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Berube: Capitals brauchen bessere Center in Spiel 5

von Dan Rosen / NHL.com

Um einen zusätzlichen Einblick in die Playoff-Serie der zweiten Runde im Osten zwischen den Pittsburgh Penguins und den Washington Capitals zu bekommen, hat sich NHL.com Unterstützung von Craig Berube geholt. Er kommt auf der Webseite ausführlich zu Wort.

Der 50-jährige Berube stand von 2013 bis 2015 als Trainer bei den Philadelphia Flyers an der Bande. Bevor er am 7. Oktober 2013 zum Head Coach der Flyers berufen wurde, hatte er im Verein bereits sechs Jahre als Trainerassistent gearbeitet. Die Bilanz der Flyers unter Berubes Regie lautet 75-58-28. Im Jahr 2014 zogen sie mit ihm in die Stanley Cup Playoffs ein. Dort verloren die Flyers in der ersten Runde gegen die New York Rangers.

PITTSBURGH -- Wenn die Washington Capitals noch ein Comeback schaffen wollen, müssen sie den Kampf auf der Center-Position für sich entscheiden. In den bisherigen der Serie haben die Capitals dabei gegen die Pittsburgh Penguins eindeutig den Kürzeren gezogen. Die Center der Penguins haben zusammen neun Punkte in den vier Begegnungen erzielt, die der Capitals lediglich drei. Auch deshalb liegt Washington mit 1-3 hinten.

"Nicklas Backstrom und Evgeny Kuznetsov müssen mehr tun", sagt der frühere Flyers-Coach über die zwei Star-Center der Capitals. Bei beiden vermisst Berube aktuell die Kreativität. Seiner Meinung nach haben sie gegen die Penguins weit weniger Torgefahr heraufbeschwört als über weite Strecken der Saison. Nur jeweils einen Punkt erzielten beide in den Partien gegen die Penguins. "Backstrom und Kuznetsov sind fraglos großartige Spieler und ein wichtiger Teil der Capitals. Aber als Top-Scorer müssen sie nun mal Torchancen herausarbeiten und Punkte für ihr Team machen", betont Berube.

So wie beispielsweise der 39-jährige Matt Cullen auf Seiten von Pittsburgh. Der Center der vierten Reihe traf in Spiel 4 nach einem Alleingang. Darüber hinaus lieferte er in Spiel 3 die Vorlage zum Tor von Tom Kuhnhackl. Bei beiden Treffern stand Backstrom auf dem Eis und sah schlecht aus. "Backstrom hätte Cullen vor dessen Alleingang unbedingt abschirmen müssen. Das ist aber nicht geschehen, so dass sich Cullen hinter Backstroms Rücken davonschleichen konnte. Das war entscheidend für Cullens Aktion und sein Tor", analysiert Berube.

Dennoch glaubt er, dass bei Backstrom und Kuznetsov der Funke noch zünden kann. Vor allem wenn die Capitals wieder zu ihrem gefürchteten Powerplay finden. Seit Spiel 4 in der ersten Runde gegen die Philadelphia Flyers läuft das nicht mehr richtig. Ab dieser Partie begannen die Flyers damit, verstärkt unter Druck auf Backstrom auszuüben. Das zeigte Wirkung, die bis in die Serie gegen die Penguins anhält. Seit jenem vierten Spiel gegen die Flyers schossen die Capitals lediglich ein Tor in 22 Powerplays.

"Sowohl den Flyers als auch den Penguins ist es gelungen, Backstrom weitgehend aus dem Spiel zu nehmen. Deswegen haben die Capitals große Schwierigkeiten, um im Powerplay zu Torgelegenheiten zu kommen. Da müssen sie nun dran arbeiten. Wenn das Powerplay wieder läuft, gibt das Backstrom und Kuznetsov definitiv einen Schub. Davon bin ich überzeugt", betont Berube.

Zugleich lobt er die Abwehrarbeit der Penguins: "Sie verschenken nichts und machen einen guten Job, indem sie viele Schüsse abblocken." Hinzu komme die überragende Leistung von Rookie-Goalie Matt Murray, der in der Serie eine Fangquote von 93,8 Prozent aufweist (135 Paraden bei 144 Schüssen).

Für Berube ist es dennoch überraschend, dass die Capitals nach vier Spielen bereits mit dem Rücken zur Wand stehen. "Ich wiederhole mich. Die Capitals müssen mehr tun. Vor allem brauchen sie mehr zweite und dritte Schüsse. Sie müssen vor dem Tor für mehr Gefahr und Chaos beim Gegner sorgen. Für viel mehr sogar – und das immer wieder aufs Neue. Sie machen es Murray zu leicht. Wenn ein Torhüter seiner Güte freie Sicht hat, stoppt er die Schüsse."

Dennoch gibt Berube die Serie für die Capitals noch nicht verloren. "Ich würde das nie tun. Eine Mannschaft wie sie ist auf jeden Fall in der Lage, ein enges Spiel 5 zu gewinnen und plötzlich sind die Capitals wieder voll im Geschäft. Ich würde sie daher niemals abschreiben. Nicht bei den Spielern und dem Torwart im Team."

Neugierig ist Berube, wie die Penguins mit der Situation umgehen, mit einem Sieg im nächsten Match die Serie für sich entscheiden zu können. Nach seiner Ansicht ist Spiel 5 für ein Team, das in Führung liegt, ebenso schwierig wie für die Mannschaft, die zurückliegt und unbedingt gewinnen muss. "Es geht dabei nicht einmal primär um Sieg oder Niederlage, sondern die Art und Weise wie man auftritt. Wenn die Penguins nicht gewinnen, geht die Welt für sie nicht unter. Zumindest dann nicht, wenn sie gut gespielt haben. Etwas anderes ist es, wenn sie schlecht gespielt und noch dazu verloren haben. Das sind dann oft die Momente, in denen die Dynamik einer Serie in die andere Richtung kippt."

"Ich habe beide Situationen schon erlebt, lag 3-1 in Führung und 1-3 zurück. Aus dieser Erfahrung sage ich: Alles kann passieren", so Berube.

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