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Suspendierungen zeigen ihre Wirkung

Nachdem die NHL heftige Sperren ausgesprochen hat, geloben Betroffene Besserung, manchen gelingt es

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Wenn sie im eigenen Team spielen sind sie geliebt, in den Reihen des Gegners werden sie gehasst - Krawallmacher, Provokateure, Goons, Enforcers oder wie sie auch immer genannt werden. Also Spieler, die positiv ausgedrückt keinem Körperkontakt aus dem Weg gehen und hierbei die Grenze des Erlaubten des Öfteren zwar bewusst, aber keineswegs zwangsläufig mit Verletzungsabsicht des Gegners, überschreiten.

Auch wenn ein anderer Eindruck bei einigen Aktionen in der Vergangenheit entstanden sein sollte, es dürften nur die wenigsten Eishockeyprofis danach trachten, ihrem Kontrahenten mit Vorsatz Schaden zuzufügen. So heiß es auf dem Eis zugehen möge, der Respekt vor dem Gegner und seiner Gesundheit hat stets obersten Vorrang.

Etwas anderes sollte auch den folgenden, namentlich erwähnten Akteuren, die von der NHL für mehrere Spiele suspendiert wurden, nicht unterstellt werden. Bei einigen von ihnen trat durch die Sperre(n) sogar die Einsicht ein, dass sie ihre Spielweise zu ändern haben - und das mit Erfolg! Bei anderen Wiederholungstätern war früher als erwartet die NHL-Karriere beendet - erinnert sei hier an Raffi Torres von den San Jose Sharks.

 

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Jüngstes Beispiel ist Boston Bruins' Brad Marchand, für den am Mittwoch eine Sperre von fünf Spielen endete, die er sich am 24. Januar in der Partie gegen die New Jersey Devils nach einem Ellenbogenschlag gegen den Kopf von Marcus Johansson eingehandelt hatte. Es war bereits die sechste Suspendierung des 29-jährigen Linksaußen, der seit der Saison 2009/10 für die Bruins auf Punktejagd geht.

Am Montag nach dem Training ging er in die Offensive, haderte mit dem schlechten Image, das er sich 'erarbeitet' hat und gelobte Besserung. "Das ist echt hart. Ich versuche schon eine Zeitlang einen anderen Ruf zu bekommen", sagte er und fügte sogar eine Erklärung hinzu. "Ich glaube auch, dass ich mich in den letzten Jahren zu einem anständigen Spieler entwickelt habe, doch diese Brandmarke, für die ich selbst verantwortlich bin, werde ich nicht los. Um einen Job in der Liga zu bekommen, musste ich so spielen und ohne dies hätte ich das alles nicht erreicht und ich würde nicht da stehen, wo ich jetzt bin."

 

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Vor seiner Suspendierung war Marchand mit 21 Toren und 29 Assists in 38 Partien Bostons punktbester Akteur. Kein Aktiver in der Liga weist einen besseren Punkteschnitt als der Gescholtene aus.

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Bostons Cheftrainer Bruce Cassidy unterstützt seinen Topscorer bei dessen Absicht disziplinierter zu spielen: "Er hat einen gewissen Spielstil, der wird sich nicht komplett ändern, doch wir versuchen, dass sie [das Körperbetonte und das im Abschluss effektive] verschmelzen. Es wird ihm nicht jeden Abend leicht fallen, doch er ist sensibilisiert und hoffentlich ist es bei ihm dauerhaft angekommen."

In der laufenden Spielzeit wurden 17 verschiedene Spieler von der NHL für insgesamt 57 Saisonpartien gesperrt. Neben Marchand fielen noch drei weitere Akteure innerhalb der vergangenen 18 Monate häufiger als einmal unangenehm auf. Rechtsaußen Tom Wilson von den Washington Capitals (03.10.2017 4 Spiele Sperre) während zweier Vorbereitungsspiele, Linksaußen Matthew Tkachuk von den Calgary Flames (18.11.17 und 07.12.17 je 1 Spiel Sperre) und Verteidiger Radko Gudas von den Philadelphia Flyers (10.10.16 6 Spiele und 19.11.17 10 Spiele Sperre).

Die Maßnahme der NHL häufiger, drastischere Strafen auszusprechen, zeigt Wirkung. 18 Mal lautete in den vergangenen drei Spielzeiten ihr Strafmaß vier oder mehr Spiele Sperre wegen eines Vergehens auf dem Eis. Nur drei Spieler hatten nach dem ersten Mal keine Lehren daraus gezogen und fielen noch ein weiteres Mal höchst unangenehm auf. Toronto Maple Leafs' Nazem Kadri (02.04.16 4 Spiele Sperre) und Zac Rinaldo von den Arizona Coyotes (27.12.17 6 Spiele Sperre).

Fast zwei Jahre liegt Kadris letztes schwerwiegenderes Vergehen zurück, seitdem (49 Tore, 45 Assists in 155 Spielen) konzentriert er sich wieder lieber aufs Punkten und leistet damit seiner Mannschaft wesentlich bessere Dienste.

Na also, es geht doch!

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