gewannen zum ersten Mal den Stanley Cup genauso wie Timmo Timonen, dem Toews den Pokal überreichte. Seit 17 Jahren spielt der Finne in der NHL.

Neunmal zog er mit seinen Ex-Teams aus Nashville und Philadelphia in die Playoffs ein, beim zehnten Anlauf reichte es für ihn endlich zum Titelgewinn. Der 40-Jährige war überglücklich:

"Ich stand schon in allen Endspielen, die es im Eishockey gibt, doch gewonnen habe ich bisher noch nichts. Ich war immer auf der Verliererseite." und fügte nach der Partie hinzu:

"Das war eine sehr lange Reise. Ich bin froh, dass sie vorüber ist. Ich beende meine Karriere als Stanley Cup Champion."

Toews war der Meinung, dass sie ihrem Cheftrainer Quenneville diesen Titelgewinn zu verdanken haben:

"Joel hat unglaubliches geleistet. Er konnte zu jedem Zeitpunkt während unserer Playoffserien genau einschätzen, wo wir stehen. Er wusste an welchen Schrauben er drehen musste, damit wir uns von Spiel zu Spiel verbessern. Er korrigierte Aufstellungen und würfelte Reihen durcheinander."

Man sollte aber auch nicht vergessen vor den unterlegenen Lightning den Hut zu ziehen. Für ein Team gibt es kaum etwas schlimmeres, als ganz kurz vor dem Erreichen des großen Ziels noch zu scheitern.

Doch in ein paar Wochen, wenn die Spieler ihren Sommerurlaub mit Freunden und Familie verbracht haben, wenn es wieder gilt sich auf die kommende Saison vorzubereiten, dann werden sie diese bittere Stunde vergessen haben und auch wieder nach vorne schauen. Den Lightning steht mit ihrer jungen Mannschaft noch eine strahlende Zukunft bevor.

Mehr anzeigen