Skip to main content

Bertuzzi auf den Spuren der Verwandtschaft

Dem Stürmer der Detroit Red Wings wurde das Eishockeyspielen in die Wiege gelegt

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Söhne eifern ihren Vätern nach, Neffen ihren Onkeln und selbstverständlich die jüngeren ihren älteren Brüdern. Es kommt nicht von ungefähr, dass in der NHL immer wieder Namen auftauchen, die einem aus der Vergangenheit bekannt vorkommen. 'Spielt denn der immer noch?', dürfte sich schon der ein oder andere Fan gefragt haben, wenn ein Name in der NHL-Berichterstattung gefallen ist, den er mit einer anderen Person assoziiert hat.

Die Familienbande ist beim Eishockey besonders groß, einmal diesem Sport verfallen oder mit ihm aufgewachsen, fällt es einem schwer sich ihm zu entreißen. In der laufenden NHL-Saison gibt es ein Brüder-Trio (Eric, Marc und Jordan Staal), Zwillinge (Daniel und Henrik Sedin) und weitere 13 Brüderpaare, die der schwarzen Hartgummischeibe hinterherjagen.

Von Josh Archibald bis Miles Wood treten über 50 aktuelle Spieler in die Fußstapfen ihres Erzeugers und weitere knapp 30 in die ihrer Onkeln, die in der Vergangenheit ebenfalls in der NHL aufgelaufen waren.

Einer dieser Neffen hatte bisher, seit er beim NHL Draft 2013 in der zweiten Runde an insgesamt 28. Stelle gedraftet wurde, wenig von sich Reden gemacht - Tyler Bertuzzi.

Sieben Einsätze hatten ihm die Detroit Red Wings in der Saison 2016/17 gegönnt, immer wieder musste der 23-jährige Linksaußen den Weg in die American Hockey League zu den Grand Rapids Griffins antreten.

Auch die aktuelle Spielzeit verlief für Bertuzzi alles andere als optimal. Anfang der Saison zwang ihn eine Handgelenksverletzung zu einer mehrwöchigen Zwangspause. Wieder hieß es für ihn, sich in der AHL von neuem zu empfehlen.

Am 9. Dezember bestritt Bertuzzi gegen die St. Louis Blues sein erstes Saisonspiel, bekam bei der 1:6-Heimniederlage 9:13 Minuten Eiszeit und brachte es auf einen +/-Wert von -3. Ein Empfehlungsschreiben sieht anders aus! Doch ein Bertuzzi wäre kein Bertuzzi, wüsste er nicht zu kämpfen. An dieser Stelle sei an seinen Onkel Todd Bertuzzi erinnert, der von 1995 bis 2014 für die New York Islanders, Vancouver Canucks, Florida Panthers, Anaheim Ducks, Calgary Flames und die Detroit Red Wings 1159 NHL-Partien bestritten hat und es dabei auf 314 Tore sowie 456 Assists, aber auch auf 1478 Strafminuten gebracht hat.

Kurz vor Weihnachten bekam Tyler seine zweite Chance und meldete sich eindrucksvoll zurück. Drei Assists sollten ihm in den vier Auftritten vom 23. Dezember bis zum Silvesterabend gelingen. Der Monat Januar verlief für ihn sogar noch besser, nachdem sich Detroits Cheftrainer Jeff Blashill dazu entschieden hatte, sein Talent in die erste Angriffsreihe zu stellen. Am 14. Januar erzielte der Außenstürmer im United Center der Chicago Blackhawks seinen ersten NHL-Treffer sowie einen weiteren Assist und die Red Wings entführten mit 4:0 Toren beide Punkte vom Erzrivalen. "Das war so aufregend. Ich glaube, dass ich sogar zweimal geschossen habe, bevor er reinging. Ich war richtig begeistert als er ihm [Jeff Glass] durch die Schoner gerutscht ist."

Video: DET@NJD: Bertuzzi nutzt Larkins Schuss

Auch in den folgenden drei Partien konnte Bertuzzi überzeugen und zeigte mit einem weiteren Tor und zwei Assists, dass er in der Liga angekommen ist.

Bertuzzi ist nicht der einzige Spieler aus Detroits Nachwuchsriege, der im näheren Verwandtschaftskreis einen ehemals großen Eishockeyspieler hat. Bertuzzis 21-jähriger Teamkollege Dominic Turgeon ist der Sohn von Pierre Turgeon (1294 Spiele, 515 Tore, 812 Assists) und Red Wings Rechtsaußen Anthony Mantha ist das Enkelkind von Andre Pronovost (557 Spiele, 94 Tore, 104 Assists), der von 1956 bis 1968 seine Schlittschuhe für die Montreal Canadiens, Boston Bruins, Red Wings und Minnesota North Stars geschnürt hatte.

Eishockeyfamilien eben!

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.