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Saison-Momente Nr. 1: Das Jahr des Ovechkin

Washingtons Teamkapitän krönt die Saison, in der ihm sein 600. NHL-Tor gelang, mit dem Gewinn des Stanley Cups

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Spielzeit 2017/18 ist Geschichte. Der Stanley Cup Champion 2018 wurde gekürt, die Awards 2018 wurden verliehen und der NHL Draft 2018 ging vonstatten. Die Spieler begeben sich in den Sommerurlaub oder bereiten sich akribisch auf die kommende Spielzeit vor.

An fünf aufeinanderfolgenden Tagen erinnerte NHL.com/de in einem Countdown an die fünf schönsten Momente der abgelaufenen Saison.

 

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Countdown Nr. 1

Was hatte Alexander Ovechkin vor der Spielzeit 2017/18 in seiner Profikarriere, die er 2001/02 als 16-Jähriger bei Dynamo Moskau begann, nicht schon alles erreicht. Er wurde dreimal Weltmeister mit der russischen Auswahl, er gewann mit Dynamo die RSL Championship (2004/05) und er heimste in der NHL 15 persönliche Trophäen ein. Die erste bekam er im Anschluss seiner ersten Saison in Nordamerika. In seinem Rookie-Jahr gelangen ihm 106 Scorerpunkte (52 Tore, 54 Assists). Der Gewinn der Calder Trophy war ihm damit sicher gewesen.

Ovechkin war in den Folgejahren fast schon ein Dauer-Abonnent auf die Maurice Rocket Richard Trophy, die er als erfolgreichster Torschütze sechsmal in Empfang nehmen durfte. Auch die vergangene reguläre Saison, in der er 49 Treffer verbuchte, schloss Ovechkin als bester Vollstrecker ab. Seine siebte Rocket Richard Trophy war aber nur eine gerne mitgenommene Zwischenstation auf dem Weg zum größten Triumph, den es für einen Eishockeyspieler zu gewinnen gibt, der ihm noch fehlte und nach dem er sich so sehr sehnte.

Links außen auf Höhe des Bullykreises Stellung beziehen, wuchtig ausholen und die ankommende Scheibe direkt ins obere Toreck schweißen. Unzählige Male in seiner Sportlerlaufbahn gab Ovechkin auf diese Art und Weise den gegnerischen Torhütern das Nachsehen. Von Saisonbeginn an topfit präsentierte sich der Kapitän der Washington Capitals. Mit jeweils einem Hattrick in den ersten zwei Saisonpartien gegen die Ottawa Senators und Montreal Canadiens setzte er erste Ausrufezeichen. Die bis dato letzten Spieler, denen zwei Hattricks zum Saisonauftakt gelangen, waren in der Spielzeit 1917/18 Cy Denneny, Joe Malone und Reg Noble gewesen.

Video: Ein Blick auf Ovechkins Weg bis zum Stanley Cup Sieg

"Wenn Alex läuft und an solche Pucks rankommt, dann ist unstrittig, dass er sie reinhämmert", freute sich Washingtons Cheftrainer Barry Trotz über die Frühform seines Spielführers.

Weitere Ausrufezeichen sollten folgen.

Am 12. März, es waren knapp 34 Minuten in der Heimpartie gegen die Winnipeg Jets absolviert, riss der Mann mit der Nummer 8 auf dem Rücken die Arme in die Höhe und drehte hinter Gästeschlussmann Connor Hellebuyck ab. Dieser Treffer war kein typischer Ovechkin. Vor dem Kasten hatte er sich erst gegenüber Jets Verteidiger Dustin Byfuglien Luft verschafft, um dann im Nachsetzen die Hartgummischeibe über Winnipegs Goalie zu lupfen. Mit seinem zweiten Treffer in dieser Partie machte Ovi die 600 voll. 600 Tore in 990 Spielen. Vor ihm hatten in der 101-jährigen NHL-Historie nur drei Spieler schneller diesen Meilenstein erreicht - Wayne Gretzky (718), Mario Lemieux (719) und Brett Hull (900). Drei!!!

Teamkollege Evgeny Kuznetsov setzte das Erbrachte in Relation: "Wenn du dir diese Zahlen ansiehst, denkst du zunächst mal, dass es 599, 600 sind, doch dann beginnst du zu verstehen, was das für eine Menge an Toren ist. Ich schaffe keine 20 im Jahr. Das sind 600. Großartig. Das ist sicher ein Ausnahmetalent."

 

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"Das ist schon etwas Besonderes. Natürlich will man immer mehr und mehr. Es sind 600. Nun muss man ein weiteres schießen, um auf 601 zu kommen", zeigte sich Ovechkin unbeeindruckt weiterhin ehrgeizig und warf im Anschluss der Partie den Blick bereits nach vorne. "Ich genieße das jetzt schon, werde nach Hause gehen, mich etwas ausruhen und morgen ist dann ein neuer Tag, an dem es wieder heißt zur Arbeit zurückzukehren."

Zwölf Wochen und drei Tage später zahlten sich für Ovechkin und seine Mannschaftskameraden alle Mühen aus. Nach einem 4:3-Sieg in Spiel 5 des Stanley Cup Finales gegen die Vegas Golden Knights wurde dem 32-Jährigen von NHL Commissioner Gary Bettman das Objekt der Begierde, der Stanley Cup, überreicht. Wie sollte es anders sein, Ovechkin hatte auch in dieser Begegnung ein Tor erzielt, sein 15. in den Playoffs, und wurde als bester Spieler der Postseason mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet.

"Das ist wie ein Traum. Ich kann gar nicht beschreiben, was ich fühle. Es ist einfach unglaublich."

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